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Kosten Teilungsversteigerung


24.08.2009 21:48 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin



ich beabsichtige eine auflösung einer erbengemeinschaft zu beantragen. dazu habe ich folgende fragen:

- wer muss die gerichtskosten für die Zwangsversteigerung tragen?
- werden alle erben mit einbezogen?
- oder trägt die kosten nur der erbe der die auflösung beantragt?
- welche kostenumfänge können insgesamt für mich entstehen?

für meinen Fall:

Verkehrswert: grundstück mit haus: ca. 15.000 eur
mein erbanteil: 1/6

über eine aussagefähige antwort wäre ich dankbar.

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Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:


Nach § 2042 Absatz 1 BGB kann jeder Miterbe jederzeit die Auseinandersetzung verlangen.

Hier kommt zutreffend eine Teilungsversteigerung nach § 180 ZVG in Betracht, wenn vom Erblasser keine anderweitige Anordnung getroffen wurde, die dieser entgegensteht. Dies wäre gesondert zu prüfen.

Hier muss dann ein an der Gemeinschaft Beteiligter die Versteigerung beantragen. Keine Rolle spielt dabei die Anteilsgröße. Es ist auch nicht notwendig, dass die anderen Beteiligten der Gemeinschaft zustimmen. Anwaltszwang besteht nicht. Allerdings ist im Hinblick auf die bestehenden Risiken die Inanspruchnahme eines Rechtsanwaltes regelmäßig zu empfehlen.

Sie können als Mitglied der Erbengemeinschaft also einen solchen Antrag auf Teilungsversteigerung stellen.

Der Antrag muss die genaue Bezeichnung des Grundstücks sowie die Anschriften der übrigen Miterben enthalten, §§ 180 Absatz 1, 16 ZVG. Sowohl der Antragsteller als auch die Antragsgegner, also die Miterben, müssen im Grundbuch eingetragen sein, §§ 181 Absatz 2 ZVG, 17 Abs. 1 ZVG. Allerdings genügt es auch, wenn Antragsteller oder Antragsgegner Erbe der eingetragenen Eigentümer sind, sofern dies glaubhaft gemacht werden kann oder dies für das Gericht offenkundig ist.

Ob hier eine solche Teilungsversteigerung Sinn macht – also Erfolg hat –, hängt davon ab, ob die materiell-rechtlichen Voraussetzungen zur Aufhebung der Gemeinschaft vorliegen. Dies prüft der Rechtspfleger, der Ihren Antrag auf Teilungsversteigerung zur Bearbeitung bekommt.

Allerdings können sich die anderen Mitglieder der Erbengemeinschaft auch gegen die Teilungsversteigerung wehren. Hier kann z.B. die Auflösung der Erbengemeinschaft testamentarisch ausgeschlossen sein. Dies wäre gesondert zu prüfen. Dann können die anderen Mitglieder der Erbengemeinschaft Klage nach § 771 ZPO erheben.

Die anderen Mitglieder der Erbengemeinschaft können die Versteigerung hinauszögern. Dies mit einem Antrag auf einstweilige Einstellung des Verfahrens. Die Teilungsversteigerung kann dann aufgeschoben werden, wenn der Antrag innerhalb einer Zwei-Wochen-Frist gestellt wird. Ein Aufschub kann gewährt werden, wenn die Versteigerung zur Unzeit erfolgt. Das heißt, wenn z.B. eine Wertsteigerung des Grundstücks unmittelbar bevorsteht. Das Verfahren könnte dann für maximal 6 Monate ausgesetzt werden.

Weiterhin kann Vollstreckungsschutz beantragt werden.

Wenn der Antrag Erfolg hat und die Grundstücke erfolgreich versteigert werden, besteht die (Erben-)Gemeinschaft an dem Erlös der Versteigerung fort. Dann müssen Sie sich mit dem Geld auseinandersetzen. Solange hierüber aber nicht Uneinigkeit besteht, wird das Geld hinterlegt.

Regelmäßig zeigt die praktische Erfahrung, dass der Streit um das Erbe nach der Teilungsversteigerung weitergeht. Dieser Erlös aus der Versteigerung muss noch verteilt werden. Mit dem Zuschlag das Verfahren ist noch längst nicht alles gelaufen. Die Gemeinschaft muss noch das sogenannte Verteilungsverfahren abwarten. Und die Verteilung des Erlöses verlangt die übereinstimmende Erklärung der Miteigentümer, die man sich bei einer zerstrittenen Erbengemeinschaft schlecht vorstellen kann.


1. Wer muss die Gerichtskosten für die Zwangsversteigerung tragen?

Hier muss der Antragsteller die Gerichtsgebühren / Gerichtskosten zahlen. Hierbei ist der Kostenvorschuss in Höhe von 3,0 Gerichtsgebühren einzuzahlen.

Die Gerichtskosten richten sich nach dem Verkehrswert des Objektes und liegen hier bei einem Verkehrswert von 15.000 € bei etwa 750 €.


2. Werden alle Erben mit einbezogen oder der trägt die Kosten nur der Erbe der die Auflösung beantragt?

Zunächst sind alle Kosten von Ihnen zu tragen, da Sie das Teilungsverfahren anstrengen.

Wird das Objekt versteigert, so werden die Verfahrenskosten gemäß § 109 ZVG dem Erlös entnommen, das heißt die Erbengemeinschaft insgesamt bezahlt die Kosten, da sich der zur Verteilung kommende Erlös um die Kosten vermindert.

Bleibt die Versteigerung erfolglos oder wird der Antrag zurückgenommen, so sind die Kosten von demjenigen zu bezahlen, der das Verfahren beantragt hat. Vom Antragsteller wird bei Beauftragung des Gutachters und bei Terminsbestimmung jeweils ein Vorschuss angefordert.

Die Erbengemeinschaft wird an dem Teilungsverfahren beteiligt und trägt im Falle der erfolgreichen Versteigerung auch die Kosten des Verfahrens. Anderenfalls blieben Sie auf den Kosten sitzen.

Die Rechtsanwaltskosten sind nur von Ihnen zu tragen und grundsätzlich nicht ohne Weiteres von der Erbengemeinschaft bzw. aus dem Erlös zu bezahlen.


3. Welche Kostenumfänge können insgesamt für mich entstehen?

Zu den oben bereits erwähnten Gerichtskosten kommen im Fall der Beauftragung eines Rechtsanwalts dessen Kosten hinzu.

Anwaltsgebühren entstehen wie folgt:

Eine 0,4 Gebühr nach Nr. 3310 Nr. 1 VV RVG entsteht für die Vertretung im Zwangsversteigerungsverfahren bis zur Einleitung des Verteilungsverfahrens.

Eine weitere 0,4 Gebühr nach Nr. 3312 VV RVG entsteht für die Wahrnehmung des Versteigerungstermins und eine 0,4 Gebühr nach Nr. 3311 VV RVG für die Tätigkeit im Verteilungsverfahren. Diese Gebühr entsteht auch, wenn es durch Mitwirkung des Rechtsanwaltes zu einer außergerichtlichen Einigung kommt.

Der Gegenstandswert richtet sich nach § 26 RVG dem Wert des dem Auftraggeber zustehenden Rechts.

Hier ist also der Wert des Grundstücks anhand Ihres Anteils innerhalb der Erbengemeinschaft zu ermitteln. Danach richten sich dann die Gebühren.

Sie geben hier einen Verkehrswert von 15.000 € an. Bei 1/6 Anteil liegt der Wert also bei 2.500 €.

Grob überschlagen entstehen Rechtsanwaltskosten in Höhe von mindestens 300 €.

Mit den Gerichtskosten entstehen zunächst Kosten in Höhe von insgesamt mindestens etwa 1.050 €.

Diese Kosten können hier vermieden werden, wenn eine einvernehmliche Einigung hinsichtlich der Auseinandersetzung erfolgen kann. Damit kann die gerichtliche Auseinandersetzung vermieden werden.

Sie sollten hier also zunächst versuchen, mit den anderen Mitgliedern der Erbengemeinschaft eine vernünftige Regelung zu finden. Wenn dies nicht möglich ist, bleibt nur der gerichtliche Weg.

Meine Kanzlei steht Ihnen gern für den weiteren Weg – egal ob außergerichtlich oder gerichtlich – zur Verfügung. Kontaktieren Sie mich, wenn insoweit Handlungsbedarf besteht. Aufgrund der gegebenen Nähe meiner Kanzlei zu Ihrem Wohnort kann eine solche Mandatierung recht unproblematisch realisiert werden.
Ergänzung vom Anwalt 26.08.2009 | 14:49

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

bei der Einzugsermächtigung, die vertraglich vereinbart gewesen ist, gibt es offenbar Probleme. Bitte beseitigen Sie bestehende Schwierigkeiten.

Mit freundlichen Grüßen


Steffan Schwerin
Rechtsanwalt
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