Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhaltszahlung für Frau und 4 Kinder bei Trennung

26.10.2011 14:18 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Hallo,

ich hätte gern gewusst, wieviel Unterhalt ich für meine Frau und die vier Kinder (17, 14, 8 und 2 Jahre alt) im Falle einer Trennung/ Scheidung zahlen muss.

Ich selbst verdiene 5500,- Euro brutto und 4500,- Euro netto (Steuerklasse 3, ohne Kinde rgeld). Meine Ehefrau verdient 1800,- brutto und 1300,- Euro netto (Steuerklasse 5).

Zusätzlich haben wir noch 680,- Euro monatliche Mieteinnahmen aus einem Haus, das meiner Frau und mir zu gleichen Teilen gehört.

Weitere Mieteinnahmen in Höhe von 930,- Euro monatlich kommen hinzu aus einem Haus, das nur mir gehört.

An Barvermögen besitzen wir etwa 50.000,- Eur o,
zu guter Letzt noch ein Grundstück im Werte von
ca. 100.000,- Euro, das meine Frau während der Ehe geschenkt bekam.

Neben der genauen Unterhaltszahlung und -dauer
hätte ich gern gewusst, welche Einnahmen, Mieten
und welches Vermögen mit einberechnet/ berücksichtigt wird.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung sowie Ihres Einsatzes Ihre Frage wie folgt beantworten – beachten Sie dabei bitte, dass es sich um Richtwerte im Rahmen einer E r s t b e r a t u n g handelt. Eine detaillierte Berechnung und Feststellungen zur Unterhaltsdauer sind nur nach vollständiger Klärung des Sachverhaltes und Einsichtnahme in alle Unterlagen möglich.

1. Für die Berechnung der Unterhaltsbeträge ist zunächst vom bereinigten Nettoeinkommen auszugehen.
Das bedeutet vom Nettoeinkommen sind weitere regelmäßige Kosten abzusetzen, wie Fahrtkosten zum Arbeitsplatz, Zahlungen in die private Altersvorsorge, Tilgung evtl. Verbindlichkeiten.

Dazu liegen keine Angaben vor, so dass ich das monatliche Nettoeinkommen zu Grunde lege.

Hinzu kommen die Einkünfte aus Vermietung, die Ihnen bei dem Haus im Miteigentum hälftig zuzurechnen wären, die aus dem anderen Objekt vollständig (dabei wären Instandhaltungskosten etc. allerdings noch in Abzug zu bringen).

Das monatliche Netto einkommen würd sich also auf ca. (4500 € + 340 € + 930 €) 5770 € belaufen.

Das vorhandene Vermögen spielt hierbei zunächst keine Rolle. Kapitaleinkünfte in Form von Zinsen etc. sind jedoch den 5770 € hinzuzurechnen.

2. Der Kindesunterhalt wird vorrangig (vor dem Ehegattenunterhalt) ermittelt und bestimmt sich nach der Düsseldorfer Tabelle.

Folgende Zahlbeträge (Verrechnung des hälftigen Kindergeldes bereits berücksichtigt) ergeben sich danach:

Kind 17 Jahre : 556 €
Kind 14 Jahre : 556 €
Kind 8 Jahre : 459 €
Kind 2 Jahre : 374,50 €

Er ist so lange zu zahlen, wie sich ein Kind noch in der Schul- , Berufsausbildung oder im Studium befindet.

Die Unterhaltsbeträge werden angepasst, wenn das Kind die nächste Altersstufe erreicht (0 – 5 Jahre/ 6 – 11 / 12 – 17 / ab 18).

3. Für die Berechnung des Ehegattenunterhaltes wird zunächst der nach Abzug des Kindesunterhaltes verbleibende Einkommen ermittelt (5770 € - 556 € – 556 € – 459 € – 374,50 €): 3824,50 €.

Als Ehegattenunterhalt ist die Hälfte dessen, was der Unterhaltsverpflichtete an Mehreinnahmen hat, grundsätzlich hälftig auszugleichen. Auf Ihrer Seite ist die Zahlung von Kindesunterhalt dabei schon berücksichtigt.

Es stehen sich daher das Ihnen verbleibende Nettoeinkommen von 3824,50 € und auf Seiten Ihrer Frau 1300 € + 340 € (hälftige Mieteinnahmen) = 1640 € gegenüber.

Die Differenz daraus beläuft sich auf (3824,50 € - 1640 €) 2184,50 €.

Der Gesetzgeber honoriert jedoch, dass Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit das Einkommen erwirtschaftet hat, so dass die Teilung dieser Summe nicht genau 50:50 erfolgt, sondern Ihnen ein Erwerbstätigkeitsbonus von 1/7 zusteht.
Daher berechnet sich der Ehegattenunterhalt mit 3/7 der Differenz, also 936,20 €.

Hier ist jedoch darauf hinzuweisen, dass Ihre
Noch-Ehefrau arbeitstätig ist, obwohl ein 2 jähriges betreuungsbedürftiges Kind da ist. Nach dem Gesetz besteht jedoch frühestens ab dem 3. Lebensjahr eines Kindes die Verpflichtung für die Mutter, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.

Die Einkünfte Ihrer Frau werden daher in der Regel als überobligatorisch einzustufen sein mit der Folge, dass nicht die volle Summe auf der Seite Einkommens Ihrer Frau einzustellen sind.

Dies ist jedoch Frage des Einzelfalles. Mit welchem Anteil ein solches überobligatorisches Einkommen zu berücksichtigen, wird in der Rechtsprechung uneinheitlich beantwortet und ist Frage des Einzelfalles.

Auch was die Dauer des Ehegattenunterhaltes angeht, ist eine Prognose schwierig.

Diese hängt u.a. davon ab, ob und wie lange das Kind von der Mutter betreut werden muss. Mit Erreichen des 3. Lebensjahres kann von der Mutter eine werden, was augenscheinlich jetzt schon der Fall ist, eine Vollzeittätigkeit regelmäßig erst ab dem Schulalter. Hier ist aber im Einzelfall zu beurteilen, ob das Kind besondere Betreuungsbedürftigkeit begründet, so dass sich der Unterhaltszeitraum auch verlängern kann.

Insgesamt kommt es nach § 1578 b BGB aber darauf an, inwieweit die Ehe die unterhaltsbedürftige Ehefrau in Ihrer Fähigkeit benachteiligt hat, nach Scheidung Einkommen zu erzielen, etwa durch kindererziehungsbedingte lange Abwesenheit aus dem Beruf.

Wie Sie erkennen können, ist diese gesetzliche Vorgabe sehr schwammig, so dass für die zeitliche Begrenzung des Unterhaltes - und der genauen Berechnung des Unterhaltes - eine Prüfung aller Einzelheiten des Sachverhaltes durch einen Kollegen vor Ort unverzichtbar erscheint.


Ich hoffe Ihnen hiermit dennoch eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 26.10.2011 | 18:49

Ist es also richtig, dass die Mieteinnahmen des Hauses, das bereits vor der Ehe in meinem Alleieigentum stand, voll zu meinen Einkünften
gerechnet werden und somit den fälligen Unterhalt
erhöhen??

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.10.2011 | 19:55

Sehr geehrter Ratsuchender,
Ihre Nachfrage beantworte ich gern wie folgt:

Ja, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (sowie alle übrigen Einkommensarten im Sinne von § 2 EStG) zählen zum unterhaltsrelevanten Einkommen.

Maßgeblich dabei ist nicht, wann das vermietete Objekt erworben wurde, sondern ob daraus noch laufend Einkünfte erzielt werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage hiermit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68199 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Der Fall schien ziemlich eindeutig zu liegen, sodass eine relativ kurze Antwort voll zufriedenstellend war und meinerseits auch keine Rückfragefunktion genutzt werden musste. Danke. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich denke meine Fragestellung war nicht so ganz einfach zu beantworten.Möglicherweise ging ich auch von einem unzutreffenden Sachverhalt aus (Beschluss Bundesverwaltungsgericht).In sofern bin ich mit der Beantwortung etc sehr ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke, Top service. ...
FRAGESTELLER