Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.405
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ehegattenunterhalt Trennungsplanung Anwaltszwang


13.05.2007 10:57 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai



Guten Tag!

Aufgrund unserer bevorstehenden Trennung habe ich Fragen zum Unterhalt.
Damit Sie sich ein Bild von unserer Situation machen können, versuche ich so präzise wie möglich zu erklären:

-Mein Mann und ich haben 2003 in Bosnien geheiratet, er ist Bosnier, ich bin Deutsche.
-2004 wurde unser Sohn geboren.
-Im Herbst 2005 hat sich mein Mann im Bereich Montagen selbstständig gemacht. Die Firma läuft auf seinen Namen. In dieser Zeit war ich im Erziehungsurlaub und habe als gelernte Bürokauffrau den Bereich aller anfallenden Behörden- und Büroarbeiten übernommen.
Da er sehr fleißig und präzise arbeitet, hat er gute Aufträge.
-Im Oktober 2006 haben wir ein Haus (Bj.55) mit angebautem Bungalow (Bj.85) erworben. Den Bungalow haben wir vermietet, das Haus bewohnen wir zur Zeit noch selber.
-Mein Mann hat sich Anfang diesen Jahres von mir getrennt, wir haben es noch einmal probiert, leider funktioniert es nicht mehr und mein Mann hat mir letzten Monat die Trennung angekündigt.
-Zum 01.06.07 werde ich mit den Kindern (ich habe noch 2 Kinder aus 1. Ehe, 15 und 11 Jahre alt) eine Mietwohnung beziehen. Auch mein Mann sucht sich eine Mietwohnung.
-Das Haus werden wir zum 01.07.07 vermieten, damit wir es nicht verkaufen müssen und sich die Abtragung durch die Mieteinnahmen selbst unterhält. Den Mietvertrag mit den Mietinteressenten haben wir noch nicht unterschrieben.

Nun meine Fragen:
Seit August 2006 arbeite ich nach meiner Erziehungszeit wieder als Bürokauffrau in meiner alten Firma in Teilzeit und erhalte ein Bruttogehalt von 1.349,00 Euro (netto 1.065,00).

Unterhalt für die beiden Kinder aus 1. Ehe bekomme ich nicht, da der Kindesvater nicht zahlungsfähig ist.

Mit meinem Mann habe ich einen Unterhalt für unser gemeinsames Kind in Höhe von 300,00 Euro monatlich vereinbart.

Die Büroarbeit für meinen Mann würde ich weiterhin übernehmen, da er in diesem Bereich sehr auf mich angewiesen ist.
Für diese Tätigkeit habe ich bisher 300,00 Euro (geringfügige Beschäftigung) erhalten. Dies würde mein Mann auch weiterhin zahlen.
Allerdings bin ich nicht sicher, ob ich es psychisch schaffe, die Büroarbeit für meinen Mann auszuüben, da dies auch vermehrt Kontakt bedeutet, was mir im Moment doch sehr schwer fällt.
Ich habe angekündigt, dass ich es versuchen werde.

Mein Mann verdient nicht schlecht, allerdings müsste dies durch den Steuerberater erst berechnet werden, da er 2006 einen guten Umsatz hatte, die Bilanzen aber noch nicht erstellt wurden.
Auch für 2007 ist ein guter Umsatz zu erwarten.

Steht mir als Ehefrau trotz meines eigenen Einkommens Ehegattenunterhalt zu?
Immerhin ist es mir nicht möglich eine Vollzeitstelle zu übernehmen, da mein kleiner Sohn erst 3 Jahre alt wird (er geht seit seinem 2. Lebensjahr in eine Kindertagesstätte).

Benötigen wir für die Scheidung (wir würden die Scheidung in Deutschland einreichen, haben allerdings nach Bosnischem Recht geheiratet) einen Anwalt? Mein Mann betont immer, er bräuche keinen Anwalt, allerdings bin ich mir doch sicher, dass es ohne nicht möglich ist!?

Ist es empfehlenswert, die Immobilien zu vermieten oder wäre ein Verkauf doch sinnvoller (es geht uns darum, dass die Kinder später etwas davon haben)?

Für eine Antwort bin ich dankbar!
Freundliche Grüße

Frau Z.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.


Gegenüber dem minderjährigen Kind besteht grundsätzlich eine erhöhte Unterhaltspflicht. Durch die Betreuung steuern Sie Ihren Teil bereits bei.
Die Eheleute haben sich bei nicht nur vorübergehender Trennung Unterhalt zu gewähren. Der Trennungsunterhalt beruht auf dem Gedanken ehelicher Solidarität. An in sind nicht zu hohe Anforderungen zu stellen, da eine Rückkehr in die Ehe ermöglicht werden soll. Er ist von dem nachehelichen Unterhalt (nach Scheidung) zu unterscheiden.

Die Höhe des Unterhaltes richtet sich nach der Bedürftigkeit und nach den prägenden ehelichen Lebensverhältnissen (Einkommen beider Ehegatten, Lebensstil, etc.).
Da Sie bereits über Einkommen verfügen, stellt sich natürlich die Frage der Höhe eines etwaigen Unterhaltsanspruches. Diese kann allerdings nur in Kenntnis beider bereinigter Einkommen ermittelt werden. Zweckmäßigerweise sollten Sie hierzu einen familienrechtlich orientierten Kollegen/in vor Ort aufsuchen. Die Unterhaltsermittlung ist eine aufwändige Berechnung, für die eine Vielzahl an Daten erforderlich ist (Einkommensrelevant, Schulden, etc.). Zu einem solchen Termin nehmen Sie nach Möglichkeit alle Daten die Sie sammeln konnten mit.

Grundsätzlich besteht in Ehesachen Anwaltszwang. Hierzu zählt auch die Scheidung. Der Antragsgegner (Beklagte) muss nicht unbedingt einen RA bestellen. Jedoch kann er dann auch keine wirksamen Prozesshandlungen vornehmen. Die Gegenseite benötigt nur einen Anwalt wenn sie einen eigenen Scheidungsantrag, Anträge zum Versorgungsausgleich, zum Sorgerecht, zum Umgangsrecht, zum Unterhalt oder zum Zugewinnausgleich stellen will.
Ein Anwalt kann nicht für beide Seiten (Antragsteller und Antragsgegner) zum Prozessbevollmächtigten bestellt werden.
Wenn Sie Kosten sparen wollen, dann sollten Sie die vermögensrechtliche Seite außergerichtlich klären.
Sind Sie sich über die Scheidungsfolgen (Unterhalt, Sorgerecht, Haurat, Wohnung) einig, so sollten Sie hier einen notariellen Vertrag anstreben.
Im Übrigen wendet das Familiengericht dasjenige Recht an, dass einschlägig ist (also auch ausländisches).

Wie Sie nun mit der Immobilie verfahren wollen bleibt Ihnen und Ihrem Ehemann überlassen. Sofern Sie nach wie vor gut miteinander auskommen, können Sie sich doch in Ruhe und gemeinsam überlegen welcher Weg den für beide Seiten (und die Kinder) am besten ist.

Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60163 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Toll. vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Meine Frage wurde ausreichend beantwortet, jedoch finde ich es nicht besonders hilfreich wenn man nur auf Paragraphen verweist, die zur Anwendung kommen, ohne deren Inhalt bzw. deren Auswirkung zu nennen. In meinem Fall hätte ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank an RA Fork! Kurz und präzise auf den Punkt, zügige Rückmeldung - jederzeit gerne wieder! ...
FRAGESTELLER