Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Alleinerbin und Pflichtteil

| 25.02.2021 09:16 |
Preis: 40,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


11:15
Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Onkel ist kürzlich verstorben und hat mich – in seinem notariellen Testament - als Alleinerbin bestimmt. Ich habe meinen Onkel seit Ende 2019 betreut und gepflegt, er war unheilbar an Krebs erkrankt und ist dann Ende 2020 verstorben.

Vorausschauenderweise hat er schon vor vielen Jahren für mich eine notariell beurkundete Generalvollmacht, Patientenverfügung sowie ein Testament gemacht, in dem ich als Alleinerbin bestimmt bin; der Sohn meines Onkels ist im Testament nicht berücksichtigt.

Mein Onkel hat einen Sohn, zu dem er seit ca. 22 Jahren keinen Kontakt mehr hatte; eine Vater-Sohn Beziehung bestand nicht mehr. Lediglich in den letzten zehn Tagen seines Lebens hatte er, auf meine Veranlassung, wieder Kontakt zu seinem Sohn.

Mein Onkel hat mir ein halbes Jahr vor seinem Tod sein Auto geschenkt (Wert ca. 20 T€), welches auch auf mich umgemeldet wurde. Mein Cousin möchte jetzt die Hälfte aus dem Erlös des Autoverkaufs. Meine Fragen sind jetzt; welche Quote steht meinem Cousin zu? Er sagt, es stehen ihm 50% aus der Erbmasse zu, ich habe allerdings schon „gehört", dass es lediglich 25% sind. Welche Quote ist richtig?

Und kann er die Schenkung des Autos überhaupt anfechten? Ich sehe die Schenkung, als Schenkung „aus sittlicher Pflicht"; wie hoch darf eine solche Schenkung wertmäßig sein?

Vielen Dank für Ihre Antwort.
25.02.2021 | 10:25

Antwort

von


(542)
Hagenburger Str. 54A
31515 Wunstorf
Tel: 05031/951013
Web: http://www.anwaeltin-holzapfel.de
E-Mail:
Diese Anwältin zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Die Quote richtet sich nach den Verwandtschaftsverhältnissen: Der Pflichtteil ist immer die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs. Wenn Ihr Onkel also nicht (mehr) verheiratet war und keine weiteren Kinder hatte, wäre der Sohn als gesetzlicher Erbe Alleinerbe gewesen. Sein Pflichtteil wäre dann 50% der Erbmasse.

Der Sohn kann und muss die Schenkung nicht anfechten. Das Gesetz sieht vor, dass Schenkungen, die der Erblasser in den letzten zehn Jahren vor seinem Tod vorgenommen hat, anteilig ("abschmelzend" mit 10% pro Jahr) für die Berechnung der Pflichtteilsansprüche dem Nachlass hinzugerechnet werden. Dies ergibt sich aus § 2325 BGB. In Absatz III ist geregelt, dass, wenn der Tod im ersten Jahr nach der Schenkung eintritt, der Wert voll hinzugerechnet wird.

Mit dieser Regelung soll vermieden werden, dass die gesetzliche Regelung, nahe Angehörige über einen Pflichtteil am Nachlass zu beteiligen, durch Schenkungen kurz vor dem Tod praktisch umgangen werden können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-


Rückfrage vom Fragesteller 25.02.2021 | 10:48

Sehr geehrte Frau Holzapfel,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Da mein Onkel mir das Auto geschenkt hat, möchte ich dies als Geschenk gerne behalten und möchte nicht, dass diese Schenkung an mich, angefochten wird. Wie hoch darf der Wert der Schenkung aus sittlicher Pflicht sein, so dass die Schenkung nicht angefochten werden kann?

Mein Onkel lebte in „üblichen" finanziellen Verhältnissen; er hatte keine Verbindlichkeiten und aus seinen Ersparnissen wurde die Beisetzung ca. 10 T€ bezahlt. Es ist jetzt noch ein Guthaben von ca. 5.000,00 € vorhanden.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25.02.2021 | 11:15

Sehr geehrte Fragestellerin,


gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Nach § 2330 BGB sind Schenkungen, die einer sittlichen Pflicht oder einer auf den Anstand zu nehmenden Rücksicht entsprechend, vom Pflichtteilsergänzungsanspruch ausgenommen.

Anstandsschenkungen sind nur geringe Zuwendungen, also z. B. Geburtstagsgeschenke u. ä. Dies dürfte hier nicht anzunehmen sein.

In Betracht kommt möglicherweise die Pflichtschenkung, die auch bei größeren Beträgen angenommen werden kann. Hier ist stets der Einzelfall maßgeblich. Da der Wert der Schenkung immerhin mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens ausmacht, wird es für die Frage, ob Sie den kompletten Wert als Schenkung aus dem Bereich des § 2325 BGB ausnehmen können, sicher auch auf den Umfang Ihrer Pflegeleistungen und Ihre eigenen (auch finanziellen) Einbußen in dieser Zeit ankommen. Der BGH stellt auf besondere Umstände ab und verlangt bei belohnenden Schenkungen, dass das Unterbleiben der Schenkung sittlich anstößig wäre. Dies ist eine hohe Hürde. Da Sie zusätzlich als Erbin eingesetzt worden sind, ist dies u. U. nicht so ohne Weiteres anzunehmen.

Es gibt keine festen Werte, die Ihnen hier rechtssicher weiterhelfen. Eine gerichtliche Auseinandersetzung ist für beide Parteien mit einem gewissen Prozessrisiko behaftet. Es wäre daher sinnvoll, sich mit dem Sohn des Verstorbenen darauf zu einigen, dass ein bestimmter Teil als nicht anrechenbar betrachtet und aus dem Rest der Pflichtteil berechnet wird.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 25.02.2021 | 12:04

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Meine Fragen wurden ausführlich und verständlich beantwortet.
Vielen Dank."
Mehr Bewertungen von Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 25.02.2021
5/5,0

Meine Fragen wurden ausführlich und verständlich beantwortet.
Vielen Dank.


ANTWORT VON

(542)

Hagenburger Str. 54A
31515 Wunstorf
Tel: 05031/951013
Web: http://www.anwaeltin-holzapfel.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Familienrecht, Zivilrecht, Kaufrecht, Vertragsrecht, Erbrecht