Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbfolge / Testament

| 21.06.2017 14:00 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Sollte mein Vater sterben, wer bekommt wann wieviel vom Vermögen?
Es sind vorhanden Vater u. Mutter verheiratet gemeinsames Konto, ich ,
ein bruder , zwei enkel, einer davon unehelich ohne Kontakt zur Familie.
Großeltern gibt es nicht mehr. 2 Geschwister meiner Mutter spielen glaube ich keine Rolle. Das Vermögen besteht nur aus gemeinsamem Girokonto und 2 Sparkontenvon unter 75Tsd. euro.
Mein Vater hat ein Testament ( nicht notariell beglaubigt), in dem er angibt, dass
meine Mutter zuerst die Alleinerbin sein soll. Ist das rechtens, oder steht dem Rest vor dem Tod der Mutter auch schon ein bestimmter Anteil zu?
Wenn zum einfachen Testament eine Vorsorgevollmacht mit meiner Mutter als
rechtliche Vertretung eingesetzt vorhanden, braucht es dann einen Erbschein?
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

So Ihr Vater das Testament entsprechend der gesetzlichen Voraussetzung vollständig selbst handschriftlich verfasst und unterschrieben hat, dürfen Sie davon ausgehen, dass es auch wirksam ist. Es muss aber zum Zeitpunkt des Ablebens immer noch vorhanden und auffindbar sein.

In diesem Falle, würde Ihre Mutter zur Alleinerbin berufen sein und Sie und Ihr Bruder würden auf den Pflichtteil verwiesen. Der Pflichtteil ist ein schuldrechtlicher Anspruch gegen den Erben bzw. gegen den Nachlass (weil dieser auf den Nachlass beschränkt werden kann). Der Pflichtteil besteht in der Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Nach der geschilderten Situation betrüge dieser ¼ bei Ihnen beiden und somit beträgt der Pflichtteil in dieser Situation 1/8 des Nachlasses für jeden von Ihnen.

Bei gemeinsamen Konten ist davon auszugehen, dass hiervon beim gesetzlichen Güterstand der Eheleute schon einmal 50% per se dem überlebenden Ehegatten gehören und somit nur noch die verbleibenden 50% dem Nachlass zufallen.

Um Ihr Beispiel aufzugreifen nehmen wir einmal an, Ihr Vater hinterlässt eigenes Vermögen in Höhe von 75 T€, so hätte Sie einen Zahlungsanspruch in Geld aus dem Pflichtteilsrecht in Höhe von 9.375 Euro.
Zu berücksichtigen wird hier aber noch sein, dass Nachlassverbindlichkeiten wie Beerdigungskosten etc. von den angenommenen 75 T€ vorher in Abzug zu bringen sind.

Der Erbe wird grundsätzlich nur bei einem notariellen Testament oder Erbvertrag auf die Erteilung eines Erbscheines verzichten können. Erteilte Vollmachten erlöschen mit dem Tod des Vollmachtgebers, darüber hinweghelfen kann nur die Erteilungen einer trans- bzw. postmortalen Vollmacht. Soweit eine nach dem Tod des Vollmachtgebers weiterhin gültige Vollmacht vorliegt, kann in der Regel die Abwicklung durch den Erben ohne Erbschein vollzogen werden.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen


Nachfrage vom Fragesteller 21.06.2017 | 15:01

Vielen Dank für die schnelle Beantwortung,

gehe ich richtig in der Annahme, dass mir und meinem Bruder ohne Testament je 1/4 zustehen würde? Und was ist mit den Enkeln??

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.06.2017 | 15:07

Sehr geehrter Ratsuchender,

ja das ist korrekt. So hatte ich es ja in meier Antwort auch geschrieben. Aber nur, wenn Ihre Eltern im gesetzlichen Güterstand (Zugewinngemeinschaft) verehelicht sind bzw. die zum Zeitpunkt des Erbanfalls sind.

Enkel spielen bei der gesetzlichen Erbfolge nur eine Rolle, wenn deren Elternteil in bezug auf den Erblasser in der Erfolge nicht mehr existiert, dieser das Erbe ausgeschlagen oder darauf vorab notariell verzichtet hat.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Ergänzung vom Anwalt 22.06.2017 | 11:32

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Wenn in dem o.g. Testament ein Enkel mit einem Erbe und/oder einem Vrmächtnis bedacht wurde, so wird er entsprechend Erbe bzw. Vermächnisnehmer.
Leider haben Sie hier nicht dargelegt, wie der Enkel im Testment bedacht wird. So dass es bei dieser allgemeinen Aussage diesbezüglich verbleiben muss.

Ich rate hier einen Kollegen vor Ort, notfalls mit einem Beratungsschein des für Sie zuständigen Amtsgerichtes, wenn Sie nicht über die notwendigen Einkünfte verfügen und diesen im Rahmen einer Erstberatung mit dem kompletten Sachverhalt diesbezüglich befragen. Hier sind im Dialog auch Nachfragen von beiden Seiten hilfreich, um verschiedene Konstellationen durchzuspielen.

Mit freundlichen Grüßen aus Aachen
Rechtsanwalt Andreas Wehle

Bewertung des Fragestellers 18.09.2017 | 18:17

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 18.09.2017 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70852 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle Antwort, kompetent und hilfreich. Vielen lieben Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich hätte nie gedacht, auf dieser Seite eine so kompetente Beratung bekommen zu können. Herr Lembcke geht sehr ins Detail und geht auf alle Fragen ein. Jederzeit wieder und vielen Dank nochmal! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort hat mein Recherchen bestätigt und wurde schnell, freundlich, sachlich und kompetent übermittelt. Sollte es erforderlich sein, melde ich mich in jedem Fall wieder! ...
FRAGESTELLER