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Unterhaltszahlung bei Trennung?

| 01.08.2013 08:46 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Berechnung von Kindes- und Trennungsunterhalt bei nicht erwerbstätigem Unterhaltsverpflichteten

Sehr geehrte Rechtsanwälte,
bitte senden Sie mir ein unverbindliches Preisangebot zur Beantwortung folgende(r) Rechtsfrage(n):

Guten Tag!
Folgende Situation:
Familie, 2 Kinder (6 und 9 Jahre alt).
Meine Frau ist mir 2 Jahre fremd gegangen.
Ich möchte eine Trennung.
Wieviel Unterhalt habe ich für die Kinder zu zahlen bzw. auch für meine Frau?
Finanzielle Situation:
Er: unbefristet erwerbsunfähig, gesetzl. Rente 1.200,-, plus 1. Privatrente 511,-, plus 2. Privatrente 298,-
sie: geringfügig beschäftigt 450,-
Kindergeld für 2 Kinder 368,-

1. Was ist für die Kinder zu zahlen? Die Betreuung und Fürsorge obliegt der Ehefrau.
2. Ich hörte, dass der Ehegattenunterhalt wg. des Trennungsgrundes Untreue nicht fällig ist. Wieviel stünde ihr jedoch unabhängig davon zu?
3. Ich hörte, die Selbstbehaltsgrenze für mich liegt bei ca. 1000,- mtl. und bei nicht erwerbstätigen (wie in meinem Fall) deutlich darunter.
4. Wir sind genau 10 Jahre verheiratet. Sie hat doch später auch Rentenansprüche aus meiner Altersrente. Wieviel ist dies ungefähr? Es kann davon ausgegangen werden, dass aufgrund meiner Krankheit keine Aufnahme einer Arbeit erfolgt und sich die Erwerbsunfähigkeitsrente in einer Altersrente ändert bei gleichbleibender Höhe.
5. Gibt es sonstiges zu beachten? Es existiert ein EFH, welches noch zu 75% belastet ist. Weitere Schulden bestehen nicht. Nur kleine Guthaben.

Vielen Dank für Ihre Hilfe unter Nennung Ihres Beratungshonorars. Da ich die Gebühren nicht einschätzen kann, belasse ich es bei den hier voreingestellten 55,-. Ich bitte um ein faires Angebot.

Einsatz editiert am 01.08.2013 08:58:16
Eingrenzung vom Fragesteller
01.08.2013 | 08:58

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Bei einem Gesamteinkommen von 2009 € und drei Unterhaltsberechtigten wäre ein Kindesunterhalt nach der zweiten Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle zu zahlen (eine Herabgruppierung, weil zwei Berechtigte der "Normalfall" sind). Wenn die Kinder bei der Mutter bleiben und diese das staatliche Kindergeld bekommt, ergeben sich Zahlbeträge von jeweils 291 € pro Kind, da das halbe Kindergeld vom Tabellenbetrag abzuziehen ist.

Nach Zahlung des Kindesunterhalts verbleiben Ihnen 1427 €.


2. Da Ihnen Ihrer Frau gegenüber ein Selbstbehalt von 1100 € zusteht, ist Ihre Unterhaltsverpflichtung der Ehefrau gegenüber auf 327 € begrenzt.

Dass wegen Untreue kein Unterhalt zu zahlen ist, stimmt so absolut übrigens nicht. Hier ist eine wertende Betrachtung auch unter Berücksichtigung des Kindeswohls vorzunehmen.

Bei der Unterhaltsberechnung habe ich die Immobilie nicht berücksichtigt. Soweit Sie den Abtrag weiter leisten, Ihre Frau aber mit den Kindern im Haus lebt, kann die Zahlung auf den Kredit vorab von Ihrem Einkommen abgezogen werden. Dadurch würden sich der Kindesunterhalt und der Ehegattenunterhalt reduzieren, letzterer möglicherweise komplett entfallen.

Jedenfalls nach Ablauf des Trennungsjahres wäre Ihrer Frau im Hinblick auf das Alter der Kinder eine Aufstockung ihrer Tätigkeit (mindestens halbtags, ggf. auch 25 bis 30 Stunden pro Woche) zuzumuten, wodurch sich der Ehegattenunterhalt, soweit er trotz der Schulden noch zu zahlen wäre, voraussichtlich weiter reduzieren würde.


3. Der Selbstbehalt gegenüber den Kindern beläuft sich bei nicht Erwerbstätigen auf 800 €, gegenüber der Ehefrau auf 1100 €. In diesen Beträgen sind Wohnkosten enthalten.

Sobald feststeht, wer in der Immobilie bleibt und wie die Kosten verteilt werden, sollten Sie dringend einen ortsansässigen im Familienrecht tätigen Anwalt mit einer präzisen Unterhaltsberechnung unter Berücksichtigung aller Daten beauftragen.


4. Der Versorgungsausgleich wird bei der Scheidung durchgeführt und hängt nicht von der Höhe Ihrer jetzigen Rente, sondern von den (beiderseits) in der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften ab. Es werden alle Rentenpunkte, die Sie und Ihre Frau in der Ehezeit (bis zum Beginn des Scheidungsverfahrens) erworben haben und noch erwerben werden, geteilt. Ohne die Auskünfte der Versorgungsträger über den Ehezeitanteil der Rente kann eine Prognose nicht erstellt werden.

Soweit Sie dauerhaft erwerbsunfähig sind, Ihre Frau aber bis zur Rente noch arbeiten kann, wäre ggf. auch ein Antrag auf (kompletten oder teilweisen) Ausschluss des Versorgungsausgleichs zu prüfen. Dies müsste der Anwalt machen, der Sie ggf. in einem späteren Scheidungsverfahren vertritt.


5. Bzgl. des Hauses sollte mittelfristig entschieden werden, was nach Ablauf des Trennungsjahres mit der Immobilie passiert, insbesondere, ob einer von Ihnen das Haus übernehmen kann und will oder ob ein Verkauf erfolgen soll.

Bitte beachten Sie, dass dieses Forum eine erste Orientierung bieten, nicht aber die persönliche Beratung ersetzen kann. Insbesondere für die Unterhaltsberechnung sollten Sie spätestens nach der Trennung einen Anwalt beauftragen, der die genauen Ansprüche unter Berücksichtigung der Kredite und des Wohnwerts ermittelt. Ggf. kann dann auch eine einvernehmliche Regelung der Vermögensauseinandersetzung einschließlich der Immobilie erfolgen.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort dennoch einen ersten Überblick vermittelt.


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 01.08.2013 | 11:48

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 01.08.2013 5/5,0
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