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Unterhalt und Mehrbedarf

| 23.01.2019 18:34 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Hallo,
ich bin eine alleinerziehende Mutter von einem 5-jährigen Kind. Ein weiteres Kind (9 Jahre) aus vorherigen Beziehung lebt seit einigen Monaten in noch andauerndem Sorgerechtsstreit beim Vater. Wir waren nicht verheiratet. Nun will der Vater Unterhalt, was an sich OK ist.
Durchschnittliche Einkommen Netto (von Gehaltsnachweisen) der letzten 12 Monate lag bei 3049,08 EUR, Steuerrückzahlung 3593 EUR.

Ich habe einen Jobticket vom Arbeitgeber, aber muss das Auto benutzen, denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln bin ich so lange unterwegs, dass ich keinen Vollzeitjob zwischen den Kita Öffnungszeiten packen könnte? Wird mir trotzdem mein Jobticket als Einkommensvorteil angerechnet?

Ich verdiene zwar recht gut, aber ich habe auch hohe Fixkosten, die ich alleine tragen muss und aus den Verträgen kann ich auch nicht raus. Wie die Finanzierungskredit für meine Wohnung, die Finanzierung für das Auto, die Studiengebühren, Kita Beitrag, Versicherungen.

Hinzu kommt noch die Aussage, dass ich, da ich für meine kleine Tochter, die bei mir Wohnt, keinen Unterhalt zahle, sondern erhalte, für meine ältere Tochter in die höhere Einkommensgruppe zugeordnet werde. Das kann doch nicht richtig sein.


Gefordert wird nun nach Gruppe 6 - 423 EUR (Kindergeld abgezogen). Ich hätte mich eher in die Gruppe 5 eingeordnet und frage mich, ob es eher eine Herabsetzung in Betracht kommt, weil ich noch für meine kleine sorgen muss? Hinzu kommen noch Mehrbedarfsforderungen, wie die Hälfte von Hortkosten und Fahrtkosten zur Schule.
Der Vater ist neu verheiratet. Beide haben ein sehr gutes Einkommen. Sie haben noch ein weiteres gemeinsam Kind im Haushalt. Sollten die Mehrkosten nicht nach Einkommen geteilt werden? Und falls ja, wie weit wird das Einkommen von seiner neuen Frau dazu gerechnet?

Ist hier überhaupt was zu erreichen und was würde so ein Gerichtsverfahren mir kosten? Bei der jetzigen Lage frage ich ernsthaft, ob es sich überhaupt noch lohnt arbeiten zu gehen, denn alles, was mir nach Fixkosten blieb, zahle ich nun an Kindsvater.

Vielen Dank im Voraus


23.01.2019 | 20:22

Antwort

von


(262)
Saalestraße 20
63667 Nidda
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Den Unterhalt den Sie für Ihre kleinere Tochter erhalten, ist kein Einkommen im Sinne des Unterhaltsrechts.

Insofern ist in Ihrem Fall von einem Nettoeinkommen von etwa 3.350€ auszugehen. Hiervon sind dann diverse Positionen abzuziehen - das Einkommen ist zu bereinigen. Andererseits sind andere Positionen auch wieder aufzurechnen (zum Beispiel Wohnvorteil oder Jobticket).

Das Jobticket ist (gewöhnlich) als Vorteil auf das Einkommen aufzuschlagen. Dies ist aber immer eine individuelle Frage. Wenn Sie das Ticket tatsächlich nicht sinnvoll einsetzen können, wäre es nicht zu berücksichtigen.

Kosten für Vermögensbildung (Abzahlung der Wohnung) sind nicht zu berücksichtigen, wohl aber die Zinslast.

Renten-, oder Pflegeversicherung sowie freiwillige Krankenversicherungen sind abzugsfähig.

Die Mehrbedarfskosten sind aufzuteilen, je nach Einkommen. Das Einkommen der neuen Ehefrau ist dabei (in der Regel) nicht zu berücksichtigen.

Obwohl es schwierig ist auf Grundlage der bisherigen Angaben eine Einschätzung abzugeben, halte ich es für realistisch Sie in Gruppe 5, eventuell sogar in Gruppe 4 der Düsseldorfer Tabelle einzustufen.

Ein Verfahren lohnt sich vor allen Dingen auf lange Sicht gerechnet. Jeden Monat 50 € weniger zu zahlen ist besonders attraktiv wenn man bedenkt, dass die Unterhaltspflicht eventuell noch über 15 Jahre andauert.
Angenommen Sie würden auf Zahlung eines höheren Unterhalts verklagt (ich gehe davon aus, dass derzeit kein Titel vorliegt) wäre der Streitwert entsprechend hoch (Unterhalt Mal 12). Also etwa 5.000€. Die Anwaltskosten im gerichtlichen Verfahren lägen dann bei 925,23€. Dennoch würde ich Ihnen raten einen Anwalt zu beauftragen. Sollten Ihnen diese Kosten zu hoch sein, lohnt es sich separat eine Unterhaltsberechnung vornehmen zu lassen. Viele Kollegen berechnen diese nur mit einer Pauschale (auch auf dieser Seite gibt es da zahlreiche Anbieter).

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten rechtlichen Überblick verschaffen. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 23.01.2019 | 20:33

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Eine sehr ausführliche und verständliche Erläuterung. Danke!


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