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Anspruch auf Elterngeld bei Umzug vom EU-Ausland nach Deutschland

| 06.01.2018 22:30 |
Preis: 38,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling


Zusammenfassung: Fragen zum Elterngeld im Zusammenhang mit Rückkehr aus dem Ausland

Sehr geehrter Herr Anwalt,

ich lebe mit meinem Mann und zwei Kindern in England und ich habe noch einen Zweitwohnsitz bei meinen Eltern in Deutschland. Unser drittes Kind ist unterwegs und wir überlegen, von England nach Deutschland umzuziehen.

Mein Mann (Engländer) arbeitet derzeit Vollzeit bei einer englischen Firma. Vor Umzug nach Deutschland (kurz vor Geburt des Kindes) würde er dann bei seiner Firma kündigen. Ich (Deutsche) bin seit einigen Jahren freiberuflich in England tätig (Teilzeit) und zahle meine Steuern in England und wir sind in England gesetzlich krankenversichert.

1. Kann mein Mann, wenn wir in Deutschland wohnen und nach Geburt des Kindes Elterngeld erhalten und wird dabei sein Gehalt in England als Ermessungsgrundlage herangezogen?
2. Welche Fristen müssen wir dabei beachten: muss er bis unmittelbar vor der Geburt angestellt sein?
2. Ich selbst plane meine selbständige Tätigkeit wieder teilweise sobald wie möglich aufzunehmen (noch während der ersten 12 Monate nach der Geburt aber nicht mehr als 15-20 Stunden/Woche) - würde mein Verdienst auf das Elterngeld angerechnet, wenn mein Partner die komplette Elternzeit nimmt?
3. Spielt es beim Elterngeld eine Rolle in welchem Land das Kind geboren wird?
4. Bezüglich Krankenversicherung - Mein derzeitiger Kenntnisstand: Selbst gesetzlich die ganze Familie versichern lassen und den Beitrag während Elternzeit selbst zahlen. Richtig, oder gibt es noch andere Möglichkeiten?

Vielen Dank im voraus.

Mit freundlichem Gruß

P.s. ich habe einen ähnlichen Fall im Forum aus dem Jahr 2009 gefunden, vielleicht ist die Lage inzwischen anders: https://www.frag-einen-anwalt.de/Elterngeld-und-Krankenversicherung-nach-Rueckkehr-aus-dem-Ausland--f71939.html

Einsatz editiert am 08.01.2018 10:16:01
Eingrenzung vom Fragesteller
09.01.2018 | 15:02

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Kann mein Mann, wenn wir in Deutschland wohnen und nach Geburt des Kindes Elterngeld erhalten und wird dabei sein Gehalt in England als Ermessungsgrundlage herangezogen?

Ja, denn maßgeblich ist der Wohnsitz gemäß § 1 BEEG.

Ja, als Grundlage wird das Gehalt aus England unter Beachtung der Regelungen des BEEG herangezogen, solange Großbritannien noch zum europäischen Wirtschaftsraum gehört.


2. Welche Fristen müssen wir dabei beachten: muss er bis unmittelbar vor der Geburt angestellt sein?

Nach § 7BEEG wird max. 3 Monate rückwirkend ab Antragstellung Elterngeld gezahlt, dies müssten Sie bei der Beantragung beachten

Nein, er muss nicht bis unmittelbar vor der Geburt angestellt sein, dies führt jedoch gegebenenfalls zur Minderung des Elterngeldes, da das Elterngeld aus dem Einkommen der letzten zwölf Monate berechnet wird und kein Einkommen oder ein geringeres Einkommen in einem gewissen Zeitraum bringt ein geringeres Durchschnittseinkommen der letzten zwölf Monate.

3. Ich selbst plane meine selbständige Tätigkeit wieder teilweise sobald wie möglich aufzunehmen (noch während der ersten 12 Monate nach der Geburt aber nicht mehr als 15-20 Stunden/Woche) - würde mein Verdienst auf das Elterngeld angerechnet, wenn mein Partner die komplette Elternzeit nimmt?

Nein, da ihr Mann das Elterngeld kommt, findet ihr Einkommen keine Beachtung.

4. Spielt es beim Elterngeld eine Rolle in welchem Land das Kind geboren wird?

Nein, entscheidend ist der Wohnsitz bei Bezug von Elterngeld nach dem BEEG.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.





Mit vorzüglicher Hochachtung


Simone Sperling
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Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familien- und Erbrecht
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Betriebswirt (HWK)





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Simone Sperling
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