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Gibt es beim Umgangsrecht Unterschiede zwischen Müttern und Vätern?

14.01.2008 13:45 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Ich habe mit meiner Ex-Freundin eine gemeinsame Tochter (2 Jahre+4 Monate alt). Sie hat das alleinige Sorgerecht. Ich habe mich noch vor der Geburt getrennt, mich aber bisher sehr um Beide gekümmert. Ich war bei der Geburt anwesend und habe später beide erst täglich, dann alle 2 Tage, zur Zeit 2x in der Woche (je für ca. 3-5h) besucht und auch sonst versucht, die Mutter so weit ich kann zu unterstützen. Unterhalt zahle ich selbstverständlich für beide. Das Verhältnis zu meiner Tochter ist sehr gut. Die Besuche im Haus meiner ex-Freundin habe ich immer ungern gemacht, da ich mich dort sehr unwohl fühle. Ich möchte deshalb meine Tochter jetzt 1x Woche nach Absprache zur mir mitnehmen, d.h vormittags mit dem Auto abholen und nachmittags zurückbringen (ohne mir vorschreiben zu lassen, was ich tun darf und was nicht), auch um sie mehr in mein Leben zu integrieren. Dies lehnt die Mutter kategorisch ab. Besuche haben nach wie vor in ihrem Haus stattzufinden bzw. auf dem Spielplatz in der Nähe. Das Kind wird nicht mehr gestillt, kann laufen, sprechen und hält keinen Mittagschlaf mehr. Wir wohnen beide in Oldenburg (i.O.)ca. 10min Fahrtzeit mit dem Auto voneinander.
Die aktuelle Rechtssprechnung scheint für mich zu sprechen, auch Erfahrungen aus meinem Bekanntenkreis, es gibt sogar ein Verfassungsgerichtsurteil aus 2007, das für mich sprechen würde. Dort ging es allerdings immer um Väter mit gemeinsamen Sorgerecht.
Trennt das Umgangsrecht da? Was kann ich verlangen und wie würden meine Chanchen vor Gericht aussehen?
Gruß



Sehr geehrter Ratsuchender,

bei dem Umgangsrecht kommt es nicht auf die Sorgerechtsausgestaltung an. Denn das Umgangrecht ist ein sebständiges Recht. Das Sorgerecht und das Umgangsrecht stehen sich vielmahr als als gegenseitig beschränkende Rechte gegenüber.

Grundsätzlich steht Ihnen im Rahmen der Ausgestaltung des Umgangsrechtes auch das Recht zu, die Zeit mit dem Kind allein zu verbringen.

Aussichten in einer gerichtlichen Auseinandersetzung sind durchaus gegeben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in erster Linie das Kindeswohl die Entscheidung des Gerichts beeinflussen wird.

Für die Änderung des Umgangsrechts spricht, dass Sie seit der Geburt des Kindes regelmäßigen Kontakt zum Kind hatten. Es ist demgemäß davon anzugehen, dass bereits eine Bindung besteht. Ein ungestörter Umgang führt dazu, dass diese Bindung gefestigt und verstärkt werden kann. Dieses ist auch so bei der Ausübung des Umgangs gewollt. Der Umgang soll gerade dazu dienen, die Bindung zu festigen und - was ganz wesentlich ist - dem Kind die Möglichkeit geben auch zum anderen Elternteil eine feste Bindung aufzubauen.

Dieses ist für die Entwicklung eines Kindes außerordentlich wichtig. Durch den ungestörten Umgang wird das Kind auch in das Leben des anderen Elternteil eingeführt und lernt auch den anderen Elternteil dadurch viel besser kennen.

Liegen keine Gründe gegen eine andere Gestaltung vor, die das Kindeswohl betreffen, steht Ihrem Vorschlag eigentlich nichts im Wege.

In einer Auseinandersetzung werden Sie sich darauf einstellen müssen, dass unter Umständen eingewandt wird, Sie könnten das Kind nicht ausreichend versorgen. Darauf sollten Sie sich einstellen und bereits Möglichkeiten aufzeigen, dass das Kind bei Ihnen auch die Möglichkiet zu schlafen, in einem Kinderbett, wenn es müde wird, dass Sie ausreichend Nahrung im Haus habe etc..

Wenn die Mutter nicht besondere Gründe anführen kann, z.B. eine Krankheit des Kindes, gehe ich davon aus, dass Ihnen die Ausweitung eingeräumt werden wird. Letztendlich wird dieses aber erst genauer gesagt werden können, wenn die Gründe der Kindesmutter gegen die Ausweitung bekannt sind.

Sie müssen aber nicht gleich den Gerichtsweg wählen. Sie können auch zuvor unter Mithilfe des Jugendamtes in Ihrer Stadt versuchen, eine einvernehmliche Regelung zu finden. Gelingt dieses nicht oder sind Sie mit Vorgehen des Jugendamtes nicht einverstanden, steht es Ihnen jederzeit unbenommen, Ihren Anspruch gerichtlich durchzusetzen.

Gerne können Sie sich auch direkt mit mir in Verbindung setzen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle


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