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Erbfolgen und Testament

| 14.04.2015 11:15 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sebastian Scharrer, LL.M., Dipl.-Jur.


1. Eine Tante, meines Nachbarn, ist kinderlos, hat vor Jahren ein notarielles Testament gemacht. Das will sie ändern, weil in dem Testament Begünstigte stehe, von denen sie glaubt, sie hätten sie vernachlässigt. Die Tante hatte einen Oberschenkelhalsbruch, liegt im Krankenhaus, anschließend REHA, und möchte das in dieser Woche machen. Ist es richtig, dass sie das machen kann ohne Notar, handschriftlich. Brauchte es der Unterschrift eines Zeugen. Welche Formvorschrift gibt es, was genau in dem Testament stehen muss. Welche Fakten müssen berücksichtig werden. Können Sie mir ein Formular mailen, quasi als Vorlage?
2. Die Tante des Nachbarn ist die Witwe des Bruders seines Vaters. Mit diesem Onkel ist er blutsverwandt, sein direkter Neffe, ihr angeheirateter Neffe. Sie hat seinen Onkel beerbt. Der Hauptteil des Vermögens kam von diesem Onkel. MeinNachbar steht in einem engen, persönlich vertrauten und vertrauensvollen ständigen Kontakt seit Jahrzehnten. Wie wäre die Erbfolge im Blick auf ihn.
3. Die Tante hatte eine, inzwischen verstorbene Halbschwester, diese eine ebenfalls inzwischen verstorbene Tochter, die Nichte der Tante. Die Kinder dieser Nichte, also die Enkel der Halbschwester leben noch. Sind diese beiden Frauen erbberechtigt oder könnten das Testament anfechten, wenn mein Freund der alleinige Begünstigte bin?
4. Hebt ein Testament diese Erbfolgen auf?
5. Die Tante möchte meinem Nachbarn eine Vollmacht geben für den Fall dass sie gehindert ist selbst zu handeln und diese soll über den Tod hinaus gelten. Haben Sie dafür ein Format oder Beispiel als Formular?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Eine Tante, meines Nachbarn, ist kinderlos, hat vor Jahren ein notarielles Testament gemacht. Das will sie ändern, weil in dem Testament Begünstigte stehe, von denen sie glaubt, sie hätten sie vernachlässigt. Die Tante hatte einen Oberschenkelhalsbruch, liegt im Krankenhaus, anschließend REHA, und möchte das in dieser Woche machen. Ist es richtig, dass sie das machen kann ohne Notar, handschriftlich. Brauchte es der Unterschrift eines Zeugen. Welche Formvorschrift gibt es, was genau in dem Testament stehen muss. Welche Fakten müssen berücksichtig werden. Können Sie mir ein Formular mailen, quasi als Vorlage?
Wurde das Testament amtlich hinterlegt, so genügt es bereits, wenn der Erblasserin das Testament gemäß § 2256 zurückgegeben wird. Alternativ kann gemäß § 2258 BGB ein neues Testament errichtet werden. In diesem Testament sollte geregelt werden, inwieweit das notarielle Testament noch gelten soll. Dieses Testament ist handschriftlich zu errichten und sollte mit Ort und Datum unterschrieben werden. Ein solches Testament muss nicht von Zeugen unterschrieben werden. Zeugen wären in Übrigen nicht, wer durch das Testament begünstige wäre. Wenn das notarielle Testament widerrufen werden sollte, wäre die folgende Formulierung sinnvoll:

Frühere Testament verlieren mit diesen Testament ihre Wirksamkeit. Dies ist unabhängig davon, ob das frühere Testament mit diesem Testament in Widerspruch steht."

2. Die Tante des Nachbarn ist die Witwe des Bruders seines Vaters. Mit diesem Onkel ist er blutsverwandt, sein direkter Neffe, ihr angeheirateter Neffe. Sie hat seinen Onkel beerbt. Der Hauptteil des Vermögens kam von diesem Onkel. MeinNachbar steht in einem engen, persönlich vertrauten und vertrauensvollen ständigen Kontakt seit Jahrzehnten. Wie wäre die Erbfolge im Blick auf ihn. In der gesetzlichen Erbfolge erben zunächst die Nachkommen (Kinder, Enkelkinder usw.) Sind keine Enkelkinder vorhanden, so Erben die Eltern der Erblasserin oder wenn diese bereits vorstorben sind, deren Nachkommen. Hierbei muss es sich um leibliche Nachkommen handeln. Da dies hier nicht der Fall ist, würde Ihr Nachbar nichts erben. Dies ändert sich aber in dem Moment, in dem er von der Erblasserin zum Erben ernannt wird.

3. Die Tante hatte eine, inzwischen verstorbene Halbschwester, diese eine ebenfalls inzwischen verstorbene Tochter, die Nichte der Tante. Die Kinder dieser Nichte, also die Enkel der Halbschwester leben noch. Sind diese beiden Frauen erbberechtigt oder könnten das Testament anfechten, wenn mein Freund der alleinige Begünstigte bin? Grundsätzlich sind diese Damen erbberechtigt. Erbberechtigte sind auch zur Anfechtung berechtigt, § 2080 BGB. Hierfür muss aber ein Anfechtungsgrund gemäß § 2078 BGB vorhanden sein. Ein solcher Grund ist dann gegeben, wenn die Erblasserin über den Inhalt des Testaments im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte und anzunehmen ist, dass er die Erklärung bei Kenntnis der Sachlage nicht abgegeben haben würde. Das Gleiche gilt, soweit der Erblasser zu der Verfügung durch die irrige Annahme oder Erwartung des Eintritts oder Nichteintritts eines Umstands oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist. Ein Nachkomme kann bei seinem Übergehen anfechten, wenn die Existenz des Nachkommens der Erblasserin unbekannt gewesen ist, § 2080 BGB.

4. Hebt ein Testament diese Erbfolgen auf? JA.
5. Die Tante möchte meinem Nachbarn eine Vollmacht geben für den Fall dass sie gehindert ist selbst zu handeln und diese soll über den Tod hinaus gelten. Haben Sie dafür ein Format oder Beispiel als Formular? Hier kommt es darauf an, welche Vollmacht gegeben werden soll. Banken akzeptieren in der Regel nur Ihre Vollmachten. Da ich nicht weiß, was geregelt werden soll, kann ich auch kein Muster zur Verfügung stellen. Wichtig ist allerdings, dass sich aus der Vollmacht ergibt, dass diese über den Tod hinaus gelten soll.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 16.04.2015 | 08:54

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 16.04.2015 5/5,0
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