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Arbeitsplatzverlust nach langer Krankheit

17.03.2013 14:12 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zu meinem Problem:

Ich bin seit etwa 3 Jahren Werksleiter eines etwa 100 Mann starken Unternehmens in der Nähe von Dortmund. Ich bin jedoch seit September 2012 arbeitsunfähig erkrankt mit Depressionen, Angstzuständen, Burnout.

Meine Krankheit nähert sich dem Ende und ich habe vor etwa zwei Wochen begonnen, wieder mit meinen Kunden zu telefonieren um mich langsam wieder anzukündigen. Nach Rücksprache mit einigen Kunden wurde mir von den Kunden mitgeteilt, das Ihnen bereits von der Firmenleitung mitgeteilt wurde, das ich fortan nicht mehr als Werkstleiter arbeiten werde - wenn dann überhaupt nur noch auf einer Hilfsposition aber auf jeden Fall nicht mehr als Werksleiter.

Mein Arbeitsvertrag ist eindeutig als Werksleiter geschrieben, mein Gehalt ist entsprechend.

Ich nehme an, das die rechtliche Begutachtung sagt, das mein Arbeitgeber diese Neugestaltung nicht darf, aber mein Problem ist relativ einfach:

Da ich bereits bei den Kunden schlecht gemacht wurde OHNE das mir auch nur einmal mitgeteilt wurde das so eine Sache in Betracht käme (mein Arbeitsplatz ist nicht entfallen, mir wurde nicht gekündigt) ist mein Vertrauen in meinen Arbeitgeber ziemlich beschädigt. Mir wurde von anderer Seite aus dem Unternehmen auch zugetragen das die Firmenleitung (Beide Geschäftsführer) im Unternehmen über meine Erkrankung vor Mitarbeitern hergezogen sind und mich als Simulant beschimpft haben - obwohl ich in den letzten 4 Jahren insgesamt weniger als eine Woche krank war und meine Arbeit stets als sehr gut anzusehen ist.

Aufgrund der als sehr persönlich empfundenen Angriffe habe ich wenig Ambitionen zu dieser Firma zurückzukehren, vor allem da meine Position beschädigt ist - wie gesagt, ich wurde vor Kollegen schlecht gemacht, Kunden wurde meine Diagnose, die ich im Vertrauen den Geschäftsführern mitgeteilt habe weitergetragen,... EIn großer Teil meiner Erkrankung beruht sicherlich auch auf einem eh schon angespannten Verhältniß zu den Geschäftsführern, ein Verhältniß das sich in den letzten 3 Jahren immer mehr verschlechtert hat.

Was kann ich rechtlich tun? Ich finde das ist ein ziemliches Fehlverhalten meines Arbeitgebers.

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

Ihr,


Einsatz editiert am 17.03.2013 14:16:00

17.03.2013 | 14:47

Antwort

von


(2006)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

In der Tat kann der Arbeitgeber Sie nicht einfach auf eine Hilfsposition „strafversetzen", solange Sie noch gesundheitlich in der Lage sind, Ihren bisherigen, vertraglich zugesicherten Aufgabenbereich zu erfüllen. Zu Ihrer eigentlichen Frage:

Nach Ihrer Schilderung bestehen Anhaltspunkte für ein Mobbing durch den Arbeitgeber (auch Bossing genannt), also das systematische Anfeinden, Schikanieren und Diskriminieren von Arbeitnehmern durch den Arbeitgeber. Sie haben folgende rechtliche Möglichkeiten, gegen das Mobbing vorzugehen:

Ihnen steht gegen den mobbenden Arbeitgeber ein Unterlassungsanspruch (§ 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB analog, § 823 BGB ) zu. Durch diesen Anspruch werden das allgemeine Persönlichkeitsrecht und alle absoluten Rechtsgüter, insbesondere Leben und Gesundheit, gegen Angriffe geschützt.
Aufgrund des Mobbings kann Ihnen auch ein Leistungsverweigerungsrecht an der Arbeitsleistung unter Fortzahlung der Vergütung zustehen (§§ 273 Abs.1 , 615 BGB ), d.h. Sie können zu Hause bleiben, erhalten aber dennoch Lohn. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie den Arbeitgeber auf die Vertragsverletzung durch dessen ehrverletzende Äußerungen hingewiesen und ihm eine angemessene Frist zur Abhilfe eingeräumt haben.
In besonders schweren Fällen steht Ihnen auch das Recht zu, das Arbeitsverhältnis außerordentlich zu kündigen. Die außerordentliche Kündigung erfordert jedoch ebenfalls, dass der Arbeitnehmer zuvor erfolglos von dem Arbeitgeber die Unterbindung des Mobbings verlangt hat.
Sie können gegen den Arbeitgeber einen Anspruch auf Schadensersatz wegen unerlaubter Handlung (§ 823 ff BGB ) geltend machen, wenn dieser schuldhaft gehandelt hat. Als konkrete Schadenspositionen kommen beispielsweise Arztkosten, Kosten für die Bewerbung bei einem neuen Arbeitgeber in Betracht. Der Arbeitgeber ist im Falle der Beendigung des Arbeitsverhältnisses auch zum Ersatz des durch den Verlust des Arbeitsplatzes entstandenen Schadens verpflichtet (§ 824 BGB ), sofern er schuldhaft gehandelt hat. Zu ersetzen ist der Verdienstausfall.
Ebenfalls kann ein Schmerzensgeldanspruch bestehen (§ 253 Abs. 2 BGB )

Wer sich gegen Mobbing zur Wehr setzen und deshalb Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche geltend machen will, muss als Anspruchsteller aber beweisen, dass er gemobbt wird bzw. worden ist. Insofern sollten Sie sich, wenn irgendwie möglich, die Aussagen der Kunden und Kollegen bezüglich des Verhaltens des Arbeitgebers schriftlich bestätigen lassen. Anschließend können Sie dann den Arbeitgeber zur zukünftigen Unterlassung solcher Äußerungen auffordern.

Unabhängig von der rechtlichen Bewertung des Falles sollte das weitere Vorgehen aber in erster Linie von Ihrem Gesundheitszustand abhängig gemacht werden. Kein Arbeitsplatz ist es wert, hierfür seine körperliche, insbesondere aber psychische Gesundheit zu ruinieren.

Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

ANTWORT VON

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