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06.03.2008 13:04 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


mein vater ist verstorben,zu dem ich keinen kontakt hatte;seitens der neuen ehefrau wurde ich darüber tel. informiert;daraufhin habe ich beim nachlassgericht die unterlagen angefordert;erbvertrag und eröffnung erbvertrag sind auf dem weg zu mir;
läuft jetzt alles automatisch? muß ich das erbe schriftlich annehmen,WENN ich es annehmen will? benötige ich einen erbschein? was muß ich jetzt tun?
VIELEN DANK !!!

Sehr geehrter Fragsteller,

unter Berücksichtigung der von Ihnen gegebenen Sachverhaltsangaben und des gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Der Erbschein ist eine gerichtliche Urkunde, die den Namen und die Anschrift der Erben und die Höhe der Erbquote ausweist.

Die Urkunde wird auf Antrag ausgestellt.
Den Antrag kann jeder Erbe, Testamentsvollstrecker oder ein Erbteilserwerber stellen, auch Gläubiger mit vollstreckbarem Titel oder Insolvenzverwalter.

Der Erbschein wird von einigen Behörden oder Banken, Versicherungen, etc. als Nachweis der Erbberechtigung angefordert und man sollte ihn beantragen.

Der Antrag muss bei einem Notar (weitere Kosten fallen an) oder dem Nachlassgericht gestellt werden.

Mitzubringen sind ein Ausweispapier sowie Personenstandsurkunden, also z. B. ein Familienstammbuch, woraus der Verwandtschaftsgrad zum Erblasser ersichtlich wird und das vorherige Ableben von gesetzlichen Erben oder sonstigen Angehörigen beziehungsweise das Testament/ der Erbvertrag aus dem die Erbberechtigung hervorgeht.

Jedes Testament oder wie In Ihrem Fall Erbvertrag, ob wirksam oder unwirksam, muss zur amtlichen Eröffnung an das Nachlassgericht abgeliefert werden. Das haben Sie ja nach Ihren Angaben bereits gemacht.

Die Annahme der Erbschaft kann auf drei verschiedenen Wegen erfolgen:

1) durch Erklärung des Erben:

Die Annahmeerklärung ist eine mündliche oder schriftliche Äußerung des Erben, in der er seine Absicht kundtut, den Nachlass bzw. den Erbteil endgültig zu behalten. Das Gesetz schreibt für die Annahmeerklärung weder eine bestimmte Form noch einen bestimmten Adressaten vor. Man sollte die Erklärung aber gegenüber einem Nachlassbeteiligten abgeben, damit sie bindend ist.

Als solche kommen vor allem Miterben, Nachlassgläubiger, Nachlasspfleger, Nachlassverwalter, Testamentsvollstrecker, aber auch das Nachlassgericht in Betracht. Das Nachlassgericht ist aus Beweiszwecken wohl die beste Möglichkeit. Sie können das schriftlich oder zur Protokoll bei Gericht erklären.


2) durch schlüssiges Annahmeverhalten:

Die Annahme durch schlüssiges Verhalten (pro herede gestio) setzt eine nach außen erkennbare Handlung des Erben voraus, aus der unter Berücksichtigung der Umstände der Schluss zu ziehen ist, der Erbe habe sich zur endgültigen Übernahme des Nachlasses entschlossen.

3) durch Ablauf der Ausschlagungsfrist

Wer nämlich kein Erbe sein will muss die Erbschaft ausschlagen, was in der Regel binnen 6 Wochen ab Kenntnis vom Erbfall erledigt werden muss.

Sie sollten prüfen, ob das Erbe auch nicht mit Schulden überlastet ist.

Wenn Sie nicht binnen der 6 Wochenfrist ausschlagen gilt das Erbe gemäß § 1943 BGB als angenommen!!!

Das ist der einfachste Weg ein Erbe anzunehmen, da Sie hierfür nichts tun müssen außer die Frist abzuwarten.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben. Eine abschließende Beratung kann im Rahmen dieses Forums nicht praktiziert werden, weil diese die Kenntnis des vollständigen Sachverhalts erfordert. Hier konnte ich mich nur auf Ihre Schilderungen stützen und somit nur eine erste Einschätzung der Lage abgeben. Eine persönliche Beratung kann hierdurch nicht ersetzt werden. Durch das hinzufügen oder Weglassen relevanter Tatsachen kann sich die Beurteilung des Falles maßgeblich ändern.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Im Falle der Beauftragung eines Rechtsanwalts ist zu beachten, dass weitere Kosten anfallen.

Mit freundlichen Grüßen



Christina Knur-Schmitt
- Rechtsanwältin -

Rückfrage vom Fragesteller 06.03.2008 | 15:07

vielen lieben dank für die schnelle antwort; ihren angaben zum erbschein entnehme ich,daß ich solch einen nicht benötige,da ich nicht wüßte wofür? -ansprüche von banken,versicherungen etc. bestünden nur für die ehefrau würde ich denken.

verstehe ich das richtig,daß nach ablauf der 6 wöchigen frist das erbe -vorausgesetzt es handelt sich um guthaben- automatisch ausbezahlt würde und wenn ja von wem? wer überprüft eigentlich die angaben im erbvertrag,d.h. die höhe des erbes?

nochmals danke im voraus
l.g.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 06.03.2008 | 17:14

Nein, das Erbe wird nicht automatisch ausgezahlt. Das Nachlassgericht hat ja keine Verfügungsgewalt über das Erbe.

Wenn mehrere Erben da sind, gibt es eine Erbengemeinschaft und da muss eine sogenannte Erbauseinandersetzung erfolgen.

Man kann als Miterbe die Auseinandersetzung jederzeit verlangen und auch durchsetzen.

Sie sollten in diesem Falle aber einen Anwalt vor Ort damit betreuen, der dann anhand der konkreten Umstände (wieviele Miterben, wie hoch sind die Erbteile, wer erbt was, wie hoch ist der Nachlass insgesamt, etc.) genau beraten kann. Das ist im Rahmen dieses Forums nur schwer möglich.

Hinsichtlich des Erbscheins erscheint es gerade bei mehreren Erben schon sinnvoll einen zu beantragen, um die Erbquoten genau festzuhalten und damit die Rechtslage zwischen den Erben genau zu klären.

Eine Überprüfung der Höhe des Erbes wird im Grunde nicht vorgenommen. Der Erblasser kann grundsätzlich über sein Vermögen verfügen. Wenn der Erbvertrag wirksam (nicht durch Rücktritt oder ähnliches unwirksam) ist, wird der Erbteil im Erbschein erst mal so übernommen. Eventuell bestehende Pflichtteilansprüche anderer, die durch den Erbvertrag vom Erbe ausgeschlossen sind, etc., müssten geltend gemacht werden und können dann gegen die Erben geltend gemacht werden.

Die Bewertung/Höhe des Nachlasses wird anhand von Fragebögen durch das Gericht meist abgefragt.

Mit freundlichen Grüßen

C. Knur-Schmitt
Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 06.03.2008 | 14:48

Hinsichtlich etwaiger Schulden des Verstorbenen ist noch anzumerken, dass man als Erbe dafür haftet. Es gibt zwar Beschränkungmöglichkeiten hinsichtlich der Haftung (die im Einzallfall vor Ort geprüft werden müssten), aber grundsätzlich haftet man. Deswegen sollte man genau prüen, ob man das Erbe ausschlägt oder annimmt.

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