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Immobilienkredit bei der Berechnung von Trennungsunterhalt

| 28.02.2018 14:34 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Zusammenfassung: Zum Abzug von Hauslasten beim Trennungsunterhalt

Vor der Ehe wurde gemeinsam ein Haus gekauft (Anteile jeweils 50%), während der Ehe wurden gemeinsam weitere Kredite für das Haus aufgenommen. Zins und Tilgung der gemeinsamen kredite wurden faktisch vom Ehemann übernommen. Nach ca. 4 Ehejahren kommt es zur Trennung, einige Monate nach der Trennung wurde in einem Notarvertrag die Übertragung des Hauses auf den Ehemann vereinbart. Die Ehefrau erhielt dafür eine Ausgleichszahlung in Höhe von 40.000 Euro. Das Haus ist nun im alleinigen Eigentum des Ehemannes, die gemeinsamen Kredite wurden auf den Mann übertragen. Ein nachehelicher Unterhalt wurde in dieser Scheidungsvereinbarung ebenfalls augeschlossen.

Die Höhe von Zins und Tilgung wurden während der Ehe auf 2.500 Euro mit der Bank festgelegt und in dieser Zeit durchgehend vom Mann bezahlt. Diese bleiben nach der Trennung unverändert. Das bereinigte Netto des Mannes beträgt ohne Abzug des Kredites 4.900 Euro. Das Netto der Frau 1.800 Euro.

Einige Monate nach dem Vertrag fordert die Ehefrau Trennungsunterhalt ein.

Folgende Fragen zum reinen Trennungsunterhalt:
Sind Zins und Tilgung in Höhe von 2.500 Euro voll abzugsfähig und führen damit zu einem bereinigten Netto von 2.400 Euro des Ehemannes?

Gleiche Frage zur Berechnung des Kindesunterhaltes, sind Zins und Tilgung in dieser Konstellation zur Berechnung des Kindesunterhaltes abziehbar?

Wird der Kindesunterhalt bei der Berechnung des Trennungsunterhaltes nur beim Mann abgezogen oder muss er auch dem Netto der Frau hinzugerechnet werden?

Ich bedanke mich für Ihre Bemühungen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Hinsichtlich der Kreditrate muss zwischen der ( vermögensbildenden ) Tilgung und dem Zinsanteil der Rate unterschieden werden.
Solange Sie beide Miteigentümer waren und die Zahlungen somit beiden zu Gute kamen, wäre ein Abzug der vollständigen Rate angemessen gewesen. Mit Beendigung des Güterstandes und Übertragung des Miteigentumsanteils ändert sich dies, da sie von nun an allein von der Tilgung des Kredites profitieren.

Sie können daher aktuell nur noch den Zinsanteil der Kreditrate in Abzug bringen ( vorbehaltlich der Anmerkungen unter 4. ). Da der Immobilienkredit schon während der Ehezeit bestand ist dieser "eheprägend" und damit hinsichtlich der Zinsen auch abzugsfähig.

2.
Dieser Zinsanteil ist in gleicher Weise auch beim Kindesunterhalt in Abzug zu bringen. Zu rechnen ist also mit dem Nettoeinkommen abzüglich Kreditzins. Sodann wird vorrangig der Kindesunterhalt abgezogen und sodann der Trennungsunterhalt aus dem verbleibenden Einkommen berechnet.

3.
Der Kindesunterhalt wird in Höhe der tatsächlichen Zahlbeträge nur bei Ihnen abgezogen, nicht aber auf Seiten Ihrer getrennt lebenden Ehefrau als Einkommen berücksichtigt. Es handelt sich nicht um Einkommen der Kindesmutter, sondern um bedarfsdeckendes Einkommen der Kinder.

4.
Ergänzung / Anmerkung
Unter Umständen kann der Tilgungsanteil des Kredites abweichend von den obigen Ausführungen doch abzugsfähig sein,
Sie sind berechtigt, eine sekundäre Altersvorsorge zu bilden.

Die vermögensbildende Wirkung der Tilgung kann für eine Abzugsfähigkeit sprechen, wenn der Vermögensaufbau der privaten Altersvorsorge dient. Auch das mietfreie Wohnen im Alter im abbezahlten Eigenheim ist eine Form der privaten Altersvorsorge.

Bei der Ermittlung des unterhaltsrelevanten Einkommens ist zu berücksichtigen, dass zusätzlich 4 % vom Bruttoeinkommen als angemessene Beiträge zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge vom Einkommen in Abzug gebracht werden können.

Haben Sie also neben der primären Altersvorsorge ( Deutsche Rentenversicherung ) bislang keine zusätzliche AV in Ansatz gebracht, so können Sie bis zu 4% des Bruttoeinkommen auf den Tilgungsanteil einsetzen.

Gerade das Unterhaltsrecht ist sehr komplex und von vielen Einzelheiten abhängig, es ist daher empfehlenswert anwaltliche Vertretung in Anspruch zu nehmen. So hätte die Frage des Trennungsunterhalt unter Umständen bereits im Zuge der Scheidungsfolgenvereinbarung abschließend geklärt werden können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 28.02.2018 | 15:46

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Stellungnahme vom Anwalt:
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