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Frage zu Erbe: Erbengemeinschaft / Einer soll Haus erben / Wert des Hauses fest

10.06.2013 17:11 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Folgender Sachverhalt:

Es gibt fünf Geschwister. Alle wurden im Testament als Erben eingesetzt.
Eines davon (im folgenden Nr.1 genannt) wurde mit Tod des letztüberlebenden Elternteils mit Datum des Todestages alleinige Besitzerin des Elternhauses.

Im Testament von 1995 wurde der Wert des Hauses mit 150000 DM angesetzt ohne Wertanpassung.

Laut Testament hat „Nr.1" vier Monate nach dem Todestag des Letztüberlebenden 75.000 € an die Erben auszuzahlen. Weiterhin ist im Testament noch festgelegt das bei Ausschlagung des Vermächtnis durch „Nr.1" deren leibliche Kinder an deren Stelle treten.

Frage1: im Falle das „Nr. 1" das Vermächtnis annimmt, muß dann die Herauszahlung in Höhe von 75.000€ durch fünf oder nur durch die vier andern Erben geteilt werden?

Frage2: im Falle das „Nr.1" das Vermächtnis ausschlägt ist sie dann berechtigt 1/5 der 75.000€ zu kassieren? Und ist sie dann noch erbberechtigt in Bezug auf die andern Vermögenswerte?

Frage 3: Der festgesetzte Wert des Hauses (siehe oben) liegt wesentlich unter dem heutigen Marktwert . Gibt es da ein realistische Möglichkeit dagegen vorzugehen? Wenn ja welche Ansätze könnte es geben?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst weise ich darauf hin, dass ohne Kenntnis des genauen Wortlauts des Testaments und der genauen Umstände Ihre Fragen nur entsprechend Ihrer Darstellung beantwortet werden können. Ich gehe bei der Beantwortung davon aus, dass Nr.1 das Haus im Rahmen eines Vermächtnisses erhalten soll und nicht Erbe des Hauses geworden ist.

1.
Der Wortlaut ist, so es sich in Ihrer Schilderung um ein Zitat handelt, nicht eindeutig.

Ist ein Testament unklar formuliert oder bietet es Anlass zu Zweifeln, was der Erblasser gewollt hat oder entstehen durch neue oder vom Erblasser nicht beachtete rechtliche oder tatsächliche Konstellationen planwidrige Lücken im Testament, ist das Testament auszulegen.

Dazu wird das vorhandene Testament danach beurteilt, was der Erblasser tatsächliche wollte. Dazu können auch über das Testament hinaus gehende Willensbekundungen des Erblassers oder auch frühere Testamente herangezogen werden.

Ist eine Auslegung damit nicht möglich, da der tatsächliche Wille dadurch nicht festgestellt werden kann, ist der mutmaßliche Wille zu erforschen. Dieser muss sich wenigstens andeutungsweise aus dem Testament ergeben.

Ist auch dies, z. Bsp. durch eine planwidrige Lücken im Testament, nicht möglich, muss der hypothetische Wille des Erblassers festgestellt werden. Dabei muss die Frage beantwortet werden: Welchen Inhalt hätte das Testament, das der Erblasser zum Zeitpunkt der Abfassung des ursprünglichen Testaments angefertigt hätte, wenn er Kenntnis von den rechtlichen oder tatsächlichen Umständen gehabt hätte.

Allein aus den kurzen Zitaten aus den Testamenten kann keine detaillierte Auslegung der Testamente erfolgen, dies ist nur bei Vorlage der gesamten Testamente, etwaiger früherer Testamente und Kenntnis etwaiger besonderer Umstände die den Willen des Erblassers erkennen lassen, möglich.

In Ihrem Falle würde ich dazu neigen, das Testament so auszulegen, dass Nr. 1 die 75.000 auf die vier Miterben verteilt werden muss; also 18.750 je Miterbe. Dies würde ich von dem Wort "auszahlen" ableiten, da eine Auszahlung immer einem Dritten gegenüber zu erfolgen hat. Sich selbst kann man nichts aus seinem Vermögen auszahlen.

2.
Schlägt Nr.1 das Vermächtnis aus, treten dessen Kinder an sein Stelle. Diese haben nun an die Erben die 75.000 auszuzahlen. Da die Ausschlagung des Vermächtnisses grundsätzlich keinen Einfluss auf die Erbeneigenschaft von Nr.1 hat, muss hier wieder das Testament ausgelegt werden.

Nach Ihrer Schilderung besteht jedoch kein Zusammenhang zwischen Annahme des Vermächtnisses und Auszahlung der 75.000 an die Erben.

Sollte ein solcher Zusammenhang bestehen gilt folgendes:
Dem Wortlaut nach sind nun an die 5 Erben zu gleichen Teilen die 75.000 auszuzahlen.

Dem Zweck des Testamantes nach sind jedoch die 4 Erben dafür zu entschädigen, dass Nr. 1 das Haus erhält bzw. erhalten kann, wenn er das Vermächtnis nicht ausschlägt. Da Nr. 1 das Vermächtnis ausgeschlagen hat, ist dieser nicht zu entschädigen, da er den "Verlust" des Hauses selbst herbeigeführt hat.

3.
Der Wert des Vermächtnisses richtet sich nach dem Verkehrswert im Erbfall und nicht danach, was der Erblasser für einen Wert angegeben hat. Nach Ihrer Schilderung stellt sich die Frage in Ihrem Falle allerdings nicht, da der Erblasser neben dem Vermächtnis feste Summen für die Erben zur Auszahlung angegeben hat.

Ich rate Ihnen das Testament einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl zur Prüfung vorzulegen. Dieser kann dann auch anhand des genauen Wortlautes das Testament eher auslegen.

Gerne steht Ihnen unsere Kanzlei dazu zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet wird. Auch eine größere örtliche Entfernung steht einer Mandatsübernahme nicht im Wege, da die Kommunikation auch gut über Telefon, EMail, Post und Fax erfolgen kann.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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