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Kann die Ex-Frau eine Stiefkindadoption verhindern?

02.10.2015 13:24 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

Mein Mann möchte meine 2jährige Tochter adoptieren. Der Antrag wurde bereits gestellt und ihr leiblicher Vater (hatte nie Interesse am Kind, da sie aus nem One-night-stand entstand, er hat sie seit eineinhalb Jahren nicht mehr gesehen, mein Mann und ich sind seit der 6. Schwangerschaftswoche zusammen, für ihn ist sie seine Tochter) hat zugestimmt.
Nun wurde die Ex-Frau meines Mannes vom Amtsgericht um Stellungnahme gebeten (wir wissen nicht ob sie persönlich oder im Namen ihres gemeinsamen 10 jährigen Sohnes) und sie hat Einwände dagegen, (Zitat:) "da die Adoption ihrer Ansicht nach nur aus finanziellen und erbrechtlichen Gründen geschehen soll". Das war nie unsere Intention dabei, es geht uns allein um die sorgerechtlichen Aspekte.
Das Verhältnis zwischen den Ex-Ehepartnern ist sehr schlecht, die Kommunikation klappt nur erschwert. Es war leider zu erwarten, dass Sie aufgrund der schlechten Beziehung nicht zustimmen wird.
Sie hat nach der Scheidung eine Abfindung bekommen (sie lebt auch mit ihrem neuen Partnerschaft zusammen), mein Mann ist ihr gegenüber also nicht mehr unterhaltspflichtig. Den Unterhalt für seinen Sohn zahlt er regelmäßig und in voller Höhe und so soll es auch bleiben. Sein Sohn und meine Tochter sind wie echte Geschwister, er betitelt sie auch so.
Mein Mann hatte letzte Woche eine Stellungnahme mit seinen Gründen für eine Adoption ans Amtsgericht gesendet. Nun bekam seine Ex-Frau gestern (wir auch) diese Stellungnahme mit einem Vermerk vom Amtsgericht zugesendet. In dem Vermerk steht dass sie eine Schmälerung von Erbanspruch und Unterhalt durch Geschwisterkinder hinnehmen muss, es würde nur nach Paragraph 1745 BGB das Kindeswohl geprüft werden.
Prompt bekam mein Mann heute eine email von ihr, in der sie ihm mitteilt, dass der gemeinsame Sohn auf sie zugekommen wäre mit der Bitte das Umgangsrecht einzukürzen, er möchte nicht mehr so oft zu uns kommen! Sie schrieb: da eine Zustimmung der Einkürzung ja dem Kindeswohl entspräche, müssen wir es so hinnehmen.

Mein Mann und ich sehen das als ihre Reaktion auf den Brief, um damit die Adoption zu verhindern.
Wir können uns nicht vorstellen, dass das Kind so einen Wunsch plötzlich ausgesprochen hat, da er immer sehr gerne zu uns kam und auch mehr kommen wollte.
Was sollen wir nun tun?

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten möchte:

Zunächst wäre der Umfang des Umgangsrechts Ihres Ehegatten zu ermitteln.

Hierbei steht wie immer das Kindeswohl im Vordergrund. Wenn keine besonderen, etwas anderes rechtfertigenden Umstände vorliegen, dann entspricht es bei einem 10-jährigen üblicherweise dem Kindeswohl, wenn ein Umgang alle 14 Tage am Wochenende von Freitag bis Sonntag beim Vater stattfindet sowie zusätzlich (ca. hälftig) an Feiertagen und in den Ferien.

In Fällen, in denen dieses Umgangsrecht durch den anderen Sorgeberechtigten vereitelt wird, bestehen u.a. folgende Möglichkeiten:

Es kann das zuständige Jugendamt mit der Bitte um Vermittlung kontaktiert werden.

Sollte dies erfolglos sein, zu lange dauern oder aus Ihrer Sicht von vornherein aussichtslos sein, so kann ein Rechtsanwalt damit beauftragt werden, die Zustimmung zu einer konkreten Umgangsvereinbarung von der Mutter zu verlangen.

Sollte auch dies scheitern, so verbliebe nur noch die Möglichkeit, das Umgangsrecht gerichtlich geltend zu machen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 02.10.2015 | 14:32

Sehr geehrter Herr Glemser,

Danke für Ihre Antwort, doch meine Frage war nicht nur auf das Umgangsrecht sondern auch auf das Adoptionsverfahren bezogen. Wir haben letztes Jahr einen Tag mehr (Wochenende 14tägig+ Montag eingeklagt - diesen Tag will sie nun wieder streichen!) Unserer Meinung nach, möchte die Ex-Frau diese ja im Sinne von Paragraph 1745 BGB die Adoption vereiteln, indem sie nun eine vom Sohn gewünschte Kürzung vorschiebt, dann wäre dies nämlich ein Interessenskonflikt, durch den mein Mann sein erstes Kind weniger sieht und sich deshalb weniger kümmern könnte und dies gegen eine Adoption sprechen würde!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.10.2015 | 14:55

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die von Ihnen zitierte Argumentation der Mutter halte ich nicht für schlüssig.

Es kann bei der Interessensabwägung im Rahmen des § 1745 BGB m.E. nicht darauf ankommen, dass die Mutter vorträgt, der leibliche Sohn wolle den Umgang ab jetzt nicht mehr im bisherigen Umfang. Das ergibt für mich keinen Sinn und ist überdies auch wenig glaubhaft.

Bei der Argumentation für die Adoption ist vielmehr darauf abzustellen, dass Ihr Ehegatte bereits seit der Geburt Ihres Kindes ein Verhältnis wie ein Vater zu diesem pflegt. Wenn deshalb ein gesteigertes Interesse Ihres Kindes an der Adoption besteht, dürfte die ohnehin schwache und etwas verquere Argumentation der Mutter dem m.E. nicht entgegenstehen.

Es kann dann weiter argumentiert werden, dass die persönliche Pflege und Erziehung, welcher Ihr Ehegatte seinem leiblichen Sohn zuteil werden lässt, durch die Adoption nicht verkürzt wird. Er hat sich ja vermutlich bereits bisher als zuverlässiger Vater für beide Kinder gezeigt und daran würde sich auch durch die Adoption nichts ändern.

Sie sollten sich daher allein von dem Vortrag der Mutter nicht von Ihrem Vorhaben der Adoption abbringen lassen.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Ivo Glemser

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