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Umgangsrecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht - Kind hat Angst


| 12.04.2006 16:35 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Liebe Rechtsanwälte,
zu meiner Vorgeschichte:
Mein damaliger Ehemann und ich haben uns im Juni 2004 getrennt. Damals war ich im vierten Monat schwanger. Unser gemeinsamer Sohn kam im Dezember 2004 zur Welt.
Mein Ex-Mann ging dann im Mai 2005 eine neue Beziehung mit einer Frau in Österreich ein, lebte aber bis jetzt noch in unserer Nähe (ca. 10 km entfernt).
Im November 2005 wurden wir geschieden. Ich habe auf Unterhalt verzichtet und zahle stattdessen an meinen Mann größere Summen Zugewinnausgleich.
Wir haben das gemeinsame Sorgerecht und das gemeinsame Aufenthaltsbestimmungsrecht, denn es wurden diesbezüglich keinerlei Festlegungen bei Gericht getroffen.
Auch das Umgangsrecht wurde nicht schriftlich fixiert, da wir uns eigentlich einig waren.
Mein Ex-Mann sieht unseren Sohn zur Zeit regelmäßig einmal die Woche für ein paar Stunden in meinem Beisein, denn mein Sohn hat leider keine wirkliche Beziehung zu ihm, da er sehr reserviert mit dem Kind umgeht, das Kind noch nie mit ihm zusammen gelebt hat und mein Kind daher sofort anfängt zu weinen, sobald ich ein paar Minuten außer Sichtweite bin. Daher ist aus meiner Sicht zur Zeit an einen Umgang ohne meine Anwesenheit nicht zu denken. Jegliche meiner Initiativen, die Beziehung zu verbessern, lehnt er allerdings ab und er verschwindet auch immer pünktlich von den Besuchsterminen, so als würde er nur kommen, um seinen „Pflichten“ gerecht zu werden.

Kann mein Ex-Mann dennoch darauf bestehen unseren Sohn (16 Monate) mitzunehmen, obwohl das Kind davor ganz offensichtlich Angst hat ?

Weiterhin ist es so, dass mein Ex-Mann im Juli diesen Jahres nach Österreich zu seiner Lebensgefährtin ziehen wird.
Auf den Umgang mit unserem Sohn angesprochen, äußert er sich nur wage, in der Art, dass er sich vorstellt, so etwa alle vier Wochen hierher zu kommen, um ihn zu besuchen, aber ich befürchte, dass er mittelfristig wohl noch seltener oder gar nicht mehr herkommen wird.

Kann ich aufgrund seines Umzugs ins Ausland das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen ?

Und falls er sich tatsächlich nicht mehr kümmern sollte, kann ich dann auch das alleinige Sorgerecht beantragen ? Nach welchem Zeitraum etwa ?

Ich befürchte nämlich, dass er irgendwann, wenn mein Sohn dann etwas „pflegeleichter“ ist, einfach kommt und ihn mitnehmen will, obwohl das Kind eben wie gesagt leider keinen Bezug zu ihm hat...

Vielen Dank im Voraus für ihre Antwort !

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Für Ihre Situation ist § 1671 BGB einschlägig, der folgenden Wortlaut hat:

(1) Leben Eltern, denen die elterliche Sorge gemeinsam zusteht, nicht nur vorübergehend getrennt, so kann jeder Elternteil beantragen, dass ihm das Familiengericht die elterliche Sorge oder einen Teil der elterlichen Sorge allein überträgt.
(2) Dem Antrag ist stattzugeben, soweit
* 1. der andere Elternteil zustimmt, es sei denn, dass das Kind das vierzehnte Lebensjahr vollendet hat und der Übertragung widerspricht, oder
* 2. zu erwarten ist, dass die Aufhebung der gemeinsamen Sorge und die Übertragung auf den Antragsteller dem Wohl des Kindes am besten entspricht.
(3) Dem Antrag ist nicht stattzugeben, soweit die elterliche Sorge aufgrund anderer Vorschriften abweichend geregelt werden muss.


Dem Absatz 2 dieser Vorschrift können Sie entnehmen, unter welchen Voraussetzungen Ihnen vom zuständigen Familiengericht das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder sogar das alleinige Sorgerecht übertragen werden kann, nämlich wenn entweder der andere Elternteil hiermit einverstanden ist oder aber die Übertragung auf nur einen Elternteil dem Kindeswohl am besten entspricht.

Sie sollten am besten einmal mit Ihrem Ex-Mann darüber reden, ob dieser vielleicht mit einer Übertragung des Sorgerechts oder zumindest des Aufenthaltsbestimmungsrechts allein auf Sie einverstanden wäre. Wenn er so wenig Interesse an dem Kind zeigt, wie Sie es schildern, besteht insoweit durchaus Hoffnung. Dies wäre der einfachste Weg. Sollte er nicht einverstanden sein, dann bleibt Ihnen nur der schwerere Weg darzulegen, dass es für das Wohl des Kindes am besten wäre, wenn nur Sie das Sorgerecht oder zumindest das Aufenthaltsbestimmungsrecht erhielten. Für eine Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts allein auf Sie sehe ich angesichts des geplanten Umzugs Ihres Ex-Mannes ins Ausland recht gute Erfolgsaussichten. Das vollständige Sorgerecht zu erhalten wird schwieriger sein. In beiden Fällen wird das Gericht das zuständige Jugendamt einschalten, das überprüfen soll, wie die Verhältnisse und Beziehungen zwischen den Elternteilen und dem Kind sind. Wenn sich Ihr Ex-Mann auch gegenüber dem Jugendamt derart desinteressiert zeigt und eine Intensivierung des Kontakts zum Kind ablehnt, können Sie aber auf eine für Sie positive Entscheidung seitens des Gerichts hoffen. Sie sollten für die Durchführung des anstehenden Gerichtsverfahrens auf jeden Fall einen Rechtsanwalt beauftragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung zu Ihrer Situation geben. Für eine Nachfrage stehe ich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 12.04.2006 | 20:15

Hallo Frau Laurentius,
vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich denke nicht, daß mein Ex-Mann bereit wäre, mir das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder gar das Sorgerecht zu übertragen. Ich weiß nicht, ob sie das nachvollziehen können, aber diese Rechte stellen eine gewisse Art von "Macht" dar, die es meinem Ex-Mann erlaubt, mir immer wieder weh zu tun, indem er Druck bzgl. unseres Sohnes ausübt, z.B. daß er ihn einfach mitnehmen möchte, obwohl er genau weiß, daß das Kind Angst hat. Diese Option wird also leider nicht möglich sein. Könnten Sie bitte auch noch meine
andere Frage bzgl. seines Umgangsrechts beantworten ? Könnte er unseren Sohn einfach so mitnehmen bzw. ab welchem Alter könnte ich dies nicht mehr verweigern ?

Eine schon etwas schlauere Mutter !

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.04.2006 | 10:24

"Einfach so mitnehmen" darf Ihr Ex-Mann Ihren Sohn nicht. Er hat zwar selbstverständlich ein Umgangsrecht mit dem Kind, jedoch muss dies geregelt werden. Wenn Sie sich mit Ihrem Ex-Mann insoweit nicht einigen können, insbesondere sich auch nicht dahingehend verständigen können, dass er das Kind nur in Ihrer Anwesenheit oder in Anwesenheit einer anderen Vertrauensperson des Kindes sehen darf, dann sollten Sie sich vertrauensvoll an das zuständige Jugendamt wenden. Dort kann man Ihnen helfen, eine dem Wohl des Kindes gerechte Regelung des Umgangsrechts Ihres Ex-Mannes zu finden. Sollte auch der Beistand des Jugendamtes nichts nützen, dann müssen Sie das zuständige Familiengericht anrufen.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

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"Liebe Frau Laurentius,
vielen Dank für Ihre Antwort. Jetzt bin ich schon ein wenig beruhigter. Ich hoffe, daß sie das Ganze etwas beruhigen wird, wenn man Ex-Mann ab Sommer über 500 km entfernt wohnt !
Viele Grüße und Frohe Ostern ! "
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