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Unterhalt und Einkommen

13.07.2006 09:41 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Hallo,
mein Mann und ich besitzen eine ETW, die einen ca. Wert hat von 150.000 €.
Da ich Vermögen vor der Ehe hatte und das in die ETW investiert habe,gilt es noch, ca. 70.000 € zu teilen. Wir haben uns geeinigt, dass ich meinem Mann 35.000€ gebe und die Wohnung damit in meinen Besitz übergeht. Die 35.000 € bekomme ich von meinen Eltern.
Wenn ich nun diese Wohnung anschließend verkaufe und den Erlös zusammen mit dem mir aus dem Zugewinn zustehenden Anteil am Sparvermögen anlege, um von den Zinsen einen Teil der Miete für eine neue Wohnung zu bezahlen, werden mir diese Zinseinkünfte auf den mir zustehenden Unterhalt angerechnet? Ich bin nicht berufstätig und habe somit kein Einkommen.
Mein Mann wird seinen Erlös nicht anlegen, sondern ausgeben.
Ich habe mir diese Lösung überlegt, da der mit zustehende gesetzliche Unterhalt nicht ausreicht und ich somit auch jederzeit Zugriff auf das Kapital hätte.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Ratsuchende,


die Zinseinkünfte werden dann in der Tat als Einkünfte Ihrerseits angesehen und dann in einer Unterhaltsberechnung berücksichtigt werden.

Dieses geschieht aber nicht durch einen einfachen Abzug des monatlichen Zinsbetrages, sondern wird auf Ihrer Seite als Einkommen betrachtet. Von der dann bestehenden Differenz wird der Unterhaltsanspruch berechnet werden.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 14.07.2006 | 08:46

Das bedeutet also, dass das Ausgeben des Geldes unschädlich ist, die Anlage, obwohl es mir z.T. schon vor der Ehe gehört hat, sehr wohl?
Ich verstehe aber ihre Antwort nicht ganz. Was ist der Unterschied zwischen einfachem Abzug und Einkoammen? Kommt das nicht auf Gleiche hinaus?
MFG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.07.2006 | 09:00

Es kommt nicht auf das Gleiche heraus, was Ihnen folgende beispielhafte Vergleichsberechnung (Einkommen Ehemann 1.000,00 EUR; Zinseinkünfte Ihrerseits 100,00 EUR) deutlich machen kann:

1.000 EUR Einkommen; davon 3/7 = 428 EUR; wenn Sie DANN die Zinsen von 100 EUR abziehen würden, ergäbe dieses einen Anspruch von dann noch 328,00 EUR

1.000,00 EUR Einkommen -100,00 EUR Zinsen = 900 EUR verteilbare Masse; davon 3/7 = 385,00 EUR, was also einen höheren Unterhaltsanspruch Ihrerseit ausmachen würde.


Ob das Geldausgeben tatsächlich unschädlich ist, wäre dann eine Einzelabwägung, da man dann genau wissen muss, wofür das Geld ausgegeben wird.

Ich hoffe, dieses ist nun deutlicher geworden; ansonsten rufen Sie mich doch einfach einmal an.

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