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Burn-Out: Krankheit oder 'Arbeitsunfall'?

11.02.2016 22:58 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Zusammenfassung: Burn-Out und psychische Erkrankungen als Arbeitsunfall.

Wie wird das Burn-Out bezüglich Schadenersatz gesetzlich berücksichtigt, als Krankheit oder als so etwas wie ein "Arbeitsunfall" aufgrund fahrlässiger Verwaltung der Arbeitskräfte seitens des Arbeitgebers?

Meine Frage beruht auf die Tatsache, dass man nach einem Burn-Out psychisch nicht mehr derselbe Mensch ist, wie vorher. Man hat nicht mehr dieselben Nerven, man ist richtig psychisch am Arsch (Entschuldigung) trotz Behandlung. Wenn man an der Stelle sich krankschreiben lässt, gibt man dann implizit zu, dass man krank ist und dass stimmt gar nicht sondern, dass man vom Arbeitgeber psychisch kaputt gemacht worden ist. Wie geht man an der Stelle, um Schadenersatz zu reklamieren und sie zu erhalten oder, ob es nach deutschem Recht so etwas überhaupt möglich ist.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach der neueren Rechtsprechung kann generell auch ein Burn-Out ein Arbeitsunfall sein. Dafür muss aber ein Unfall nach der gängigen Definition gegeben sein, also ein äußeres Ereignis. Das kann auch Diskriminierung oder Mobbing durch den AG sein. Die Voraussetzungen sind aber streng, Sie müssen das Verhalten des Arbeitgebers dokumentieren und nachweisen. Mit Schadensersatz hat das nichts zu tun, beim Arbeitsunfall geht es darum ob die BG eintreten muss und man im Extremfall, etwa bei Invalidität von mindestens 20 % Rente der BG bekommt. Schadensersatz gegen den AG ist bei Mobbing möglich, wenn Vorsatz vorliegt. Die Haftung ist im Arbeitsverhältnis eingeschränkt. Bei fahrlässigem Verhalten des AG wird in der Regel kein Anspruch auf Schadensersatz bestehen.

Letztlich kann man das alles aber anhand Ihrer Angaben nicht sicher beurteilen.

Es kann sinnvoll sein das Burn-Out der BG zu melden, diese wird dann den Sachverhalt prüfen.

Sie sollten sich beraten lassen, ob es Sinn macht die Ansprüche weiter zu verfolgen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht und Familienrecht


Nachfrage vom Fragesteller 13.02.2016 | 18:07

Also, das heißt, wenn wir über Unfall reden, dann ist die BG je nach Grad der vom Burn-Out verursachten Behinderung dran. Unfall wäre aber die Bezeichnung des Hergangs bis zur Gesundheitsminderung des Angestellten, wenn es keine bessere Bezeichnung dafür gäbe.

Bei unserem Fall wurde das Burn-Out aber vom Arbeitgeber praktisch vorprogrammiert. Die grobe Fahrlässigkeit bei seiner Ressourcen-Verwaltung führte unbedingt zur lebenslänglichen Gesundheitsminderung des Angestellten. Um Dieses zu belegen, bestehen die Nachweise einerseits aller Arbeitsstundenzettel (vom Chef unterschrieben), deren ständigen Aufbau von Überstunden Eindeutig ist, und anderseits der E-Mails zwischen Arbeitnehmer und Chef, die entlang der Jahre die Situation deutlich schildern

Wäre es dann nicht möglich, vom „Verursacher"=Arbeitgeber irgendeine Art Entschädigung zu verlangen, sage ich mal (Schadensersatz, Schmerzensgeld oder keine Ahnung was)?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.02.2016 | 20:36

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne komme ich auf Nachfrage zurück.

Ein Unfall ist immer ein plötzliches Ereignis von außen, diese Definition passt nicht zu Burn-Out Fällen. Dafür reicht nicht die übermäßige Arbeitsbelastung oder die fahrlässig falsche Einteilung nicht aus. Hier ist aber viel in Bewegung so dass die Meldung als Arbeitsunfall Sinn machen kann. Die BG zahlt aber kein Schmerzensgeld sondern nur eine Rente wenn die Voraussetzungen vorliegen.

Sie können vom AG nur Schadensersatz oder Schmerzensgeld verlangen wenn dieser Sie vorsätzlich geschädigt hat und auch den Gesundheitsschaden vorsätzlich wollte. Das sind in der Regel die Mobbing Fälle.

Leider kann ich Ihnen wenig Hoffnung machen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeits- und Familienrecht

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