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Grenzgänger D/CH

10.07.2014 22:00 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Stefanie Lindner, Dipl.-Jur.


Zusammenfassung: Die Grenzgängereigenschaft entfällt, wenn der Steuerpflichtige an mehr als 60 Tagen pro Jahr nicht zu seinem Wohnsitz in Deutschland zurückkehrt. Seine Einkünfte aus unselbständiger Arbeit unterliegen nicht der deutschen Besteuerung. Eine solche erfolgt in der Schweiz.

Guten Tag,

Ich wohne am Bodensee und werde ab August in Zürich arbeiten. Meine Familie, Frau + 2 Kinder bleiben in Deutschland.
Ich werde Grenzgänger mit Wochenaufenthalt ( Entfernung von zu Hause: 100 km oder 1h25 mit dem Auto, ich werde mit der Bahn fahren: 2 Stunden). Soweit ich es gelesen haben, erfolgt die Versteuerung in der Schweiz ( Rückkehr nach Deutschland ist nicht jeden Tag zumutbar).
Muss ich unbedingt eine Wohnung/Zimmer vor Ort mieten um diese Adresse bei des Finanzamt in Deutschland nachzuweisen? Könnte ich bei Kollegen übernachten ? Darf ich unter der Woche auch nach Hause fahren ( 1 oder 2 Mal) oder nur am Wochenende ?
Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Da Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland haben und in der Schweiz arbeiten, sind Sie Grenzgänger. Durch den Wohnsitz in Deutschland, sind Sie grundsätzlich in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig i.S.v. § 1 Abs. 1 S.1 EStG. Zwischen Deutschland und der Schweiz besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), um eine doppelte Besteuerung zu vermeiden.
Sie gelten allerdings nicht mehr als Grenzgänger, wenn Sie bei einer Beschäftigung während des gesamten Kalenderjahres an mehr als 60 Arbeitstagen auf Grund ihrer Arbeitsausübung nicht an ihren Wohnsitz zurückkehren, Art. 15a Abs. 2 des DBA. (sog. 60-Tage-Regelung).

Eine Rückkehr zu Ihrem Wohnsitz ist Ihnen zumutbar, wenn zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nicht mehr als 110km liegen oder wenn die tägliche Fahrzeit für Hin- und Rückfahrt nicht mehr als 3 Stunden beträgt. Da bei Ihnen die Distanz zwischen Wohnung und Arbeit ca. 100km beträgt, liegen Sie an der Grenze zur Zumutbarkeit. Wenn Sie gewöhnlich per Bahn fahren und die Fahrzeit damit 4 Stunden täglich beträgt, ist die tägliche Rückkehr zu Ihrem Wohnsitz in Deutschland nicht zumutbar. Wenn Sie bei Freunden übernachten, kehren Sie ebenfalls nicht zurück. Sie brauchen nicht unbedingt eine eigene Wohnung in der Schweiz anmieten, um die Nichtrückkehr zu belegen.
Es ist bei Ihnen aufgrund der grenzwertigen Distanz und auch Fahrzeit besonders wichtig, dass Sie Belege sammeln, die Sie dem Finanzamt vorweisen können. Als Belege für den Aufenthalt im Ausland eignen sich Kreditkartenzahlungen, Hotelrechnungen, Einkaufsbelege, Bewirtungsbelege von Gaststätten, u.ä.

Wenn Sie gelegentlich unter der Woche nach Deutschland zurückkehren, entfällt nicht gleich die Besteuerung des Arbeitseinkommens in der Schweiz. Wichtig ist, dass Sie an mehr als 60 Tagen pro Jahr nicht zu Ihrem Wohnsitz nach Deutschlang zurückkehren. Je öfter Sie allerdings nach Hause fahren, umso genauer müssen Sie dem Finanzamt nachweisen, dass Sie kein Grenzgänger sind.
Indem Sie mehr als 60 Tage im Jahr nicht zu Ihrem Wohnsitz zurückkehren, entfällt eine Besteuerung Ihres Einkommens aus unselbständiger Arbeit in Deutschland.
Die Besteuerung erfolgt in der Schweiz. Diese ist je nach Kanton zwar unterschiedlich hoch, dennoch deutlich günstiger als die Besteuerung in Deutschland.

Ihrem Arbeitgeber legen Sie keine Ansässigkeitsbescheinigung vor. Dann behält er die volle Steuer (Schweiz) ein. Ihr Arbeitgeber muss bis spätestens zum Jahresende das Formular „Gre 3" ausfüllen und beim kantonalen Steueramt einreichen. Dieser erhält dann eine Bescheinigung zurück, die er Ihnen aushändigt, so dass Sie beim zuständigen deutschen Finanzamt die Freistellung der betreffenden Erwerbseinkünfte geltend machen können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner

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Danke zusammenfassend ganz ok wohl auch in meinem Sinne allerdings hat bei mir die Antwort der Anwältin auf meine Rückfrage nochmal eine Unsicherheit ausgelöst und ich kann leider nichts mehr weiter klären da nur eine Rückfrage ... ...
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