Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ausgeschlagenes Testament - noch teilweise aussagefähig?


14.01.2005 11:07 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Die Eltern haben vor 20 Jahren ein Testament erstellt. Sie setzen sich gegenseitig zu Erben ein. Nacherben sollen die beiden Söhne sein. Es wird festgelegt, wer welches Haus bekommen soll u.s.w.. Die Tochter wird ausdrücklich vom Erbe ausgenommen, weil sie ihr Erbe damals schon bekommen hatte.(Grundstück und Baugeld, wurde in einem Übergabevertrag zwischen Vater und Tochter festgehalten.)

Jetzt stirbt der Vater. Die Mutter will mit den Immobilien nichts mehr zu tun haben. Das Testament wird aufgehoben. Gesetzliche Erbfolge wird vereinbart. Die Mutter verzichtet auf die Immobilienteile (50% des Ehemannes und ihre eigenen 50%)zugunsten der 3 Kinder und behält nur noch Bargeld.

Gedachte Aufteilung:
Sohn A 1/3,
Sohn B 1/3,
Tochter C 1/3 abzüglich des bereits erhaltenen Wertes von Grundstück und Baugeld. (Wobei hier die Schätzung dieses Wertes auch schwierig werden dürfte.....)

Jetzt erhebt Tochter C Anspruch auf das volle 1/3 ohne Anrechnung des bereits erhaltenen Grundstücks und Baugeld. Begründung: Im Übergabevertrag steht nichts davon, dass dies ihr Erbe gewesen sein soll. Dies stand zwar ausdrücklich im Testament, wovon jeder eine Kopie hat. Aber dieses Testament wurde für nichtig erklärt. Es ist deshalb richtig, dass sie Grundstück und Geld vom Vater erhalten hat, aber es war keine Art Vorerbe. Ihr steht deshalb ihrer Meinung nach genau das gleiche Drittel zu wie den Brüdern. Sie habe sich beraten lassen. Eine Bereicherung sieht sie nicht. Einen finanziellen Ausgleich an die Brüder lehnt sie ab.

Was meinen Sie dazu? Zählt der Wille des Vaters nicht mehr, der ausdrücklich sagte, dass die Tochter ihren Erbteil bereits erhalten hat. Die Brüder sind ja sogar bereit, den Teil der Schwester noch aufzustocken, weil 1/3 des Erbes eventuell mehr ist, als die Schwester damals bekam. Aber das bereits vom Vater erhaltene Erbe jetzt nur als eine Art Schenkung zu deklarieren kann nicht sein, oder?

Was meinen Sie dazu? Bin gespannt auf Ihre Antwort und danke jetzt schon herzlich für Ihre Bemühungen.






































Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst für mich nicht ersichtlich, warum das einstige Testament für nichtig erklärt wurde. Gemeinschaftliche Testamente sind nach dem Tod eines Ehegatten eigentlich nicht mehr abzuändern. Ich nehme die Nichtigkeit des Testamentes dennoch als gegeben an.

Augrund des nichtigen Testamentes und des Verzichtes der Mutter (diese hätte ja auch ein gesetzliches Erbrecht gehabt), soll jedes der 3 Kinder je ein Drittel erhalten.

C hat jedoch bereits vor dem Ableben des Vaters ein Grundstück überschrieben bekommen und Baugeld erhalten.

Man spricht hier von einer vorweggenommenen Erbfolge.
Da in dem notariellen Vertrag eine derartige Regelung fehlt, ist es eine Frage der Beweislast.

Allerdings gilt bei der gesetzlichen Erbfolge § 2050 BGB. Danach haben gesetzliche Erben dasjenige, was Sie vom Erblasser bei dessen Lebzeiten als Ausstattung erhalten haben, bei der Erbauseinandersetzung untereinander zum Ausgleich zu bringen, soweit der Erblasser nicht etwas anderes angeordnet hat.
Dies gilt auch für zuvor übertragene Grundstücke und Geldleistungen.
Der Vater hat nichts anderes angeordnet, er wollte die Anrechnung ja gerade.

Im Ergebnis besteht sogar eine gesetzliche Verpflichtung der C, sich das Vorausempfangene auf ihren Erbteil anrechnen zu lassen.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de


FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER