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Wie hoch ist der Erbanspruch?

02.10.2008 12:57 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Folgender Sachverhalt/Frage!

Mein Opa ist seit 4 Monaten Witwer. Er hat nur einen Sohn, dieser hat sich die Jahre nie um seine Eltern gekümmert und mein Opa hat ihn testamentarisch enterbt. Ich wurde, mit meiner Tochter, als Alleinerbin eingesetzt. Mein Vater hat das nun mitbekommen und drängt mich auf meinen Opa einzuwirken das Testament zu ändern.
Mein Vater behauptet, dass, wenn Opa das Testament nicht ändern würde, so hätte er einen Anspruch auf 100 % des Erbes.

Meine Fragen:

1)Wie hoch wäre sein Erbanteil, wenn er nicht enterbt wäre und meine Tochter (minderjährig) und ich auch als Erben eingesetzt sind.


2) Da er zur Zeit enterbt ist, hat er nur Anspruch auf einen Pflichtteil, das sind 25 % , nur wovon, von seinem nornmalen Erbanteil? Siehe Frage 1!

3) Kann er Schenkungen, mit Schenkungsurkunde, nach dem Tod von Opa zurückfordern? Gibt es eine Freigrenze dafür?

Um das Problem in Zahlen auszudrücken gehen wir mal von 10,000 Euro Bargeld aus und einer Immobilie, lastenfrei, von 120.000 €.

mit freundlichen Grüßen

J.B

Sehr geehrter Fragesteller,

1.
Wenn Ihr Großvater das aufgesetzte Testament widerruft und kein neues Testament anfertigt wird Ihr Vater, als gesetzlicher Erbe, Alleinerbe. Sie und Ihre Tochter sind in diesem Falle von der Erbfolge ausgeschlossen; § 1924 BGB.

Wenn Ihr Großvater das Testament dadurch widerruft, dass er ein neues anfertigt und Ihren Vater, Ihre Tochter und Sie als Erbe einsetzt kann Ihr Großvater bestimmen, wie groß der Erbanteil jedes einzelnen Erben sein soll.

2.
Wenn Ihr Großvater das Testament nicht widerruft und Ihr Vater von der Erbfolge ausgeschlossen bleibt, hat Ihr Vater Anspruch auf den Pflichtteil. Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils; § 2303 BGB. Der gesetzliche Erbteil Ihres Vaters wäre das gesamte Erbe. Demnach beträgt sein Pflichteilsanspruch 50%.

Setzt Ihr Großvater ein Testament auf, indem Ihr Vater Erbe wird aber weniger als 50% des Wertes des Nachlasses erhält, hat er Anspruch auf den Zusatzpflichtteil; 2305 BGB. Die Höhe berechnet sich aus der Differenz des Pflichtteilsanspruchs und dem Wert seines Erbanteils.

3.
Schenkungen des Erblassers kann der Erbe grundsätzlich nicht zurückfordern.
Hat der Erblasser einem Dritten eine Schenkung gemacht, so kann der Pflichtteilsberechtigte einen Pflichtteilsergänzungsanspruch gegen die Erben haben. Dabei wird der Wert der Schenkung dem Nachlass hinzugerechnet und daraus der Pflichtteilsanspruch berechnet. Die Schenkung bleibt unberücksichtigt, wenn zur Zeit des Erbfalls zehn Jahre seit der Leistung des verschenkten Gegenstands verstrichen sind; § 2325 BGB.
Freigrenzen hinsichtlich der Schenkungen gibt es nicht.

4.
Der Erblasser kann einem Abkömmling den Pflichtteil nach § 2333 BGB entziehen:
1. wenn der Abkömmling dem Erblasser, dem Ehegatten oder einem anderen Abkömmling des Erblassers nach dem Leben trachtet,
2. wenn der Abkömmling sich einer vorsätzlichen körperlichen Misshandlung des Erblassers oder des Ehegatten des Erblassers schuldig macht, im Falle der Misshandlung des Ehegatten jedoch nur, wenn der Abkömmling von diesem abstammt,
3. wenn der Abkömmling sich eines Verbrechens oder eines schweren vorsätzlichen Vergehens gegen den Erblasser oder dessen Ehegatten schuldig macht,
4. wenn der Abkömmling die ihm dem Erblasser gegenüber gesetzlich obliegende Unterhaltspflicht böswillig verletzt,
5. wenn der Abkömmling einen ehrlosen oder unsittlichen Lebenswandel wider den Willen des Erblassers führt.

Ob dies bei Ihrem Vater vorliegt, kann von hier jedoch nicht beurteilt werden.

5.
Der Pflichtteilsanspruch ist nur ein Anspruch in Geld gegen den Erben. Der Pflichteilsberechtigte wird nicht Teil der Erbengemeinschaft.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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Nachfrage vom Fragesteller 02.10.2008 | 14:27

Sehr ausführlich und verständlich! Vielen Dank! Das bedeutet aber, dass mein Vater, wenn er im Testament ausgeschlossen bleibt, einen Pflichtanteil von immerhin 50% erhält, was ja nicht wenig ist, mithin also ein Ausschluss vom Erbe nicht möglich ist bzw. die prozentuale Reduzierung nur dann möglich ist, wenn er im Testament mit meiner Tochter und mir in Prozenten bedacht wird, also z.B. Ich 70 Prozent, meine Tochter 20 % und er dann den Rest, mithin 10 %. Ist etwas kurios! Ist das so? Habe ich das so richtig verstanden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.10.2008 | 14:51

Sehr geehrter Fragesteller,

richtig verstanden haben Sie, dass Ihr Vater, wenn er im Testament ausgeschlossen bleibt, einen Pflichtanteil von immerhin 50% erhält.

Falsch verstanden haben Sie, dass eine prozentuale Reduzierung durch bestimmen der Erbanteile möglich ist. Wie ich oben ausgeführt habe, hat Ihr Vater, wenn er als Erbe zu 10% eingesetzt wird einen Anspruch auf den Zusatzpflichtteil in Höhe von 40% des Nachlasses.

Vermeiden können Sie dieses indem Ihr Großvater Ihnen bereits jetzt einen Teil seines Vermögens überträgt. Nach Ablauf von 10 Jahren wird eine solche Schenkung nicht mehr Teil der Pflichtteilsansprüche. Für eine diesbezügliche ausführliche Beratung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

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