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Zugewinnausgleich und Erbschaft

18.02.2010 19:34 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Ich bin seit 1996 verheiratet und habe in 2002 ein Voraberbe 50'000€ meiner Mutter erhalten (schriftlich festgelegt). Dieses Voraberbe habe ich in unser gemeinsames Haus gesteckt. In 2006 habe ich 200'000€ geerbt (testamentarisch festgelegt, das dies nur für mich ist). In 2002 haben wir uns ein Haus gekauft Anschaffungswert 750'000€. Eigenkapital waren 50'000 € von mir, 150'000 von unserm gemeinsam gespartem Geld.
Jetzt leben wir in Trennung und ich bin Unterhaltpflichtig für meine Frau und meine beiden Kinder. Das Haus hat einen Schätzwert von 1,5m€, also einen erwirtschafteten Mehrwert von 100%. Anfangskapital war weder von mir oder meiner Frau vorhanden. Endkapital ist jetzt nur mein Erbe, was mitlerweile auf 150'000 geschmolzen ist.
Meine Fragen:
1) Wie sieht der Zugewinn aus und was bekomme ich und sie?
2) die 50'000€ Voraberbe bekomme ich die wieder? Bekomme ich die wieder mit einem Mehrwert von 100%, immerhin habe ich die ins Haus gesteckt?
3) Mein Erbe hat abgenommen, da wir 50'000 € gemeinsam verlebt haben. Habe ich Anspruch auf 200'000 oder 150'000€.
4)Jetzt muss ich jeden Monat 3'000 € von meinem Erbe nehmen für den Unterhalt, da mein Gehalt nicht ausreicht. Wenn die Scheidung erst in 3 Jahren ausgesprochen wird, ist mein Erbe fast aufgebraucht, kann ich das verhindern?

Vielen Dank

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

Das Zugewinnausgleichsverfahren ist im Zuge der Scheidung vorzunehmen.

Mit Zugewinn bezeichnet man die Differenz zwischen dem Endvermögen (Vermögen bei Scheidung) und dem Anfangsvermögen (Vermögen bei Heirat). Dieser wird für jeden der Ehepartner berechnet, danach vergleicht man die beiden Zugewinne. Wer weniger erhalten hat, erhält von der Differenz zum Zugewinn des anderen Ehegatten die Hälfte.

Stichtag für das Anfangsvermögen ist der Tag der standesamtlichen Eheschließung. Stichtag für das Endvermögen ist der Tag, an dem einem der Ehegatten der Scheidungsantrag des Anderen durch das Familiengericht zugestellt wird. § 1384 BGB (Rechtshängigkeit).

Erbschaften und Schenkungen sind privilegiertes Anfangsvermögen und werden dem Anfangsvermögen nachträglich hinzugerechnet oder vom Endvermögen abgezogen. Schenkungen durch Ehegatten sind hierbei nach § 1380 BGB zu berücksichtigen.


1) Wie sieht der Zugewinn aus und was bekomme ich und sie?

Hier gestaltet sich die Sache so, dass beide am Anfang 0 hatten.

Jetzt hat die Frau die Hälfte des Hauses plus 0. Sie haben die Hälfte des Hauses plus 150.000 €. Grundsätzlich wären daher 75.000 € von Ihnen an die Frau zu zahlen.

Es ist aber zu berücksichtigen, dass Sie 50.000 € und 200.000 € geerbt haben. Diese Beträge sind also zu berücksichtigen.

Dann hatten Sie fiktiv ein Anfangsvermögen von 250.000 € und ein Endvermögen von 150.000 €. Die Differenz ist also 100.000 €.

Davon bekommt die Frau dann 50.000 € als Zugewinnausgleich.


2) die 50000€ Voraberbe bekomme ich die wieder? Bekomme ich die wieder mit einem Mehrwert von 100%, immerhin habe ich die ins Haus gesteckt?

Nein, diesen Betrag bekommen Sie nicht wieder. Der Betrag wird aber – wie oben beschrieben – berücksichtigt.


3) Mein Erbe hat abgenommen, da wir 50000 € gemeinsam verlebt haben. Habe ich
Anspruch auf 200000 oder 150000€.

Hier bekommen Sie Ihre Finanzierung des Hauses wird hier nicht erstattet.

Es muss aber geklärt werden, wer das Haus übernimmt. Dann hat eine entsprechende Auszahlung zu erfolgen.


4)Jetzt muss ich jeden Monat 3000 € von meinem Erbe nehmen für den Unterhalt, da mein Gehalt nicht ausreicht. Wenn die Scheidung erst in 3 Jahren ausgesprochen wird, ist mein Erbe fast aufgebraucht, kann ich das verhindern?

Sie können die Scheidung auch jetzt schon beantragen. Es muss 1 Trennungsjahr als Voraussetzung vorliegen. Dann kann die Scheidung schon nach 1 Jahr erfolgen und Sie müssen nicht 3 Jahre lang Trennungsunterhalt zahlen.

Nachfrage vom Fragesteller 18.02.2010 | 22:38

Sehr geehrter Herr Schwerin,

zu Antwort 1):also mein Anfangsvermögen ist 250''000€ und mein Endvermögen ist 150''000€ also um 100''000€ niedriger, wieso sollte ich dann den negativen Zugewinn von 100''000€ teilen? Da wäre ich ja doppelt bestraft??
Meiner Meinung nach ist mein Endvermögen was noch vom Erbe übrig ist und das Voraberbe also 150''000€ plus 50''000€ = 200''000€, was immer noch niedriger ist als mein Anfangsvermögen. Stimmt das? Und immer habe ich noch keinen positiven Zugewinn, wieso sollte ich das dann teilen?
zu Antwort 4): Wenn ich die Scheidung einreiche, ist dieser Zeitpunkt der das Endvermögen festlegt?

Vielen Dank

S. M.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.02.2010 | 08:54

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfragen wie folgt:

Der Tag, an dem der Scheidungsantrag eingereicht wird, ist der Stichtag für das Endvermögen.

Bei Ihnen steht grundsätzlich des Anfangsvermögen auf 0. Das Endvermögen wäre dann der Anteil am Haus plus 150.000 €. Im Ergebnis wäre dann die Zahlung an die Frau 75.000 €.

Da Sie zwischenzeitlich aber geerbt haben, wird hier das Erbe als fiktives Anfangsvermögen eingesetzt. Dann ergibt die Rechnung 250.000 € am Anfang und 150.000 € am Ende, macht 100.000 €. Davon erhält die Frau 50.000 €, also weniger, als nach der anderen Rechnung.

Die Rechtslage sieht das so vor.

Im Rahmen der Scheidung, wenn die endgültige Berechnung erfolgt, werden aber die genauen Zahlen und vor allem auch die Auseinandersetzung des Hauses berücksichtigt. Auch haben Sie bis zum Scheidungsantrag noch Zeit, Ihr Endvermögen zu schmälern.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen


Steffan Schwerin
Rechtsanwalt

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