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Testament / Erbe

30.09.2009 15:33 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Mein Mann ist sterbenskrank und wird das kommende Weihnachtsfest wohl nicht mehr erleben. Er ist britischer Staatsbürger, wohnt jedoch schon seit langem in Deutschland. Ich habe die deutsche Staatsbürgerschaft und wir haben auch hier in Deutschland geheiratet. Es gibt keinen Ehevertrag und entsprechend ist alles was wir besitzen unser gemeinsames Eigentum. Unser Kind kann leider nicht mit Geld umgehen, und nachdem wir im vergangenen Jahr unsere regelmäßigen "Finanzspritzen" eingestellt haben, häufen sich bei Junior nicht unerhebliche Schulden bei verschiedenen Gläubigern. Nun hat man mir gesagt, dass mein Mann als britischer Staatsbürger ein Testament nach britischem Erbrecht verfassen kann, in dem er mich, seine Ehefrau, als Alleinerbin einsetzt, und unser Kind auch keinen Pflichtteil bekommen muß (der dann möglicherweise von den Gläubigern gepfändet werden könnte). Ist dies so korrekt? Wenn nicht, welche Alternative(n) gäbe es, um sicherzustellen, dass unser Vermögen erst nach unser BEIDER Ableben an's Kind geht?

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:


Frage 1: Nun hat man mir gesagt, dass mein Mann als britischer Staatsbürger ein Testament nach britischem Erbrecht verfassen kann, in dem er mich, seine Ehefrau, als Alleinerbin einsetzt, und unser Kind auch keinen Pflichtteil bekommen muss (der dann möglicherweise von den Gläubigern gepfändet werden könnte). Ist dies so korrekt?

Soweit das britische Erbrecht eine solche Möglichkeit vorsieht, kann der Mann als britischer Staatsbürger natürlich ein Testament dieser Art errichten.

Nach deutschem Recht kann der Pflichtteil nicht ohne Weiteres ausgeschlossen werden.

Die Testierfreiheit genießt in UK einen hohen Stellenwert. Der Erblasser ist nicht durch Noterbenrechte eingeschränkt. Die Erben werden auch nicht mit Pflichtteilsansprüchen im Sinne des deutschen Rechts belastet. Nur in Ausnahmefällen ist eine Korrektur der Erblasser-anordnung möglich (Inheritance Provision for Family and Dependants Act 1975).

Die gesetzliche Erbfolge wird durch eine starke Stellung des überlebenden Ehegatten charakteri-siert. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass der überlebende Ehegatte keinen güterrechtlichen Ausgleichsanspruch hat (Gütertrennung).

Sie sollten sich allerdings vorab erkundigen, inwieweit Sie im Falle eines Erbes nach britischem Recht den deutschen oder britischen Steuern unterliegen.

Es kann also grundsätzlich ein Testament nach britischem Recht aufgesetzt werden und so dem Kind der Pflichtteil entzogen werden. Dies kann aber gegebenenfalls steuerrechtliche Probleme beinhalten.

Vielmehr kommen sonst auch das deutsche Erbrecht in Betracht, siehe dazu im Folgenden Frage 2.


Frage 2: Wenn nicht, welche Alternative(n) gäbe es, um sicherzustellen, dass unser Vermögen erst nach unser Beider Ableben an das Kind geht?

Hier kann nach deutschem Recht ein gemeinsames Testament errichtet werden. Regelmäßig wird dies das sogenannte Berliner Testament sein. Der häufigste Fall eines gemeinsamen Testaments ist das Berliner Testament. Darin setzen sich die Eheleute gegenseitig zu Alleinerben und die gemeinsamen Kinder zu Schlusserben ein, die erst dann erben sollen, wenn beide Eltern tot sind.

Es würde dann geregelt werden, dass das Erbe des Mannes nach dessen Tod auf Sie übergeht und erst dann, wenn auch Sie versterben, geht das gesamte Erbe auf das Kind über.

Somit ist das Kind nach dem Tod grundsätzlich gehindert, an das Erbe des dann verstorbenen Vaters zu kommen.

Zweck des Berliner Testaments ist es, sicherzustellen, dass dem überlebenden Ehepartner der Nachlass des verstorbenen Ehepartners alleine zufällt. Dieses Ziel wird durch den Ausschluss der Abkömmlinge des Verstorbenen von der Erbfolge erreicht. Ansonsten würden sie nach der gesetzlichen Erbfolge miterben, so dass dem überlebenden Partner nur die Hälfte des Nachlasses bliebe, was dazu führen könnte, dass größere Vermögenswerte verkauft werden müssen.

Eine andere Alternative wäre auch, dass Ihr Mann Ihnen sein Vermögen bereits überschreibt. Dann bliebe nach dem Versterben keine Masse zum Vererben an das Kind. Allerdings kann dies wieder problematisch


Sie sollten sich hinsichtlich der Ausgestaltung eines Testaments unbedingt von einem Rechtsanwalt oder Notar beraten und ein entsprechendes Testament aufsetzen lassen. Mit dem beauftragten Rechtsanwalt oder Notar kann auch die Alternativ des britischen Testaments besprochen werden.

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