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Erbschaft Bilder und Haus mit Grundstück


| 26.06.2006 09:05 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,
wir 4 Kinder und die Stiefmutter bilden eine Erbengemeinschaft. Mein Vater (von Beruf Kunstmaler) verstarb plötzlich 10/05 und hat kein Testament hinterlassen.. Beim Erbe geht es hauptsächlich um die Bilder seines Schaffens und dem Haus mit Grundstück.. Wir haben nun Probleme mit der Stiefmutter, welche das Erbe uns nur mit Schwierigkeiten auszahlen will, bzw. Streitigkeiten bei der Aufteilung der Bilder. Wir haben bisher davon abgesehen einen RA einzuschalten, da ein Erbe im selben Dorf wohnt und einen Ruf zu verlieren hat (Arbeit und Zusammenleben).Sie verleumdet uns sowie so schon als geldgierig und keiner hilft ihr. Obwohl der Miterbe der mit im Dorf wohnt, ihr wöchentlich bei Grabpflege, Einkauf und Reparaturen zur Seite steht. Ansonsten haben wir ihr alle Hilfe angeboten, auch bei der Aufarbeitung der Erbangelegenheit, welches sie aber strikt ausschlägt, um sich nicht in die" Karten" schauen zu lassen. Außerdem verweigert sie uns den Zutritt in das Haus,welches ja auch uns z.T. seit dem Erbe gehört. Wir haben ihr vorgeschlagen, das sie das Haus behält und uns auszahlt. Wiederum sagt sie uns keinen Schätzwert des Hauses und hat in der Liste für das Finanzamt nur das Minimum des Grundstückswertes eingetragen, das Haus selbst nur den Kaufpreis von vor 23 Jahren, obwohl der Wert des Hauses seitdem durch Umbau dtl. aufgebessert wurde.
Die Ölbilder wurden von einem Kunstkollegen unseres Vaters geschätzt, wobei die kleineren Acrylbilder und andere abstrakten Werke nur grob geschätzt in Mappen zu a 50 Stk. in die Liste f. Finanzamt eingetragen wurden. Das bemäglte nun das Nachlassgericht und wünscht eine detallierte Aufstellung mit Frist von 1 Monat.
Das Problem besteht nun darin, daß der Kunstkollege sich weigert weiterhin Schätzungen vorzunehmen und die Stiefmutter keinen anderen Schätzer bisher erreichen konnte. Nachdem sie nun schon die 3. Verlängerung zur Erstellung der Auflistung u. Schätzung bekommen hat., wird das Nachlassgericht (Amt) lt. telef. Auskunft von dort, einen Nachlassverwalter stellen. Und nun unsere Fragen:

1. Ist es zu unserem Vorteil den Nachlassverwalter seine Arbeit machen zu lassen, da wir bezweiflen, das dieser Ahnung von Kunstbildern hat. Wiederum wäre es nicht schlecht wenn ein Unparteiischer mitmischt, da sie vor hat dem örtl. Museum Bilder zuschenken und auch sonst die Aufteilung der Bilder nach ihrem gut dünken vorzunehmen. Ein Verkauf in der Gesamtheit o.a. im Einzelnen ist kaum mgl., da es in der Wohnregion sehr wenig finanzielle Käufer existieren.

2.Wenn das Erbe nicht über den insgeamten Freibeträgen bei Erbschaft- u. Schenkungssteuer liegt, muß man trotzdem irgend welche Steuern für die Bilder zahlen? Das Amt sprach von so etwas, was wir nicht
so richtig verstehen.

3. Woher könnte man einen Schätzer für die Kuntbilder bekommen?

4. Wenn wir einen Gutachter f.d. Haus mit Grundstück bestellen, damit ein ordentlicher Wert festgelegt wird, kann sie dem den Zutritt verweigern, sie die Summe anfechten und wer muß das bezahlen?

5. Wie hoch ist der maximale Betrag für Beerdigungskosten, Grabpflege u. etc?( da sie nach unsrerer Meinung überdemensionale Ausgaben macht- nichts gegen eine gebürliche Beerdigung, aber man kann es auch übertreiben!)

6. Kennen Sie irgendwelche ähnliche Erbfälle und wo kann man diese Präzedensfälle nachlesen?

Ich hoffe Sie konnten meine Auführungen verstehen, da es sehr schwierig ist, diesen Sachverhalt und die Streiterein seit einem halben Jahr kurz zu formulieren.

Mit freundlichen Grüßen B.
26.06.2006 | 10:42

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

1. Zunächst kurz zur rechtlichen Situation:

Ein Nachlassverwalter wird durch das Nachlassgericht AUF ANTRAG angeordnet. Den Antrag kann ein Gläubiger des Erblassers stellen (§ 1981 Abs. 2 BGB), wenn er befürchtet, dass der/die Erben die Befriedigung der Schulden gefährdet/en. Jedoch sind die Erben vor Einsetzung eines Nachlassverwalters anzuhören, § 14 Abs. 2 InsO analog. Gegen die Einsetzung eines Nachlassverwalters können Sie gemäß § 76 Abs. 2 FGG sofortige Beschwerde erheben beim zuständigen Nachlassgericht.


2. Wenn also ein Nachlassverwalter eingesetzt werden soll, hat das weitreichende Folgen für Sie und die übrigen Erben. Gemäß § 1984 BGB verlieren die Erben die Befugnis, den Nachlass zu verwalten und darüber zu verfügen. Der Nachlassverwalter nimmt dann die Verwaltung in eigener Verantwortung vor, insbesondere werden Gläubiger befriedigt. Die Nachlassverwaltung endet mit Befriedigung der Gläubiger und Vorlage der Abschlussrechnung oder durch Eröffnung eines Nachlassinsolvenzverfahrens.

3. Der Nachlassverwalter wird für seine Leistung angemessen vergütet. Dabei wird ein Stundesatz festgelegt. Die Zahlung wird aus dem Nachlass beglichen.

4. Die Nachlassverwaltung kann auch Vorteile haben. Der Nachlassverwalter hat die Pflicht zur Nachlasssicherung. Dafür wird er in der Regel ein Nachlassverzeichnis erstellen, bei dem die Bilder Ihres Vaters und die übrigen Nachlassgegenstände sowie Nachlassvermögen in ein Bestandsverzeichnis aufgenommen wird (§§ 1802 ivm 1915 Abs. 1 BGB). Somit kann Ihre Stiefmutter nach Erstellung des Verzeichnisses keine Kunstwerke unbemerkt verschenken.
Hinsichtlich des Hauses wird der Verwalter eine Schätzung vornehmen lassen durch einen Sachverständigen, § 1802 Abs. 2 BGB, wenn sich der Wert nicht anderweitig ergibt (z.B. durch qm Preis in der jeweiligen Wohngegend ergibt, sog. Bodenrichtwerte).

5. Soweit eine Nachlassverwaltung noch nicht vorgenommen wurde, können Sie als Erben alle erforderlichen Maßnahmen vornehmen. Wenn hinsichtlich des Hauses einen Sachverständigen mit der Schätzung beauftragen, ist das eine Handlung der Erbengemeinschaft, für die auch die Erbengemeinschaft aufkommen muss. Ihre Stiefmutter hat hier eine Mitwirkungspflicht, weil der Nachlass für das Nachlassverzeichnis entsprechend korrekt ermittelt werden muss. Sie hat die Schätzung zu dulden.

6. Um einen Sachverständigen für die Kunstwerke zu finden, sollten Sie sich zunächst an das Nachlassgericht wenden. Dort wird in der Regel ein Verzeichnis von Sachverständigen geführt, an die man sich wenden kann.

7. Zu diesem Thema gibt es eine Vielzahl an Literatur. Zu empfehlen ist folgendes Werk http://www.stiftung-warentest.de/shop/alle/buecher/sp0014000.html. Natürlich gibt es auch eine Vielzahl an Entscheidungen, z.B. BGH, Urteil vom 28. 9. 2005 - IV ZR 82/04 für die Mitwirkungspflicht der Miterben, OLG Köln, Urteil vom 5. 10. 2005 - 2 U 153/04 zu der Frage der Bewertung von Kunstwerken etc.

8. Hinsichtlich Ihrer Steuerfrage kann ich ohne weitere Informationen keine Auskunft geben.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen. Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

Weiler Rechtsanwälte
Sonnenstr. 2
80331 München

Tel: (089) 20604130
kanzlei@weiler-rechtsanwaelte.de

Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:
Meine Auskunft umfasst die wesentlichen Gesichtspunkte, die in Fällen der geschilderten Art im Allgemeinen zu beachten sind.
Insbesondere bezieht sich meine Auskunft nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Auch einige Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht geklärt werden. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 14.07.2006 | 10:42

Sie haben leider noch nicht die Frage 5 beantwortet: Wie hoch darf die Stiefmutter maximal Beerdigungskosten und was dazu gehört z.B. Grabpflege ausgeben, da Sie unserer Meinung überdimensionale Ausgaben macht. Gibt es da einen Max-Festbetrag, oder kann Sie das "Grab vergolden lassen"?
Mfg B.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.07.2006 | 16:05

Es gibt hier keine festen Beträge, die für die Beerdigung gelten. Vielmehr ist ein "angemessener" Betrag ersatzfähig. Ob in Ihrem Fall eine unangemessene Zahlung gefordert wird, können Sie nur auf dem Klageweg ermitteln.

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