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Haus und Grundstück

04.01.2006 15:12 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Hallo
Ich habe mit meiner geschiedenen Frau ein Haus mit Grundstück das uns auch beiden trotz Scheidung gehört da es nun an unsere Tochter weiter gegeben ist. Ich und meine geschiedene Frau leben bei den jeweiligen neuen Partnern.Unsere Tochter (28)mit Lebensgefährte und Kind(6)renovieren und sanieren seit 2 Jahren das Haus .Ich hatte vor meiner Gschiedenen Frau schon mal eine Ehe geführt und daraus entstand noch eine Tochter.Kurz vor der Geburt liessen wir uns scheiden und ich zog weit weg.Bei den versuchen mit Ihr Kontkt aufzunehmen sagte Sie immer das Sie keinen Vater habe.Ich möchte nun das meine Tochter nicht umsonst saniert und renoviert und suche nach einer Lösung das meine Tochter abgesichert ist und später nach meinem Tod nicht Haus und Grundstück verlassen muß.Nun meine Frage - wie kann ich das machen das meine andere Tochter nichts von Haus und Grundstück bekommt.Wir möchten definitiv das unsere Tochter mit Kind und Kegel das Haus mit Grundstück behalten und ohne finanziellen Schaden ( ohne die andere Auszahlen zu müssen )davon kommen.Danke im voraus .Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne will ich Ihre Anfrage beantworten.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, so sind momentan Sie und Ihre geschiedene Frau gemeinschaftliche Eigentümer des in Frage stehenden Grundstückes. Im Falle Ihres Ablebens würde, wenn dies so bliebe, Ihre Tochter, die nichts von dem Grundstück samt Haus bekommen soll, jedenfalls ihren Pflichtteil bekommen. Dies auch dann, wenn Sie ein Testament gemacht oder einen Erbvertrag geschlossen haben, da eine „Enterbung“ im Hinblick auf den Pflichtteil nicht möglich ist.

Als Lösung bietet sich deshalb zum einen an, dass die Tochter, die nichts von dem Grundstück bekommen soll, auf ihren Pflichtteil verzichtet. Hierzu wird sie aber wohl eher nicht bereit sein.

Als andere und auch bessere Lösung Ihres Problems können Sie aber auch gemeinsam mit Ihrer geschiedenen Frau das fragliche Grundstück schenkweise an Ihre Tochter übertragen. Hierzu müssen Sie einen notariellen Schenkungsvertrag abschließen. Hierüber berät Sie gerne jeder Notar. Dann muss die Eigentumsänderung im Grundbuch eingetragen werden. Sobald das geschehen ist, sind weder Sie noch Ihre Frau mehr Eigentümer des fraglichen Grundstückes, was im Erbfall dazu führt, dass die Tochter nichts von dem Grundstück bekommt. Aber auch zu Lebzeiten müssen Sie die Tochter, die nichts von dem Grundstück bekommen soll, bei dieser Lösung nicht auszuzahlen oder ähnliches. Ebenso wenig Ihre Tochter.

Diese Lösung ist dann jedenfalls bedenkenlos möglich, wenn Sie bisher keine Verfügung von Todes wegen zu Gunsten Ihrer Tochter, die nichts von dem Haus bekommen soll, getroffen haben. Ist dies der Fall, so verkompliziert sich die Lage ein wenig, wird aber auch nicht unlösbar, so dass auch bei dieser Variante, die ich von hier aus leider nicht beurteilen kann, eine Lösung möglich ist.

Sie sollten, um die reibungslose Übertragung des Grundstückes zu gewährleisten, in jedem Fall gemeinsamen mit Ihrer geschiedenen Frau einen Notar aufsuchen, und mit diesem die oben beschrieben Variante der Schenkung durchzuführen.

Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung Ihrer Frage gedient zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens O. Gräber
Rechtsanwalt



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