Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Teilzeitarbeitsplatz nach Elternzeit

29.03.2006 13:58 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Am 02.05.2006 endet meine Elternzeit. Ab 03.05.2006 wäre ich regulär wieder Vollzeitangestellte in der Firma, in der ich auch vor der Elternzeit tätig war.
Fristgerecht teilte ich der Firma meinen Wunsch auf einen Teilzeitarbeitsplatz mit. Mein Wunsch, und der ist leider an eine Wegstrecke von 1,5 Stunden einfachem Anfahrtsweg und an die Rahmenbedingungen des Kindergartens gebunden (nur 2malige Nachmittagsbetreuung in einer Woche - dienstags und donnerstags), nur an diesen beiden Tagen jeweils 6 Stunden zu arbeiten, wurde heute per Einschreiben - ebenfalls fristgerecht - widersprochen. Man bot mir jedoch generell einen Teilzeitarbeitsplatz an, jedoch mit täglicher Anwesenheitszeit. Dies ist aufgrund der o.g. Wegstrecke und der Kindergartenöffnungszeiten wirtschlaftlich überhaupt nicht zu vertreten, da ich so maximal 1,5 Stunden an den restlichen Tagen arbeiten gehen könnte.
Nun meine Frage: Habe ich "nur" ein Recht auf einen Teilzeitarbeitsplatz oder enthält mein Recht auch die damit verbundene mögliche Arbeitszeit? Oder bleibt mir jetzt schlussendlich nur die Kündigung? Wenn ja, muss ICH diese aussprechen?
Nach telefonischer Rücksprache mit meinem Unternehmen, kann meinem Wunsch aus betrieblichem Gründen nicht entsprochen werden.
Das Unternehmen umfasst über 700 Mitarbeiter und ist innerbetrieblich, auch im Rahmen meiner vorherigen Tätigkeit, im Umbruch und in der Neustrukturierung.

Für eine Beantwortung eines Anwaltes/einer Anwältin aus meinem Postleitzahlenbereich wäre ich sehr dankbar, falls noch eine weitergehende Rechtsberatung von Nöten sein sollte.

Liebe Grüße

-- Einsatz geändert am 29.03.2006 14:56:17
Eingrenzung vom Fragesteller
29.03.2006 | 14:39

Guten Tag,

bei der Behandlung Ihres Wunsches, zukünftig in Teilzeit zu arbeiten, hat der Arbeitgeber nicht nur allgemein die Verringerung der Arbeitszeit zu berücksichtigen, sondern auch den Wunsch nach der genauen Verteilung der Arbeitszeit. Dies ergibt sich bereits aus dem Wortlaut des Gesetzes (§ 8 Abs. 3, 4 TzBfG):

"(3) Der Arbeitgeber hat mit dem Arbeitnehmer die gewünschte Verringerung der Arbeitszeit mit dem Ziel zu erörtern, zu einer Vereinbarung zu gelangen. Er hat mit dem Arbeitnehmer Einvernehmen über die von ihm festzulegende Verteilung der Arbeitszeit zu erzielen.

(4) Der Arbeitgeber hat der Verringerung der Arbeitszeit zuzustimmen und ihre Verteilung entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers festzulegen, soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen. Ein betrieblicher Grund liegt insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht. Die Ablehnungsgründe können durch Tarifvertrag festgelegt werden. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrages können nicht tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Anwendung der tariflichen Regelungen über die Ablehnungsgründe vereinbaren."

Dementsprechend gibt die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes, etwa in der Entscheidung v. 18.02.2003, dem Arbeitgeber auch auf, das Begehren des Arbeitnehmers einheitlich zu prüfen. Der Arbeitgeber kann also nicht nur Ihrem Wunsch entsprechen, künftig zu reduzieren, Ihnen aber andere Arbeitszeiten als die gewünschten vorgeben.

Ob der Teilzeitwunsch berechtigt ist, müßte ggf. gerichtlich überprüft werden. Maßstab ist hier eine Interessenabwägung zwischen Ihren Interessen auf Reduzierung und Verteilung einerseits und den betrieblichen Gründen andererseits. Dies läßt sich abstrakt nicht beurteilen, da es natürlich auf die Umstände des Einzelfalles ankommt.

Wenn Sie das Arbeitsverhältnis beenden wollen, können Sie dies natürlich grundsätzlich durch eine Eigenkündigung tun. Sie sollten allerdings vorher den Sachverhalt vorsorglich mit dem Arbeitsamt abklären, damit keine Sperrfrist hinsichtlich des Arbeitslosengeldes verhängt wird.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 01.04.2006 | 10:48

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Eine Nachfrage hätte ich noch: Wie beurteilen sie die Chancen für einen Prozess und welche Frist müsste ich bei der Klageeinreichung dann einhalten?

Vielen Dank im Voraus.

Liebe Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.04.2006 | 11:16

Guten Morgen,

eine ausdrückliche Klagefrist nennt das Gesetz nicht, so daß prinzipiell an Fristen nicht gebunden sind. Es besteht aber die Gefahr, daß Ihr Anspruch verwirkt, der Arbeitgeber also darauf vertrauen kann, daß Sie Ihr Recht nicht mehr geltend machen. Es sollten deshalb maximal bis zu einem Monat seit der Ablehnung des Arbeitgebers vergangen sein.

Die Prozeßaussichten kann ich nicht genau abschätzen, da hierfür alle Umstände des Einzelfalles bekannt sein müssen. Sie sollten auf jeden Fall, da es sich um eine komplizierte Materie handelt, hierfür anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Sie können mich gerne hierfür kontaktieren, wobei ich allerdings erst am Montag wieder telefonisch erreichbar bin.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70197 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für die ausführliche Antwort, die uns (nach der Rückfrage zum Verständnis) sehr geholfen hat. Wir empfehlen Herrn Dr. Maritzen gern weiter. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort kam sehr schnell. In meinem Fall bin ich aber zu dem Schluss gekommen einen Fachanwalt vor Ort aufzusuchen. Es ist ein Grenzfall und jedes Detail ist sehr wichtig. Dies kann online nicht zufriedenstellend beantwortet ... ...
FRAGESTELLER