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Enterbung von Geschwistern

23.02.2015 15:26 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Meine Schwester hatte im Juli 2004 ein handschriftliches Testament aufgesetzt in welchem sie meine juengere Schwester und mich (aber keine Erwaehnung unserer Abkoemmlinge) vom Erbe ausschloss. Meinen Bruder setzte sie als Testamentsvollstrecker ein, ueberlaesst ihm ihren Hund und erklaert, dass er dafuer entsprechend kompensiert wird, trifft aber ansonsten keinerlei weitere Verfuegungen ueber ihr Erbe welches hauptsaechlich aus ihrem Anteil ein einem Haus besteht (38,7% Anteil an der Erbengemeinschaft der meine juengere Schwester und auch ich mit dem Rest angehoeren, nicht jedoch mein Bruder)
Bis 2006 stand meine Schwester unter grossem Einfluss meines Bruders. Ihr Verhaeltnis verschlechterte sich jedoch zu dem Punkt der Zerruettung in 2008.
Im gleichen Jahr hinterlegte mein Bruder, ohne Wissen oder Auftrag meiner Schwester das besagte Originaltestament per Einschreiben beim hiesigen Amtsgericht. Das Amtsgericht lehnte das ab und kontaktierte meine Schwester, die entsetzt das Testament persoenlich kassierte. Sie schickte daraufhin meinem Bruder ein Einschreiben in welchem sie das Testament als ungueltig erklaerte.
2012 verstarb meine Schwester. Die Beziehung zwischen ihr, meiner juengeren Schwester und mir war seit 2009 konstruktiv und freundschaftlich was durch mehrer schriftliche Vereinbarungen zur Geltung kam.
Ende 2012 beantragte mein Bruder einen Erbschein als Alleinerbe auf das Erbe der verstorbenen Schwester und legte dazu ein anderes von 2005 datiertes Testament vor.
Dabei handelte es sich um eine Faelschung welche durch einen vom Gericht bestallten Sachverstaendigen bestaetigt wurde. Da keine weiteren Testamente vorlagen beschloss das Gericht auf gesetzliche Erbfolge zwischen meinem Bruder, meiner juengeren Schwester und mir.
Diesen Beschluss hat mein Bruder nun angefochten mit dem Hinweis, dass das Testament
von 2004 Gueltigkeit habe, da die Ruecknahme vom Amtsgericht bei dem handschriftlichen und nicht notariellen Dokument keinen Widerruf darstelle.
Frage:
Da in dem Testament nicht die Abkoemmlinge meiner Schwester und mir benannt wurden treten sie dann an unserer Stelle in die gesetzliche Erbfolge ein und wenn, zu welchem Masse?
Kann das Testament auf andere Weise angefochten werden?
Der besagte Hund war schon vor dem Ableben meiner Schwester verstorben und die Basis fuer die getroffenen Verfuegungen nicht mehr gegeben.
Mein Bruder hat bei der versuchten Hinterlegung des Testamentes vor dem Amtsgericht in seinem Einschreiben behauptet dies im Auftrage der Schwester zu machen, das stellte sich bei Rueckfrage als Luege heraus und ist amtlich.
Mein Bruder hat ein von ihm gefaelschtes Testament (das von 2005) vorgelegt welches zeitlich nach dem hier vorliegenden lag und dieses ungueltig gestellt haette wenn es nicht gefaelscht gewesen waere.
(Wir haben uebrigens eine Erbunwuerdigkeitsklage vor dem hiesigen Landgericht welche jedoch noch zu keinem Ergebnis gefuehrt hat)
Meine Schwester hat in zwei Einschreiben an meinen Bruder das Testament fuer ungueltig erklaert.
Welche rechtlichen Moeglichkeiten verbleiben um das Testament anzufechten?

Ich bedanke mich im Voraus fuer die Hilfe



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Das Gericht hat hier im Ergebnis richtigerweise auf die gesetzliche Erbfolge abgestellt. Ein gerichtliche hinterlegtes Testament ist nicht gegeben, da das Testament nicht durch Ihre Schwester beim Gericht eingereicht wurde. Auch kommt es hierauf nicht an, da Ihre Schwester hier das Testament vom Gericht auf ihren Wunsch zurückerhalten hat, § 2256 BGB.

Ein Testament kann jederzeit vom Erblasser widerrufen werden. Dies folgt aus § 2253 BGB. Wurde das Einschreiben handschriftlich von Ihrer Schwester geschrieben, so ist darin der Widerruf zu sehen. Auch wenn das Testament durch Ihre Schwester zerstört oder verändert wurde, ist es widerrufen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 23.02.2015 | 17:25

Leider finde ich keine Antwort auf meine Frage ob die im Testament ausgesprochene Enterbung meiner juengeren Schwester und mir auch auf unsere Abkoemmlinge zutrifft, obwohl diese oder der Stamm nicht benannt wurden. Treten unsere Abkoemmlinge an unserer statt bei gesetzlicher Erbfolge ein?
Die zwei Widerrufe des Testamentes waren mit Schreibmaschine gefertigt aber handschriftlich unterschrieben und per Einschreiben/Rueckschein an den Bruder gegangen. Stellt das einen gueltigen Widerruf dar

Herzlichen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.02.2015 | 19:00

Ist die Enterbung wirksam, so wären sowie Sie, wie auch Ihre Nachkommen enterbt.

Eine Anfechtung kommt nur dann in Betracht, wenn ein Anfechtungsgrund gegeben ist. Diese sind:

§ 2078 Anfechtung wegen Irrtums oder Drohung

(1) Eine letztwillige Verfügung kann angefochten werden, soweit der Erblasser über den Inhalt seiner Erklärung im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte und anzunehmen ist, dass er die Erklärung bei Kenntnis der Sachlage nicht abgegeben haben würde.
(2) Das Gleiche gilt, soweit der Erblasser zu der Verfügung durch die irrige Annahme oder Erwartung des Eintritts oder Nichteintritts eines Umstands oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist.
(3) Die Vorschrift des § 122 findet keine Anwendung.
Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis
§ 2079 Anfechtung wegen Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten

Eine letztwillige Verfügung kann angefochten werden, wenn der Erblasser einen zur Zeit des Erbfalls vorhandenen Pflichtteilsberechtigten übergangen hat, dessen Vorhandensein ihm bei der Errichtung der Verfügung nicht bekannt war oder der erst nach der Errichtung geboren oder pflichtteilsberechtigt geworden ist. Die Anfechtung ist ausgeschlossen, soweit anzunehmen ist, dass der Erblasser auch bei Kenntnis der Sachlage die Verfügung getroffen haben würde.

Einen Anfechtungsgrund kann ich hier nicht erkennen.

In den Einschreiben an Ihrer Bruder ist kein wirksamer Widerruf gegeben, da dieses Einschreiben nicht selbst ein formwirksames Testament ausgelegt werden kann. Es hätte hier insgesamt handschriftlich ausgefertigt werden müssen.

Wurde das Testament nicht vernichtet oder verändert (z. B. durchgestrichen), so bleibt das Testament wirksam. Daher kommt es hier darauf an, ob das Testament im Original dem Gericht vorgelegt werden kann. Wird das Testament nicht aufgefunden, so ist dies ein Indiz dafür, dass es durch Ihre Schwester vernichtet wurde. Hierfür sprechen dann auch die Briefe an Ihren Bruder.

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