Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wohnrecht und gerechte Erbverteilung


12.06.2006 23:41 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stephan Bartels



Sehr geehrter Anwalt/Anwältin,

vor ca. 2 Jahren haben mein Mann und ich unserer Tochter in unserem Wohnhaus ein Wohnrecht eintragen lassen.
Dieses Wohnrecht bezieht sich im wesentlichen auf die Wohnung im Dachgeschoß, welche sie bewohnt.
(Das Haus hat 3 Etagen)
Die Übertragung des Wohnrechtes haben wir von keiner Forderung abhängig gemacht.
Mittlerweile bereue ich diese Entscheidung sehr, da es den anderen 3 Kindern gegenüber ungerecht war und ist.
Diese wissen mittlerweile davon und sind deswegen natürlich verärgert.
Meine Tochter verhält sich auch recht undankbar.

Letzte Woche ist mein Mann verstorben.
Mir geht es gesundheitlich auch nicht gut, so daß ich ihm evtl. bald folgen werde.
Wir lebten in Gütergemeinschaft.
Wenn ich nichts regle, so fällt das Wohnhaus nach meinem Tod ja wohl allen 4 Kindern als Erbengemeinschaft zu, wobei meine Tochter dieses Wohnrecht hat, das Haus aufgrunddessen weniger Wert ist und sie gleichzeitig ein Vorkaufsrecht besitzt.
Meine Tochter ist nicht bereit das Haus zu einen marktüblichen Preis zu kaufen und mir ein Wohnrecht eintragen zu lassen.
Während sich meine drei Söhne -wie es scheint- gut verstehen, ist das Verhältnis zur Schwester verständlicherweise gestört.
Diese Erbengemeinschaft würde nicht funktionieren. Meine Tochter ist sicherlich auch nicht bereit auf ihr Wohnrecht und ihr Vorkaufsrecht zu verzichten.
Ich denke sie hätte schon gerne das ganze Haus, möchte es aber für wenig Geld bekommen.
Irgendwie scheint sie nun viele Trümpfe in der Hand zu haben.
Die Konsequenzen dieser Wohnrechtsübertragung habe ich seinerzeit leider nicht bedacht.

Frage:
Welche Möglichkeiten habe ich hier, um im Nachhinein etwas mehr Gerechtigkeit zu schaffen ?
Frage:
Kann ich, wenn meine Tochter weiterhin kompromißlos ist, testamentlich verfügen lassen, dass das Haus nach meinem Tod nur meinen drei Söhnen zufällt ?
Diese könnten ja dann den Rest des Hauses vermieten, was meiner Tochter sicherlich mißfallen würde und sie dann evtl. bereit wäre einen marktüblichen Preis, wie es ohne Wohnrechtseintragung der Fall wäre, für das Haus zu bezahlen.
Frage:
Kann ich das Haus zu Lebzeiten meinen drei Söhnen schenken ?
Frage:
Wie verhält es sich, wenn ich pflegebedürftig werden sollte, ins Pflegeheim müsste, meine Finanzmittel aufgebraucht wären und die Rente für die Kostendeckung nicht ausreicht ?

Mit freundlichen Grüßen

(geschrieben im Namen der Mutter)






Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes und aufgrund der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer Erstberatung summarisch wie folgt beantworte:

1. Mehr Gerechtigkeit können Sie dadurch schaffen, dass Sie Ihre andern Kinder in gleicher Weise wie die Tochter „beschenken“, z.B. dadurch, dass Sie Ihnen ebenfalls Wohnrechte für das Haus eintragen lassen. Sie sollten aber berücksichtigen, dass noch hinreichend Wohnfläche für Sie zur Verfügung bleibt, die nicht durch ein Wohnrecht belastet ist.

2. Ja, Sie können das Haus Ihren Söhnen im Rahmen eines sog. Vermächtnisses ausschließlich Ihren Söhnen zukommen lassen. Eine andere Möglichkeit wäre auch, dass Sie Ihre Tochter komplett als Erbin ausschließen.

3. Als Alleineigentümerin des Hauses können Sie es auch bereits zu Lebzeiten an Ihre Söhne verschenken. Wenn Sie dann kein eigenes Wohnrecht für sich selbst eingetragen haben, bestünde die Gefahr, dass Ihre Kinder Sie von der Nutzung des Hauses ganz ausschließen.

4. In dem von Ihnen geschilderten Fall müssten Sie entweder das Haus verwerten, um die entstehenden Kosten zu bestreiten, oder, falls Sie dies bereits verschenkt haben, Ihre Kinder auf Leistung von Unterhalt in Anspruch nehmen. Sollte dies nicht möglich sein, wären Sie auf staatliche Zuschüsse angewiesen, falls Ihr Einkommen die zulässigen Höchstbeträge nicht erreicht.

Ich hoffe die Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Stephan Bartels
Rechtsanwalt, Hamburg

Nachfrage vom Fragesteller 13.06.2006 | 00:44

Sehr geehrter Herr Barthels,

danke für die rasche Beantwortung meiner Fragen.

Den Söhnen ebenfalls ein Wohnrecht eintragen zu lassen erscheint zwar gerecht, doch löst es nicht das Problem, dass diese Erbengemeinschaft zusammen mit der Tochter nicht funtionieren würde.

Sinnvoller erscheint mir hier schon, der von Ihnen gemachte Vorschlag des Vermächtnisses an meine Söhne.
Im Rahmen dieses Vermächtnisses könnte der Gerchtigkeit halber ja bestimmt werden, dass meine Tochter das Haus zu einem marktüblichen Preis ohne Wochrechtsbelastung kaufen kann.
Der Kaufpreis würde durch einen unabhängigen Gutachter bestimmt und zu gleichen Teilen auf alle 4 Kinder aufgeteilt.
Sie würde also nur 3/4 bezahlen müssen.
Sollte meine Tochter diesen Vorschlag nicht zustimmen, so würde sie ihr Wohnrecht (das sie ja hat) natürlich behalten, als Erbin aber ausgeschlossen.

Wäre das ein juristisch gangbarer Weg ?

Wie hoch wäre ihr Erbanspruch für den Fall dass sie nicht zustimmt und als Erbin für das Haus ausgeschlossen wäre, oder kann man ein Kind sogar total vom Erbe ausschließen ?


Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.06.2006 | 00:53

Sehr geehrte Fragestellerin,

im Falle des Vermächtnisses steht es Ihrer Tochter natürlich frei, den Brüdern ein angemessenes Angebot für den Kauf des Hauses zu machen. Genauso wie es den Brüdern frei stünde, der Schwester ein Abfindung für das Wohnrecht anzubieten. Hierfür bedarf es aber keiner testamentarischen Verfügung durch Sie. Die entsprechende Vereinbarung müßten Ihre Kinder schon freiwillig treffen. Sie können die vier nicht durch Verfügung von Todes wegen zum Abschluss eines bestimmten Vertrages zwingen. Wenn Ihre Tochter nicht einlenkt, dann bliebe das Haus bis zu ihrem Ableben mit dem Wohnrecht belastet. Hieran läßt sich ohne Zustimmung der Tochter nicht mehr ändern.

Mit freundlichen Grüßen

S. Bartels
Rechtsanwalt, Hamburg

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER