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Soll ich warten bis der Chef mich nach erneuter Krankheit kündigt?


| 15.07.2006 14:28 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Hallo,
ich arbeite seit etwas mehr als 10 Jahren in einer Touristikfirma. Vor 8 Jahren bekam ich eine neue Mitarbeiterin ins Büro gesetzt. Seit nunmehr 2 Jahren ist es mit Ihr unerträglich geworden. Sie schikaniert einen wo sie kann. Zwischen uns beiden herrscht stets Anspannung. Alle Feinheiten aufzuzählen würde jetzt hier den Rahmen sprengen.
Ich habe den Chef in unzähligen Gesprächen auf diese Situation hingewiesen, aber er erwiderte ich würde mir nur alles einbilden. Er kommt mit der Kollegin sehr gut aus. Sie ummuttert ihn ja auch immer. Sie streitet übrigens immer alles ab.
Ich nehmen seit über 2 Jahren Antidepressiva , Schlaftabletten , Magentabletten und Blutdruckmedikamente ein um es überhaupt noch ertragen zu können. Selbst mein Arzt sagte „ Du mußt dort weg“.
Ich bin seit März mit einer Knieverletzung bis heute krankgeschrieben, d.h. ich bekomme Krankengeld. Nun erfuhr ich das mein Chef über die Krankenkasse die Wiedereingliederung beantragt hat. Mein Arzt hat diese bis zum 15.08.2006 verschoben. Wird wahrscheinlich nicht durchgehen. Das heißt ich muß wahrscheinlich in den nächsten Tagen zur Firma.
Dieses kann ich jedoch nicht mehr. Es ist für mich der reinste Horror. Wenn ich nur an die Firma denke oder etwas von der Firma sehe bekomme ich Herzrasen, Atemnot, Panik bis hin zu Suizidgedanken.
Mein Arzt sagte mir wenn ich wieder Arbeiten muß kann er mich wegen einer erneuten Krankheit krankschreiben.
1.) In welcher Reihenfolge muß ich was unternehmen ?
2.) Gibt es eine Sperre vom Arbeitsamt ?
3.) Soll ich warten bis der Chef mich nach erneuter Krankheit kündigt ?
Ein Attest vom Arzt ist nach bereits erfolgter Absprache kein Problem.
Ich würde sehr gerne fristlos kündigen ! Kündigungsfrist lt. Vertrag 3 Monate zum Quartalsende. D.h. in meinem Fall wäre das der 31.12.2006. Solange kann ich nicht mehr. Bin am Ende!!!! Übrigens, auch eine Positionsveränderung innerhalb der Fa. kommt nicht mehr in Betracht !!!! Nur noch weg !!!!
Da ich noch ein Leasingfahrzeug habe und die eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit beinhaltet würde ich gerne folgenden Satz erklärt bekommen, d.h. nach welcher Art von Kündigung tritt diese nur ein? Tritt diese auch nach fristloser Eigenkündigung mit ärztlichem Attest ein ?
Textauszug:
Arbeitslosigkeit liegt vor, wenn der Versicherte als Arbeitnehmer aus einem unbefristeten Arbeitsverhältnis heraus während der Dauer des Versicherungsschutzes unverschuldet arbeitslos wird und nicht gegen Entgelt tätig ist. Die Arbeitslosigkeit muß Folge einer Kündigung des Arbeitgebers oder einer einvernehmlichen Aufhebung des Arbeitsverhältnisses im Rahmen der vergleichsweisen Erledigung des Kündigungsschutzprozesses oder zur Abwendung einer betriebsbedingten Kündigung sein.
Vielen Dank im voraus für Ihre Bemühungen.


-- Einsatz geändert am 15.07.2006 16:04:21

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Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten informationen.

Gestatten Sie mir, die Reihenfolge der Fragen sinngemäß zu ändern.

1. Eine Sperre vom Arbeitsamt bekommen Sie immer, wenn Sie aus eigenem Verschulden Ihren Arbeitsplatz verlieren. Dazu zählen bsw. die Eigenkündigung und die der Aufhebungsvertrag. Auch der ABwicklungsvertrag zieht mittlerweile eine Sperre nach sich.

2. Ihr Chef hat eine Verpflichtung aus dem Arbeitsvertrag, Ihren Arbeitsplatz in einer Art und Weise zu gestalten, die Ihnen eine normale Arbeisttätigkeit ermöglicht. Wenn es Ihnen also aufgrund Ihres Verhältnisses mit Ihrer Kollegin nicht mehr möglich ist, Ihre Tätigkeit vernünftig auszuführen, hat Ihr Chef eine Mitwirkungsverpflichtung, mit Ihnen eine Lösung zu finden.

3. Die Formulierung bezieht sich auf meine erste Antwort. Wenn Sie eigenverantwortlich Ihre Arbeit verlieren, wird auch die Versicherung nicht einspringen.

4. Daraus ergeben sich mehrer Möglichkeiten für Sie:

a) Sie kündigen selbst und fristlos. Dann unterfallen Sie einer Sperre und verlieren die Versicherung für das Leasing-Fahrzeug. ABer Sie wäre sofort draußen.

b) Sie treffen eine Aufhebungsvereinbarung mit Ihrem AG. Dann unterfallen Sie auch der Sperrfrist und verlieren auch den Versicherungsschutz.

c) Sie warten die Kündigung Ihres AG ab (vermutlich personenbedingt wegen Krankheit). Dann gibt es keine Sperre und die Versicherung muss zahlen. Nachteil, Sie müssen so lange arbeiten oder sich krank schreiben lassen (wozu ich Ihnen als Anwalt naturgemäß nicht raten kann).

4. Es gibt noch zwei weitere Möglichkeiten:

a) Wenn Sie nachweisen können, dass Ihnen die Arbeit unmöglich geworden ist, da die Umstände unzumutbar geworden sind, kann die ARGE von einer Sperre absehen. Dann könnten Sie einen Aufhebungsvertrag abschließen, der Sie sofort entlässt. Die Versicherung dürfte aber in diesem FAll dennoch Probleme bereiten. Es wäre also eine Überlegung wert, sich einen Teil dieser finanziellen Belastung von Ihrem AG ersetzen zu lassen. Eventuelle mit einem Hinweis darauf, dass Sie ihm einen Kündigungsschutzprozess ersparen.

b) Sie lassen Sich von Ihrem AG kündigen (betriebsbedingt) und schließen dann einen Abwicklungsvertrag ab. Auch in diesem Fall kann die ARGE bei Vorliegen der oben genannten Voraussetzungen von einer Sperre absehen. Die Versicherung müsste in diesem Fall zahlen.

Sowohl was den Aufhebungsvertrag als auch den Abwicklungsvertrag angeht, kann ich Ihnen nur dringend die Konsultation eines Anwalts nahelegen, da sonst kaum wieder gutzumachende Fehler auftreten könnten. Gerne können Sie Sich diesbezüglich an unsere Kanzlei wenden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 20.07.2006 | 11:52

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Elmar Dolscius,
nochmals vielen Dank für die umfangreiche Beantwortung meiner ersten Anfrage.
Zum derzeitigen Stand:
Mein Chef hat mittlerweile bei der Krankenkasse soviel Druck ausgeübt das die Mitarbeiterin mich anrief und sagte der medizinische Dienst habe erklärt das ich ab Montag wieder zur Arbeit muß.
Er muß einen fürchterlichen Eindruck bei der Dame hinterlassen haben.
Nun, da ich dort absolut nicht mehr arbeiten kann, werde ich mich ab Montag von meinem Arzt erneut auf psychischer Ebene krankschreiben lassen müssen. „ Geht wirklich nicht anders“!!! Mittlerweile leide nicht nur ich sondern auch meine Ehe darunter.
Was kann mir jetzt seitens meines Arbeitgebers passieren . Was muß ich beachten ??

Vielen Dank im voraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.07.2006 | 17:34

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die gerne wie folgt beantworten möchte:

1. Weder Ihr Chef noch die Krankenkasse hat zu entscheiden, wann Sie arbeitsfähig sind und wann nicht. Dies zu beurteilen obliegt einzig und allein einem Arzt.
Es ist daher eine, sagen wir ungewöhnliche Vorgehensweise, wenn Ihr Chef Ihre Krankenkasse anruft. Eigentlich sollte er mit Ihnen reden.

2. Ihrem Chef bleiben nicht viele Möglichkeiten, dafür aber durchaus wirksame.
Zunächst ist es natürlich so, dass Sie verpflichtet sind, Ihre aus dem Arbeitsverhältnis resultierende Arbeitsleistung zu erbringen. Tun Sie dies nicht oder schlecht, kann Ihr Chef Sie abmahnen.
Auch eine Kündigung (krankheitsbedingt) wäre möglich. Ob Sie vorher eine Abmahnung erhalten müssen, kann ich von hier aus nicht beurteilen. Dazu wäre eine umfassende Prüfung des Falles nötig.

Eine Versetzung kommt, wie Sie mitgeteilt hatten, nicht in Frage.

3. Ich kann Ihnen daher nur eines raten: Bedienen Sie Sich der Hilfe eines Anwalts. Die richtige Vorgehensweise vorausgesetzt besteht eine realistische Chance, aus dem Arbeitsverhältnis auszuscheiden, ohne einer Sperrfrist zu unterfallen. Alle weiteren Einzelheiten (Leasingfahrzeug, Rechtschutz etc.) sollten Sie mit dem Anwalt besprechen. Gerne können Sie Sich diesbezüglich auch an mich wenden.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten und wünsche Ihnen in jedem Fall alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

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