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Berechnung des Trennungsunterhaltes


01.08.2005 20:41 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Hallo
Meine (ex)Frau hat ihren Anwalt beauftragt, das Scheidungsverfahren vorzubereiten.Er forderte mich auf alle notwendigen Papiere bei ihm vorzulegen und nach einer gewissen Zeit, kam ein Brief mit folgender Berechnung:
mein monatliches durchschn.Netto: 2100€
abzügl. Kredit 1 : 219€
abzügl. Kredit 2 : 259€
abzügl. Rate Versandhaus : 85€
der Kindesunterhalt für meine beiden Kinder beträgt 456€
als Unterhaltsanspruch für meine (ex)Frau und die Kinder errechnete er demnach 645€
Meine (ex)Frau beginnt ab 01.09.2005 eine Halbtagsstelle als Anerkennungspraktikantin im öffentlichen Dienst(Kindergarten)

Meine Fragen wären:Werden bloss Kredite, Schulden und der Kindesunterhalt zur Berechnung des bereinigten Nettoeinkommens und daraus resultierend zur Berechnung des Trennungsunterhaltes angerechnet?
Und zweitens: Erfolgt eine Neuberechnung des Trennungsunterhaltes, sobald sie das Arbeiten begonnen hat??
Vielen Dank im Voraus

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Sehr geehrter Ratsuchender,

die Berechnung des Kollegen ist in der Tat nicht so ganz nachvollziehbar.

Nicht nur, dass die Berufspauschale offenbar vergessen worden ist, ist auch entscheidend, welches OLG hier zuständig ist. Denn die Leitlinien sind teilweise unterschiedlich und es gibt im Bereich einiger OLGs auch noch den sogenannten Erwerbstätigkeitsbonus.

Auch der Selbstbehalt wurde offenbar überhaupt nicht oder vielleicht nicht richtig berücksichtigt; auch hier kann der OLG-Bezirk eine Rolle spielen, so dass Sie diesen noch ergänzend mitteilen sollten.

Grundsätzlich werden aber Kredite, ehebedingte Schulden und der Kindesunterhalt neben der Berufspauschale (5%) oder die nachgewiesenen berufsbedingten Aufwendungen (auch das ist wieder von OLG zu OLG verschieden) abgezogen.


Eine Neuberechung des Kindesunterhaltes bei Arbeitsaufnahme hat zu erfolgen. Dabei müssen Sie aber beachten, dass das Einkommen der Frau wegen der Kinderbetreuung als sogenanntes überobligatorischen Einkommen gelten kann. Das hat zur Folge, dass das Einkommen nur teilweise angerechnet wird. Hier kommt es wegen der Billigkeitsprüfung auf den Einzelfall und das Alter der Kinder an. Ggfs wäre auch wichtig zu erfahren, ob die Frau auch vorab schon in der Ehe gearbeitet hat. Die BGH-Rechtsprechung hat sich insoweit zwar etwas geändert; viele Richter berücksichtigen dieses aber dennoch bei der Billigkeitsprüfung.


Hier würde ich dringend dazu raten, einen Kollegen aufzusuchen und mit der Beratung zu beauftragen. Es werden noch eine Vielzahl von Einzelfragen geklärt werden müssen, wobei dieses Forum die Individualberatung nicht ersetzen kann.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 02.08.2005 | 20:10

Vielen Danke für ihre schnelle und genaue Antwort.
Der Anwalt gab einen Mindestselbstbehalt von 890€ an.Meine (ex)Frau arbeitete auch während der Ehe, aber in einer Zeitspanne, in der ich auf die Kinder aufpassen konnte(Abends).Bestehen keine Arten von Versicherungen(Vorsorge etc) oder vermögensw.Leistungen, die abzugsfähig wären.
Vielen Dank im Voraus und macht weiter so!!!

Grüssle

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.08.2005 | 07:32

Wenn der Selbstbehalt mit 890,oo EUR angenommen worden ist, ist das in Ordnung.

Bei dem Nettoeinkommen bin ich nach Ihrer Frage davon ausgegangen, dass die Abzüge schon vorgenommen worden sind.

Neben der Berufspauschale (bzw. tatsächlich nachgewiesenen Aufwendungen) werden natürlich auch die Vorsorgeaufwendungen, die Sie angesprochen haben, in Abzug zu bringen sein, sofern sie sich in einem angemessenen Verhältnis zum Einkommen bewegen (nicht aber Ihre vermögenswirksamen Sparleistungen). Was nun im Einzelfall als "angemessen" gilt, kann hier nicht abschließend beurteilt werden.

So wie Sie es schildern, kann ich nur empfehlen, den Unterhalt genau ausrechnen zu lassen. Dazu bedarf es der Vorlage ALLER Unterlagen, was in diesem Forum nicht möglich ist. Sie sollten daher einen Kollegen vor Ort aufsuchen, da eine individuelle Beratung hier nicht erbrahct werden kann (siehe Button "Hilfe").


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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