Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

TV Immobilien nicht verkaufen, Testamentsvollstrecker verkauft an seinen Sohn

| 17.10.2013 18:42 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
Ein im Testament berufener Testamentsvollstrecker, der den Willen des Erblassers, die Immobilien des Erbes 15 Jahre nicht zu verkaufen, verkauft nach 2 Jahren ohne Grund aus dem Nachlass (finanzieller Engpass etc. liegt nicht vor) eine Immobilie an seinen Sohn.
Die Erben waren grundsätzlich für einen Verkauf der Immobilien, nur konnte über den Verkaufspreis auch nach Erstellung von Gutachten keine Einigung erzielt werden. Das Gutachten ergab für die Immobilie einen Verkehrswert von 380000 Euro, ein Erbe bot 420000 Euro, der Testamentsvollstrecker, der selbst auch Miterbe ist hat ohne Information an die Miterben die Immobilie für 400000 Euro an seinen Sohn verkauft.
Muss in einem solchen Fall, da ja die Aufgabe des Testamentsvollstreckers war, den Verkauf für 15 Jahre zu verhindern, dass Nachlassgericht nicht gefragt werden, bzw. welcher Verfahrensweg ist bei grundsätzlichem Übergehen des Willen des Erblassers durch den Testamentsvollstreckers erforderlich?
Ist der Verkauf unter diesen Umständen
- es lag ein höheres Gebot eines Miterben vor
- über die Höhe des Kaufpreises bestand keine Einigung, also waren nicht alle Erben mit dem Verkauf zu diesen Bedingungen einverstanden (der erzielte Erlös liegt aber über dem Gutachten)
rechtskräftig?

Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Der Testamentsvollstrecker muss sich an die Beschränkungen des Erblassers halten. Dies folgt aus § 2208 BGB. Soll ein Rechtsgeschäft gegen den Willen des Erblassers erfolgen, so muss gemäß § 2216 BGB die Verfügung des Erblassers außer Kraft gesetzt werden.

Da hier der Verkauf des Grundstückes vom Erblasser ausgeschlossen wurde, durfte der Testamentsvollstrecker nicht den Kaufvertrag und ggf. den Übereignungsvertrag schließen. Problematisch ist hier die Bestimmung der Rechtsfolge. Grundsätzlich entstehen durch eine solche Handlung nur Schadensersatzansprüche gegenüber dem Testamentsvollstrecker. Da hier der Verkauf des Grundstücks untersagt wurde, ist es sehr problematisch zu einem solchen Schadensersatzanspruch zu kommen. Hätte sich nämlich der Testamentsvollstrecker an die Beschränkung gehalten, so wäre das Grundstück nicht verkauft worden. Daher kann nur dann ein Schaden entstanden sein, wenn das Grundstück zu einem geringeren Kaufpreis als den Verkehrswert verkauft wurde. Da hier ein Wertgutachten vorliegt, ist dies hier voraussichtlich nicht gegeben.

Wusste der Käufer von dem Willen des Erblassers, so sind die Rechtsgeschäfte unwirksam. Hier ist von dem Wissen des Käufers auszugehen, da dieser der Sohn des Testamentsvollstrecker ist. Daher ist ggf. ein Anspruch der Erben auf ein Grundbuchberichtigung gegeben. Zur Durchsetzung dieses Antrags wird ein Testamentsvollstrecker benötigt. Daher empfehle ich, einen Antrag auf Entlassung des Testamentsvollstrecker beim zuständigen Gericht zu stellen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Diplom - Jurist, LL.M. Sebastian Scharrer, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 17.10.2013 | 20:30

Sehr geehrter Herr RA Scharrer,
vielen Dank für die Informationen. Also nicht korrekt, aber fraglich, ob sich Ärger lohnt, wenn man Aufwand und mögliches Ergebnis betrachtet.
Muss man das Erbschaftsgericht bei derartig entgegengesetztem Handeln gegen den Willen des Erblassers, der ja extra dafür einen Testamentsvollstrecker bestimmt hat, tatsächlich nicht informieren/fragen?
Und reicht tatsächlich der Kaufpreis nach Gutachten, obwohl ja handeln im Sinne der Erben den Käufer mit dem höheren Kaufpreis von 420000 bedeutet hätte, und hier dadurch mit 400000 eindeutig nicht im Sinne der Erben, sondern im Sinne des Sohnes des Testamentsvollstreckers gehandelt wurde?

Natürlich wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie die beiden in der ursprünglichen Frage ja bereits enthaltenen Punkte noch kommentieren würden.

Nochmals Vielen Dank.

Ich halte die Klärung der beiden Punkte für wichtig, da es aktuell ja nur einen Rat geben kann: Spart den Testamentsvollstrecker.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.10.2013 | 20:53

Das Gericht wird nur dann tätig, wenn dies beantragt wird. Soll ein Rechtsgeschäft gegen den Willen des Erblassers erfolgen, so muss gemäß § 2216 BGB die Verfügung des Erblassers außer Kraft gesetzt werden. Dies wird durch das Gericht entschieden. Da das Gericht nur dann tätig wird, wenn dies beantragt wird, ist diese "Überwachung" durch das Gericht sehr lückenhaft.

Das Problem in diesem Fall ist, dass das Grundstück nicht verkauft hätte werden dürfen. Hätte sich der Testamentsvollstrecker an die Beschränkung gehalten, so wäre kein Gewinn erwirtschaftet worden. Da der Kaufpreis über den ermittelten Wert liegt, fehlt es auch an einen wirtschaftlichen Schaden. Ich möchte noch einmal darauf aufmerksam machen, dass die Rechtsgeschäfte dann unwirksam sind, wenn der Sohn von der Beschränkung wusste.

Bewertung des Fragestellers 17.10.2013 | 21:40

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr gut auf den Punkt gebracht. Eindeutig und Überzeugend."
FRAGESTELLER 17.10.2013 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71399 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Braun hat die Situation erfasst und ist auf die darin enthaltenen wesentlichen Fragen zur vollkommenen Zufriedenheit eingegangen. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Frau True-Bohle hat den für mich vertrackten, unklaren Sachverhalt verständlich aufgearbeitet und mir eine nachvollziehbare Erklärung geliefert. Eine etwas konkretere Anleitung zur weiteren Vorgehensweise (ohne Nachfrage) wäre ... ...
FRAGESTELLER