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Versteuerung in der Schweiz auch wenn Familie in Deutschland bleibt ?

| 27.04.2015 23:09 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Falk-Christian Barzik, Diplom-Finanzwirt (FH)


Zusammenfassung: Besteuerung Lohneinkünfte in der Schweiz als Wochenaufhalter

Ich habe am 01.03.15 eine neue Arbeitsstelle in der Schweiz angefangen. Seit dem 01.04.15 habe ich dort auch eine 3,5 Zimmer Wohnung. Die Familie soll in Deutschland bleiben und ich fahre am Wochenende wenn es möglich ist zur Familie nach Deutschland (klappt nicht immer). Ich habe mich in Deutschland nicht abgemeldet (wir haben 2 Häuser, eins davon vermieten wir)

Ich habe eine B-Bewilligung beantragt die nun vom Immigrationsamt abgelehnt wurde mit der Begründung das wenn meine Familie in Deutschland bleibt und ich die an den Wochenenden besuche dann ist dort mein Lebensmittelpunkt und ich solle bitte eine Grenzgänger-Bewilligung beantragen als sog. Wochenaufenthalter.
Die Entfernung zum Familienwohnsitz in Deutschland ist ca. 650 km.

Wenn ich das mache, bedeutet es dann automatisch das ich mein Einkommen in Deutschland versteuern muss ? Derzeit wird mir ja nur die Quellsteuer abgezogen die dann zwar verrechnet wird aber steuerlich wäre natürlich die Schweiz interessanter.
Was kann ich tun um doch in der Schweiz zu versteuern ? Mich in D abmelden ?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten. Bitte beachten Sie dabei, dass Weglassungen oder Änderungen des zu beurteilenden Sachverhaltes mitunter schwerwiegende Folgen für die rechtliche Lösung haben können.

Grundsätzlich ist schon einmal zu sagen, dass die Abmeldung nie über die Bestimmung des steuerlichen Wohnsitzes entscheidet. Dieser bestimmt sich vielmehr nach den tatsächlichen Gegebenheiten. Und in Ihrem Fall ist der Wohnsitz der Familie grundsätzlich auch Ihr Lebensmittelpunkt.

Nunmehr bestimmt sich die Besteuerung nach dem Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz. Dort sind die Art. 15 und 15a einschlägig.

Danach hätte DE das Besteuerungsrecht, wenn Sie als Grenzgänger iSd. Art 15a II gelten würden. Darauf zielte die Anregung der Beantragung der Grenzgängerbewilligung durch die Schweizer Immigrationsbehörde ab.
Als Grenzgänger gilt derjenige, der in Deutschland ansässig ist ((+), da Familienwohnsitz in DE), aber in der Schweiz arbeitet und von dort regelmäßig an seinen Wohnsitz in DE zurückkehrt. Dies wäre grundsätzlich mit Ihren Familienheimfahrten bei Ihnen der Fall.

Eine Ausnahme ist jedoch mit den sog. Nichtrückkehrtagen geregelt. Danach gilt man wiederum dann nicht als Grenzgänger, wenn man an mehr als 60 Arbeitstagen nicht an den Wohnsitz zurückkehrt und einem eine tägliche Rückkehr auch nicht zumutbar war ((-) bei Ihrer Entfernung zum Familienwohnsitz).
Dann würde man nicht als Grenzgänger bzw. Wochenaufhalter gelten und das Besteuerungsrecht würde an die Schweiz für die Lohneinkünfte zurückfallen. Dies ist nach Ihren Ausführungen bei Ihnen der Fall.
Rechtsfolge wäre, dass Ihre Lohneinkünfte alleine in der Schweiz der Quellensteuer unterliegen. In DE unterligen Ihre Schweizer Einkünfte dagegen nur dem sog. Progressionsvorbehalt. D.h., dass die Schweizer Einkünfte nicht in die Bemessungsgrundlage einbezogen werden, jedoch den Steuersatz Ihrer anderen (!) in DE erzielten Einkünfte erhöhen würden.

Die Nichtrückkehrtage müssen Sie ggn. dem deutschen FA nachweisen. Dies geschieht durch die Vorlage der Gre3-Bescheinigung, die Ihnen ihr Arbeitgeber auszufüllen hat. Es empfiehlt sich jedoch, den Sachverhalt ggn. beiden Finanzbehörden bereits offen zu legen und dann abzuwarten, welche Nachweise von Ihnen für die Nichtbesteuerung in DE beizubringen sind.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Bitte vergessen Sie auch nicht die Vornahme der Bewertung der rechtlichen Begutachtung.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 03.05.2015 | 22:11

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