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Zwangsversteigerung durch Erbengemeinschaft


| 31.01.2007 11:53 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Sehr geehrte Damen und Herren !

Ich bin alleinerziehend und lebe mit meinen beiden Kindern von Unterhalt, Wohngeld und Kindergeld in einer Mietwohnung. Vor einiger Zeit ist meine Mutter verstorben und hinterließ ihren Erben ( mein Vater, meine Schwester und ich ) ein kleines Barvermögen, was inzwischen aufgeteilt wurde und ein kleines Reihenhaus mit Garten, wo nur meine Mutter als Eigentümerin im Grundbuch stand. Sie hinterließ kein Testament. Mein Vater und meine Schwester übergaben, nach dem Tod meiner Mutter, meinem Cousin eine Vollmacht für sie alle Erbangelegenheiten, incl. Hausverkauf, zu regeln. Ich wurde darüber erst später informiert, wie ich über alles ( Beerdigung, usw.) immer irgendwie vor vollendetet Tatsachen gestellt wurde. Ich übergab meinem Cousin keine Vollmacht, da ich alleine über meine Rechte verfügen möchte und zu der ganzen Sache irgenwie sowieso kein Vertrauen habe. Mein Vater ist ein Pflegefall und lebt nun seit einigen Wochen bei meiner Schwester und ihrer Familie. Seit dem steht das Haus, bis auf so diverse Möbelteile, leer. Nun haben sie mir angeboten, das Haus, abzüglich meines von ihnen selber ( Hauswert, mein 1/4 Anteil ) geschätzten Erbteiles zu erwerben. Da ich ja nicht berufstätig bin, bekomme ich ja leider von den Banken keinen Kredit. Nun habe ich ihnen angeboten, das ich das Haus von ihnen miete, mir Arbeit suche und dann das Haus erwerbe, u.a. auch, das es bewohnt wird und nicht leer steht. Wobei die Miete nichts mit dem Kaufbetrag zu tun haben soll. Das wurde abgelehnt, denn man könnte bei einer Erbengeminschaft, eine Immobilie nicht an einen Teilnehmer vorrübergehend vermieten. Sowas würde es nirgends geben. Lieber steht das Haus leer. Nun soll das Haus verkauft werden an meinen Schwager, ich soll ausgezahlt werden und das Haus wird dann bestimmt weiter verkauft, denn vermieten wollen sie es nicht, man wüßte ja nie wer da einzieht. Zwar haben sie den Verkauf abgestritten, aber sich auch nicht so richtig geäußert was damit passieren soll. Da es mein Recht ist, habe ich gegen diesen Verkauf gestimmt. Dann hieß es, ja dann wird es eben zwangsversteigert und auf mich würden hohe Kosten zukommen ( Anwalt, Gericht, Abschätzung des Hauswertes usw.). Ich habe das Gefühl, das sie alles irgendwie überstürzen abschließen wollen, denn irgendwelche Terminvorgaben meinerseits, dauern ihnen immer zu lange. Nun meine Fragen.

1. Muß ich der Zwangsversteigerung zustimmen, wenn ich sie gar
nicht möchte, oder kann ich dagegen stimmen ?

2. Muß ich mich an den Kosten der Zangsversteigerung
beteiligen, oder kann mein Cousin auch in meinem Namen die
Zwangsversteigerung beantragen, obwohl ich ihm einen
eventuellen Antrag nicht unterschreiben werde, da ich es ja
nicht möchte ?

Vielen Dank im Voraus.

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Sehr geehrte Ratsuchende,


Leider gibt es Ihren Angaben zufolge keine rechtliche Möglichkeit für Sie, die Zwangsversteigerung, bzw. Teilungsversteigerung zur Aufhebung der Gemeinschaft zu verhindern, außer Sie stimmen einem freihändigen Verkauf zu.

1.
Grundsätzlich kann nämlich jeder Miterbe jederzeit die Auflösung der Erbengemeinschaft verlangen, § 2042 Abs. 1 BGB. Die Voraussetzungen für einen Aufschub oder einen Ausschluss der Erbauseinandersetzung nach § 2043, § 2044 oder § 2045 BGB sehe ich hier nicht als erfüllt an.

Dies bedeutet, dass es auf eine Zustimmung Ihrerseits hier gar nicht ankommt.

Wenn sich die Miterben nicht auf einen freihändigen Verkauf oder eine sonstige Vereinbarung zur Teilung des Nachlasses verständigen können, bleibt gemäß § 753 Abs. 1 Satz 1 BGB nur noch die Zwangsversteigerung sowie die Teilung des Erlöses.

2.
Die Kosten der Zwangsversteigerung fallen gemäß § 748 BGB den Miterben gemeinschaftlich nach dem Verhältnis Ihrer Erbanteile zur Last.

Es ist daher zu erwägen, ob Sie nicht doch einem freihändigen Verkauf zustimmen. Denn eine Zwangsversteigerung ist nicht nur mit Kosten verbunden, sondern führt in der Regel auch dazu, dass die Immobilie weit unter Wert veräußert wird.


Ich bedaure, Ihnen keine für Sie günstigere Mitteilung geben zu können, hoffe aber, Ihnen zumindest Klarheit über die rechtliche Situation verschafft zu haben.

Gerne können Sie bei Bedarf hier noch Rückfragen stellen.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.02.2007 | 10:36

Danke erst mal für Ihre Auskunft. Ist ein eine Zwangsversteigerung den das gleiche wie eine Teilungsversteigerung ? Ich habe aber gelesen, das bei einer Teilungsversteigerung derjenige der Erbengemeinschaft, der den Antrag stellt, für die anfallenden Kosten aufkommt. Und wie lange dauert dann soetwas überhaupt ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.02.2007 | 12:56

Sehr geehrte Ratsuchende,

die Teilungsversteigerung ist eine besondere Form der Zwangsversteigerung, die der Aufhebung einer Gemeinschaft dient, § 180 ZVG. Es gelten die allgemeinen Vorschriften über die Zwangsversteigerung, soweit nicht in den §§ 181 bis 185 ZVG etwas Abweichendes vorgeschrieben ist, insbesondere ist hier kein vollstreckbarer Titel für die Anordnung der Versteigerung erforderlich. Außerdem kann auch jeder Teilhaber selbst das Grundstück ersteigern.
Die Kosten der Zwangsversteigerung fallen dem antragstellenden Miterben nur dann alleine zur Last, wenn dem Antrag bereits ein erfolgloser Versuch des Verkaufs oder der Versteigerung vorangegangen ist und der wiederholte Versuch misslingt, § 753 Abs. 2 HS. 2 BGB.

Die Dauer des Verfahrens hängt von vielen Faktoren ab. Sie werden mit mindestens vier Monaten rechnen müssen, aber auch nur, wenn alles glatt läuft, insbesondere keine Rechtsbehelfe eingelegt werden, z.B. gegen die Festsetzung des Verkehrswerts.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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