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Wie hoch ist der Unterhalt in der Schweiz - habe ich eine Chance auf das Sorgerecht?


09.01.2006 09:07 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren

Ich habe im 2003 in Tschechien geheiratet. Nun leben wir beide in der Schweiz und habe ein 1 Jahr altes Kind. Meine Frau will mich verlassen/abhauen und nach Tschechien zurückkehren.

Folgende Fragen:
- Wieviel Unterhalt muss ich bei einem Brutto Einkommen von ca. 100´000 CHF bezahlen? Kind/Ehefrau
- Habe ich eine Chance auf das Sorgenrecht? Frau haut ab und hat depressionen?
- Welches Geld würde Sie bei einer Scheidung erhalten? Wir haben keinen Ehevertrag.
- Kann die Ehe aufgelöst werden? 1 Jahr Trennung?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

unterstellt, dass für Sie als deutscher Anghöriger deutsches Recht Anwendung findet ( Heimatrecht) beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Bei einem Einkommen von umgerechnet 64.900,00 EUR, ich gehe dabei von einem Jahreseinkommen aus, ergibt sich ein monatliches Einkommen von 5.408,00 EUR. Abzüglich berufsbedingter Aufwendungen verbleiben im Wege des Pauschalabzuges von 150,00 EUR 5.258,00 EUR. Ich muss zunächst von diesem Betrag ausgehen, der sich aber noch wegen des Abzuges ehebedingter Schulden und Vorsorgeaufwendungen verringern könnte.

Bei diesem Einkommen haben Sie für das Kind mindestens 398,00 EUR zu zahlen. Nach deutschem Recht bestimmt sich der Betrag nach der Düsseldorfer Tabelle. Sie befinden sich in einer Einkommensgruppe, in der der Unterhalt nach dem Einzelfall festzusetzen ist. Der Mindestbetrag der letzten Einkommensstufe beträgt die genannten 398,00 EUR. Der tatsächlich zu zahlende Kindesunterhalt wird aber voraussichtlich höher sein.

Für die Berechnung des Unterhaltes Ihrer Frau verbleiben danach 4860,00 EUR. Hiervon ist der Erwerbstätigkeitsbonus abzuziehen. es verbleibt dann ein Betrag in HÖhe von 4166,00 EUR, wovon Ihrer Frau die Hälfte mithin, 2.083,00 EUR zustehen könnte.

Ich möchte anmerken, dass die Berechnung nur sehr grob sein kann, da hier nicht überprüft werden kann, ob das von Ihnen angegebene Einkommen auch das unterhaltsrechtlich relevante ist, oder ob noch weitere Abzüge vorgenommen werden können.

Sie sollten nach deutschem Recht das Sorgerecht beantragen, mit der Begründung, dass das Kindeswohl erheblich und nachhaltig gefährdet ist, wenn sich das Kind weiter bei der Mutter aufhält. Sie sollten in diesem Antrag auch gleich deutlich machen, dass auch Sie eine große Bindung zu dem Kind haben und auch dessen Versorgung bei Ihnen sicher gestellt ist, wenn Sie Ihrer Berufstätigkeit nchgehen.

Nach der Ehescheidung käme der Zugewinnausgleich in Betracht. Ihre Frau würde dann einen hälftigen Ausgleich der während der Ehe erworbenen Vermögenswerte erhalten. Die Berechnung erfolgt dergestalt, dass zunächst festgestellt wird, was beide Ehegatten zum Zeitpunkt der Eheschließung hatten und welche zum Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrages an die Gegenseite vorhanden ware, das sogannnte Anfangsvermögen und Endvermögen. Es wird dann berechnet in welcher Höhe das Endvermögen das Anfangsvermögen übersteigt. Das ist dann der Zugewinn eines jeden Ehegatten. Die Differenz beider Beträge ist zu berechnen und der, der einen höheren Zugewinn aufweist, hat dem anderen die Hälfte vom Differenzbetrag auszugleichen.

Die Ehe kann vor Ablauf des Trennungsjahres geschieden werden, wenn Sie Gründe für eine Härtescheidung darlegen können. Dieses müssen so gravierende sein, dass es Ihnen nicht mhr zugemutet werden kann, auch nur einen Tag länger mit der Frau verheiratet zu sein.

Sollte einer von Ihnen schweizerischer Staatsbürger sein, gilt dann schweizerisches recht. Das müsste dann in einer Nachfrage geklärt werden. Sollten beide tschechische Staatsangehörige sein, käme Tschechisches Recht in Betracht. Auch das sollte dann mit der Nachfrage geklärt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 09.01.2006 | 10:52

Sehr geehrte Frau Sylvia True-Bohle

Sollte einer von Ihnen schweizerischer Staatsbürger sein, gilt dann schweizerisches recht. --> Ja ich bin Schweizer Sie ist Tschechin.

Verfällt der Anspruch der Frau, falls Sie einfach abhaut?

Da Sie danach in der Tscheichei wohnen würde wäre ihr Anspruch nicht kleiner?

Danke und freundliche Grüsse

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.01.2006 | 11:38

Danke für Ihre Nachfrage, die nun zur Klarstellung beigetragen hat.

Demzufolge ist schweizerisches Recht anzuwenden.

Hinsichtlich des Unterhaltes ist für den nachehelichen Unterhalt ART. 125 ZGB anzuwenden. Danach besteht grundsätzlich ein Unterhaltsanspruch Ihrer Frau. Dieser kann aber nach Abs. 3 versagt oder gekürzt werden, wenn er offensichtlich unbillig wäre.

Dieses kommt unter anderem dann in Betracht, wenn die Bedürftigkeit mutwillig herbeigeführt worden ist. Die Mutwilligkeit ist als eine Ausnahmebestimmung anzusehen. Demnach kann nur vorsätzliches und grobfahrlässiges Verhalten in Betracht kommen.

Es muss daher genau geprüft werden, warum Ihre Frau "einfach abgehauen" ist: Hat sie Sie von heute auf morgen ohne Angaben von Gründen verlassen und gab es vorher keine Auseinandersetzungen, kann schon einem vorsätzlichen Verhalten, zumindest aber von grober Fahrlässigkeit gesprochen werden.

Nicht unberücksichtigt bleiben kann aber Ihr Hinweis, dass die Frau unter Depressionen leidet.

Die Gründe und die Art und Weise wie Ihre Frau sie verlassen hat, sind daher genau zu klären, da diese "Krankheit" dann wiederum einen Einfluss auf das böswillige Verlassen haben kann.

Die Höhe eine Unterhaltsanspruches kann hier nicht berechnet werden, da dieser nach dem Familienrecht der Schweiz von vielen Faktoren abhängig ist.

Art. 125 ZGB nennt diese Kiterien.

Neben den finanziellen Verhältnissen spielen das Vermögen, die Aufgabenteilung während der Ehe, die Dauer der Ehe, die Lebenstellung während der Ehe , das Alter und die Gesundheit berufliche Ausbildung etc. eine Rolle.

Die Berechnung sollten Sie durch einen Kollegen vor Ort vornehmen lassen.

Da das Gesetz von der Eigenversorgung ausgeht, wird natürlich auch eine Rolle spielen, wie die wirtschaftlichen Bedürfnisse Ihrer Frau in Tschechien sind. Das kann natürlich zu einer Unterhaltsreduzierung führen.

Hinsichtlich des Sorgerechtes müssen Sie, wenn Sie das Kind bei sich haben wollen, dieses benantragen. Die elterliche Sorge wird immer einem Elternteil zugewiesen. Das Kindeswohl steht aber hierbei im Vordergrund.

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben.

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