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Maklergebühren zahlen ????

12.10.2009 00:35 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich mit einem sehr verzwickten Fall an Sie, in der Hoffnung Sie können mir weiterhelfen. Es geht um die Maklergebühr nach einem Hauskauf. Wir haben mit dem Makler im Februar 2008 zu ersten Mal Kontakt aufgenommen, uns das Haus auch zusammen angeschaut und uns nach etwas Zeit für einen Kauf entschieden. Der Notartermin war für Juni 2008 ausgemacht. Dieser würde von den Eigentümern kurzfristig abgesagt, da sich die Erbengemeinschaft nicht mehr einig war. Der Makler nahm daraufhin wieder einen Anlauf für August 2008, jedoch wurde nichts mehr umgesetzt. Ende des Jahres 2008 bekamen wir dann die Information vom Makler, das aus dem Kauf nichts mehr werden würde, da sich die Situation der Erbengemeinschaft weiter verfahren hatte. Wir gaben dahin das Haus auf und suchten nach neuen Objekten.
Dabei fuhren wir im März am vorher ausgewählten Haus vorbei und sahen davor eine der Eigentümerinnen. Wir entschlossen uns anzuhalten und nachzufragen, ob es neue Entwicklungen gab. Uns wurde mitgeteilt, dass die Zwangsversteigerung ansteht und nichts mehr gemacht werden kann. Wir baten daraufhin die eine Eigentümerin um Informationen, sollte sich etwas an der Situation ändern. Nach einigen Wochen erhielten wir einen Anruf von Ihr, ob wir noch Interesse am Haus hätten???? Was wir dann bejaten, sollte das Thema wieder offen sein. Daraufhin kam ein langer Kampf in Gang, indem wir in ständigem Kontakt zu den nicht miteinander sprechenden Erben standen. Uns gelang es zwischen den beiden Parteien zu vermitteln und die Zwangsversteigerung erst einmal auszusetzen. Und einen eventuellen Kauf voranzutreiben. Durch den Kontakt zu den Erben, erfuhren wir, das die Maklerin zum Ende des Jahres 2008 Ihre Endabrechnung gemacht hatte und der Auftrag somit nicht mehr Bestand. Aber auch von der Erbengemeinschaft aufgelöst wurde.
Da aber der Anwalt ( eines Teils der Erbengemeinschaft ) und Makler verheiratet sind, dauerte es nicht lange, bis wir eine Email vom Makler bekamen das sich etwas an der Situation am Haus eventuell ändert, sowie uns bei einem Telefonat mit dem Anwalt mitgeteilt wurde, das die Maklergebühren zu zahlen seien.
Da es bis dahin noch keine genaue Entscheidung gab, legten wir das Thema Gebühren erst einmal zur Seite. Nun kam es aber wirklich soweit, das wir das Haus im August 2009 kauften.
Die Erbengemeinschaft hatte sich Dank unseren Mithilfe geeinigt und ein Notar wurde neu beauftragt und alles fand ordnungsgemäß statt. Den Anwälten wurde nur mitgeteilt, dass es zu einer Lösung kam und keine weitere Rechtshilfe nötig sei.

Nun bekamen wir im September 2009 die Abrechnung vom Makler, für die Arbeit von 04.08 – 09.09. Ist dies rechtens??? Da wir zum Makler das ganze Jahr 2009 keinen Kontakt hatten???? Woran kann der Makler die Rechnung ausmachen, der Kaufvertrag liegt nicht vor??? Der Rest der Erbengemeinschaft hat nichts weiter bekommen. Nun unsere Fragen, wie sollen wir reagieren, wir sehen es nicht ein einfach zu zahlen, da wir mit die Hauptarbeit hatten. Wir haben stundenlang mit den Erben telefoniert, damit überhaupt etwas voran geht und das bestätigen auch die Erben.Die Verträge beim Notar hat die Erbengemeinschaft vorbereitet und alle Haftungen liegen nicht beim Makler. Einiges an Mängeln wurde uns jetzt erst von der Miterbin erzählt, obwohl dem Makler immer bekannt . Des weiteren : zählt die lange Zeit die verstrichen ist gar nicht????
(Laut Erben gab es einen Vertrag, der dem Makler noch 3 Jahre nach Beendigung Gebühren zusichert, das ist uns aber nicht bekannt??? ) Ist dies überhaupt möglich????

Vielen Dank im voraus für eine schnelle Hilfe, wie wir jetzt reagieren sollen ??? Müssen wir zahlen ????

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und gemäß der Höhe Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Leider werden Sie nur schwer eine Zahlung der Maklergebühr vermeiden können.

Die Maklergebühr ist verdient und zu zahlen, wenn der Makler die Kaufgelegenheit nachgewiesen und der Kaufvertrag geschlossen ist.

Dies gilt auch, wenn der Kaufvertrag erst nach Ablauf des Maklervertrages geschlossen wurde.

Auch die Vorbereitung des Vertrages durch die Erben oder die Nennung der Mängel durch die Erben ändern nichts an der Zahlungspflicht, da ein Makler einerseits den Vertrag nicht aufsetzen darf und er andererseits auch nicht zur vollständigen Auflistung der Mängel verpflichtet ist (Das ist Pflicht des Verkäufers.)

Ihre einzige Möglichkeit, der Zahlungspflicht zu entkommen, besteht in dem Streit der Erbengemeinschaft. Sie können deswegen argumentieren, daß die von dem Makler nachgewiesene Kaufgelegenheit untergegangen war und von Ihnen eine neue hergestellt wurde. Allerdings ist diese Argumentation etwas dünn und von keinem Gerichtsurteil bestätigt worden.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.

Nachfrage vom Fragesteller 14.10.2009 | 22:50

Sehr geehrter Herr Weber,

im Voraus erst einmal vielen Dank für Ihre schnelle Beantwortung.
Wir hätten dazu jetzt aber doch noch eine Rückfrage.

Zum ersten haben wir bereits im Internet recherchiert und folgende Urteile gefunden, was wir finden, Ihren letzten Absatz unterstützen würde. Haben wir dies so richtig verstanden ???

• Maklerprovision, Beurkundungszeitpunkt
Späte Maklerprovision Dem Provisionsanspruch eines Immobilienmaklers steht nicht entgegen, wenn zwischen seiner Vermittlungstätigkeit und der Beurkundung des Kaufvertrages mehr als ein Jahr liegt. Voraussetzung für den Anspruch ist jedoch, dass die Verkaufsabsicht des Verkäufers bestehen geblieben ist. Die Beweislast hierfür trägt der Makler. Urteil des OLG Hamburg vom 28.04.2000 11 U 166



Die Klausel in der Verkaufsaufgabe "sämtliche Nebenkosten sowie die Maklercourtage in Höhe von 6 % inklusive Mehrwertsteuer sind vom Käufer zu tragen" stellt ein eindeutiges und ausdrückliches Provisionsverlangen dar. Der Makler kann auch dann einen Anspruch auf die Maklercourtage geltend machen, wenn ein Zeitraum von mehr als einem Jahr zwischen der Nachweistätigkeit und der Beurkundung des Vertrages entsteht, allerdings nur unter der Voraussetzung, daß während der gesamten Zeit die Verkaufsabsicht des Verkäufers bestehen geblieben war. Hierfür trägt der Makler die Beweislast (Hanseatisches Oberlandesgericht, Urteil vom 28.04.2000 - 11 U 166/99).


Aber möchten wir nicht alles aufs Klagen auslegen.
Daher könnte man mit dem Makler über eine Reduzierung der Gebühren verhandeln, da die Sachlage nicht mehr ganz eindeutig ist???? Wäre dies noch eine Möglichkeit???
Immerhin liegt der Erbengemeinschaft auch keine weitere Rechnung vor, nur die für die geleistet Arbeit des Maklers, nicht für die Vermittlung.

Vielen Dank im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.10.2009 | 23:15

Sehr geehrte Ratsuchende,

das Urteil stützt in der Tat meine im letzten Absatz vorgeschlagene Möglichkeit.

Sie können durchaus mit der Gegenseite eine Vergleichsverhandlung zwecks Herbeiführung eines Kompromisses führen.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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