Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhalt für Volljährige nach Ende der Ausbildung?

| 15.04.2010 11:07 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


13:30
Ich habe eine Frage zum Thema Unterhalt für volljährige Kinder:
Ich zahle zur Zeit an meinen Sohn (19 Jahre) einen monatlichen Unterhalt von 230 Euro. Er wohnt im Haushalt seiner Mutter. Er hat an einer Gesamtschule im Sommer 2008 den mittleren Schulabschluss absolviert. Derzeit befindet er sich in einer vollzeitschulischen Ausbildung zum staatl. Gepr. Kfm. Assistenten für Informationstechnik an einer Berufsfachschule für Wirtschaft. Gleichzeitig nimmt er am Unterricht zur Erlangung des theoretischen Teils der Fachhochschulreife teil. Diese Ausbildung ist mit der Zeugnissausgabe im Juli 2010 beendet.

Meine Frage lautet nun, in wie weit ich meinem Sohn auch nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung unterhaltsverpflichtet bin.

Über den Verlauf der laufenden Ausbildung wurde ich, auch auf mehrfache Nachfrage, nicht oder nur sehr spärlich mit Informationen versorgt. Zeugnisse wurden mir meinem Verlangen nach überhaupt nicht vorgelegt (bis auf das erste Zeugnis nach einem halben Jahr). Pläne für seine Zukunft erhalte ich ebenfalls nur unzureichend und eher von "Hören-Sagen". Danach heißt es, es "könnte sein", dass mein Sohn nach der Ausbildung in einem halbjährigen Praktikum das Fachabitur erwerben möchte, um im Anschluss daran ein Studium zu beginnen. Informationen über Ort und Art des Praktikums sowie des Studiums bekomme ich nicht.

Während meiner Recherchen im Internet bin ich auf folgende Seite gestoßen:

http://www.finanztip.de/recht/familie/sperling/ku_wann3.htm

Hier wird genau dieser Fall eindeutig beschrieben. Es heißt dort, dass Kinder, die erst das Abitur, dann eine Lehre und danach ein Studium beginnen, in der Tat unterhaltsberechtigt sind, wenn das Studium in einen inhaltlichen Zusammenhang mit der Lehre steht. KEINEN Unterhaltsanspruch haben dagegen die sog. Schule-Lehre-Fachabitur-Studium Fälle, da das Studium im dem Fall als neue Ausbildung angesehen wird.

Sollten seitens meines Sohns nach Beendigung meiner Zahlungen im Juli 2010 schriftliche Unterhaltsansprüche mir gegenüber geltend gemacht werden, möchte ich im Vorfeld mit rechtssicheren Informationen ausgestattet sein. Deshalb bitte ich Sie mir mitzuteilen, ob die o.g. Ansicht richtig ist oder ich nach Abschluss der Lehre meinem Sohn weiterhin Unterhalt, sowohl während des eventuell anschließenden Praktikums als auch während des Studiums, zahlen muss.

Hinweise zu Gesetzesgrundlagen sowie Gerichtsurteile zu ähnlichen Fällen wären mir ebenfalls sehr hilfreich.
15.04.2010 | 11:32

Antwort

von


(932)
Golmsdorfer Str. 11
07749 Jena
Tel: 036412692037
Web: http://www.jena-rechtsberatung.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in)

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

In wie weit bin ich meinem Sohn auch nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung unterhaltsverpflichtet bin?

Zunächst sind Sie dem volljährigen Sohn auch während seiner ersten Ausbildung zum Unterhalt verpflichtet.

Mit dem Abschluss dieser ersten Ausbildung endet dann zunächst die Unterhaltsverpflichtung.

Wenn Ihr Sohn dann sein Abitur nachholt, kann die Unterhaltsverpflichtung wieder aufleben. Für den Zeitraum dieses Erwerbs wird die Unterhaltsverpflichtung sogar relativ sicher wieder aufleben.

Beginnt er aber danach noch ein Studium kommt es darauf an, ob dieses in einem inhaltlichen Zusammenhang mit der Ausbildung steht. Wenn er also z.B. auf der Ausbildung aufbauen studiert, wird die Unterhaltsverpflichtung auch wieder aufleben.

Grundsätzlich hat ein Kind nur einen Anspruch auf Finanzierung einer Ausbildung. Deshalb kann das Kind nicht nach erfolgreicher Beendigung der ersten Lehre Unterhalt für eine weitere Lehre beanspruchen. Dasselbe gilt für ein Studium. Von diesem Grundsatz, dass nur eine Ausbildung geschuldet wird, gibt es folgende Ausnahmen:

Die Rechtsprechung bejaht in der Regel einen weiteren Unterhaltsanspruch in den sogenannten „Abitur-Lehre-Studium“-Fällen. Es handelt sich dabei um den häufigen Ausbildungsgang eines Kindes, das erst Abitur macht, dann eine Lehre und anschließend studiert. Obwohl eigentlich ja bereits eine Berufsausbildung beendet ist, bejaht der BGH in diesen Fällen einen weiteren Unterhaltsanspruch, wenn das Studium in einem inhaltlichen Zusammenhang mit der Lehre steht und zeitlich kurz nach der Lehre aufgenommen wird.

Keinen Unterhaltsanspruch gibt es nach der Rechtsprechung dagegen in den Fällen Schule-Lehre-Fachabitur-Studium. Hier ist die Berufsausbildung mit der Lehre abgeschlossen. Der Besuch der Fachhochschule und das anschließende Studium stellen keine Fortführung dieser Ausbildung dar, sondern sind eine neue Ausbildung, während man in den Fällen Abitur-Lehre-Studium davon ausgehen muss, dass der Abiturient auch hinterher studiert und eine Lehre nur als (Zwischen-)Stadium seiner Ausbildung betreibt.

Insoweit sind Sie also mit Ihrer Recherche schon selbst zum richtigen Ergebnis gekommen.

Sie können mit Abschluss der Ausbildung den Unterhalt einstellen, das wäre dann im Juli 2010. Ihr Sohn muss dann – macht er das Abitur und das Studium – den Unterhalt bei Ihnen neu einfordern. Dann muss er aber auch darlegen und ggf. beweisen, dass der weitere Ausbildungsweg erforderlich ist und auf der ersten Ausbildung aufbaut.

Soweit der weitere Weg in einem inhaltlichen Zusammenhang zu der Lehre steht und Ihr Sohn gemäß § 1602 BGB den Unterhaltsbedarf hat, sind Sie auch weiterhin zur Zahlung verpflichtet.

Zu beachten ist aber, dass wenn es sich bei dem geplanten Abitur um das erwähnte Fachabi handelt, dass dann gemäß der Rechtsprechung des BGH kein Anspruch mehr besteht, da der inhaltliche Zusammenhang zur ersten Ausbildung fehlt.


Rechtsanwalt Steffan Schwerin

Rückfrage vom Fragesteller 15.04.2010 | 13:27

Vielen Dank für die sehr schnelle Antwort.

Um sicher zu gehen, dass ich Sie richtig verstanden habe, fasse ich kurz zusammen:

Wenn mein Sohn nach der Lehre auf einer (allgemeinen) Schule sein "normales" Abitur nachholen würde und danach studiert, wäre ich zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet.

Dies ist allerdings nach meinen Informationen nicht geplant.

Er möchte lediglich sein Fachabitur erwerben und strebt evtl. ein Fachhochschulstudium an. Damit hat er Ihrer Antwort nach also keinen weiteren Anspruch auf Unterhalt nach Abschluss der Lehre.

Eine kurze Bestätigung meiner Zusammenfassung würde mir genügen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.04.2010 | 13:30

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie haben meine Ausführungen zutreffend zusammengefasst.

Es gibt eine Entscheidung des BGH, wonach das Fachabitur keinen inhaltlichen Zusammenhang zur vorrangegangene Lehre bildet und deshalb dann keine Unterhaltsverpflichtung mehr besteht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen


Steffan Schwerin
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 17.04.2010 | 10:23

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Steffan Schwerin »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 17.04.2010
4,8/5,0

ANTWORT VON

(932)

Golmsdorfer Str. 11
07749 Jena
Tel: 036412692037
Web: http://www.jena-rechtsberatung.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Zivilrecht, Miet und Pachtrecht, Familienrecht, Vertragsrecht, Internet und Computerrecht