Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Urteile ' fristlose Kündigung Datenklau' gesucht


02.10.2007 14:14 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Hallo Herr Anwalt, Frau Anwältin.

Ich benötige einige Dinge:

1. Urteile zu einem ähnlichen Fall
2. Ihre persönliche Einschätzung

Sachverhalt.

Wir haben einer Mitarbeiterin am 02.08.2007 zunächst fristgerecht zum 31.08.2007 gekündigt. Aus betrieblichen Gründen. Morgens zwischen 10.oo und 12.oo Uhr

Nachdem wir Ihr eine schriftliche Arbeitsanweisung gegeben haben und sie diese ablehnte, wollten wir warten bis sie zur Besinnung kommt.

Gegen 16.oo stellten wir fest, dass diese Mitarbeiterin sämtliche Kundendaten, Korrespondenz, Terminkalender, Excellisten etc. auf ihre private EMail von g*m*x gesendet hat.

Wir wollten eine Stellungnahme - aber nichts außer Beschimpfungen und Beleidigungen war zu hören.

Wir sahen uns gezwungen ihr FRISTLOS zu kündigen. –Unterschlagung von firmeninternen Daten-

Es gibt jeweils für alle mündlichen Gespräche Zeugen und ein externer IT Mensch bestätigt mir schriftlich meine Beschuldigungen.

Wir haben Ihr Monatsgehalt auch für JULI eingehalten, weil dies der Arbeitsvertrag so vorsah - wegen vorzeitiger verschuldeter Vertragsauflösung.

NUN FOLGTE DIE KLAGE VON SEITEN DER MITARBEITERIN !

Ich war schon sehr über den Ablauf der erste Güteverhandlung oder Vorverhandlung oder wie es heißt, sehr verwundert.
Mir schien es so, dass der Richter uns trotz der Beweise nicht so recht glaubte, oder er war sehr zurückhaltend – konnte ich schlecht einschätzen

Es kam von Seiten der EX Mitarbeiterin die Aussage, sie habe sich ja öfters einmal Sachen nach Hause geschickt. Das ist auch Richtig !!! In diesem Jahr 5 Powerpointvorlagen, welche Sie zu Hause bearbeiten wollte und zwei Word Dokumente.
Aber am 02.08.2007 waren es 52 Mails mit Kundendaten etc. s.o.

Die EX MA will nicht nur Ihr Gehalt aus Juli, sondern auch noch für den gesamten August.

Was sollen wir tun - Dürfen Mitarbeiter jetzt alles, oder passt hier wieder der Satz - ein Mitarbeiter bekommt vor dem Arbeitsgericht fast immer Recht.

Ist die Einbehaltung des Juligehaltes rechtsunwirksam – Vertragsfreiheit ???

Wir brauchen da mal Ihre Hilfe ! nächster Gerichtstermin ist November 2007.

Sorry für die emotionale Art in der ich hier schreibe, aber ich verstehe das alles nicht mehr.

Ein Urteil habe ich noch gefunden

Im Übrigen kann eine fristlose Kündigung auch dann erfolgen, wenn bereits ordentlich gekündigt wurde und der Arbeitnehmer einen entsprechenden Grund liefert. So entschied beispielsweise das Sächsische Landesarbeitsgericht (LAG): Überspielt eine Arbeitnehmerin, der gekündigt worden ist, Firmendaten auf private Disketten, so kann der Arbeitgeber sie fristlos entlassen (Urteil des Sächsischen LAG vom 14.07.1999, Aktenzeichen: 2 Sa 34/99).

Kann ich dies anbringen ???


D*A*N*K*E




Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

1.
grundsätzlich können Sie, wie in dem von Ihnen selbst gefundenen Urteil, einen Mitarbeiter fristlos kündigen, wenn er Firmendaten, die er nicht für betriebliche Tätigkeiten benötigt, nach Hause mitnimmt.

Das Sächsische LAG hat dabei die fristlose Küdigung damit begründet, dass das strafbare Entwenden einer Sache dem arbeitsvertragswidrigen und schuldhaften Kopieren von Daten aus dem Bestand des Arbeitgebers auf einen privaten Datenträger gleicht und somit als Grund für eine fristlose Kündigung angesehen werden kann.

Das strafbare Handlungen die sich gegen den Arbeitgeber richten, regelmäßig das Recht zur außerordentlichen Kündigung begründen ist allgemeine Spruchpraxis der Arbeitsgerichte. Das Problem beim Kopieren der Firmendaten ist, das idR keine strafbare Handlung vorliegt. Eine Gleichsetzung einer strafbaren Handlung und dem Kopieren von Firmendaten untermauert damit Ihren Standpunkt. Sie sollten daher mit den obigen Argumenten und dem Urteil des LAG dem Gericht Ihre Rechtsposition noch einmal erläutern.

2.
Das Ihre ehemalige Mitarbeiterin den gesamten Lohn einklagt ist üblich, da nur so eine Prüfung der gesamten Lohnforderungen durch das Gericht erfolgen kann.

Inwieweit die Lohnforderungen im Einzelnen berechtigt sind, kann von hier natürlich nicht beurteilt werden, nur soviel:

Grundsätzlich kann man in Arbeitsverträgen Vertragsstrafen vereinbaren, so wie Sie bei vorzeitiger verschuldeter Vertragsauflösung. Ob diese Vereinbarungen wirksam sind hängt davon ab, ob diese individuell ausgehandelt worden sind oder in einem Formularvertrag vorgegeben waren. Weiterhin kommt es auf die genaue Formulierung an. So hat das BAG geurteilt, dass die Formulierung: "schuldhaft vertragswidriges Verhalten des Arbeitnehmers, das den Arbeitgeber zur fristlosen Kündigung veranlasst" zu wenig bestimmt und daher unwirksam ist.

3.
Grundsätzlich empfehle ich spätestens wenn ein Rechtsstreit bei Gericht landet einen Rechtsanwalt zu konsultieren und sich vertreten zu lassen. Dieser hätte Sie dann auch vom Sinn und Zweck der Güteverhandlung aufklären können. Daher rate ich Ihnen einen Rechtsanwltskollegen Ihrer Wahl mit Ihrer Vertretung zu beauftragen. Im Zweifel sparen Sie sonst an der falschen Stelle.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER