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Erbengemeinschaft / ein Erbe ist Testamentsvollstrecker

30.08.2011 13:53 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Im Januar diesen Jahres ist die kinderlose Erblasserin verstorben. In Ihrem Notariellen Testament setzt sie Ihre 5 Neffen und Nichten als Erben ein. Es ist neben Bargeld auch eine Eigentumswohnung vorhanden. Eine der Erbinnen wird durch das Testament zur Testamentsvollstreckerin ernannt. Diese nimmt das Amt auch an und bekommt durch Einverständnis der Erben ein Vollstreckerzeugnis. Im Testament ist klar angegeben, das die Wohnung einem Marker zum Verkauf zu übergeben ist.
Seit Januar wird keiner der 4 anderen Erben informiert, was an Erbmasse da ist. Die Mietwohnung der Erblasserin wurde schon vor Testamentseröffnung leergeräumt. Kein Erbe weiß , ob die Eigentumswohnung schon bei Makler zum Verkauf ist. Und auf Nachfragen beim Vollstecker bekommt man nur dürftige Antworten.
Jetzt wollte einer der Erben (A) die Eigentumswohnung selber kaufen. Er hat sich von den anderen 3 Erben das ok für den Preis und den Verkauf geholt und dann die Testamentsvollstreckerin (=5. Erbin) um den Verkauf an Ihn geben. Diese hat Abgelehnt. Angeblich wäre die Wohnung schon jemand anders zum Kauf verspochen, der noch seine Finanzen checkt. Ein Makler ist bis heute nicht beauftragt. Das Geld auf den Sparkonten ist auch noch nicht verteilt.
Frage:
1. Steht einem Erbe (A) ein Vorkaufsrecht zu? Darf die Testamentsvollstreckerin bestimmen wer zu welchem Preis die Wohnung kauft, auch wenn die anderen 4 Erben die Wohnung dem Erben (A) verkaufen wollen?

2. Welche Möglichkeiten haben die Erben, endlich an ihr Recht bzw. Geld zu kommen? Wenn Sie mit einem Anwalt vor Gericht gehen und der Testamentsvollstrecker abgesetzt wird wegen Pflichtvernachlässigung wer zahlt die Anwaltskosten?

Vielen Dank!

Sehr geehrte Fragestellerin,

auf der Grundlage Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Nach § 2216 BGB ist ein Testamenstvollstrecker zur ordnungsgemäßen Verwaltung des Nachlasses verpflichtet. Er hat die Anordnungen, die der Erblasser für die Verwaltung durch letztwillige Verfügung getroffen hat, zu befolgen.
Insoweit wäre also hinsichtlich der Eigentumswohnung ein Makler zu beauftragen.

Nach § 2215 BGB hat der Testamentsvollstrecker den Erben unverzüglich ein Verzeichnis der Nachlassgegenstände und der bekannten Nachlassverbindlichkeiten mitzueteilen.

Nach § 2218 BGB ist der Testamentsvollstrecker den Erben zur Auskunft und Rechenschaft verpflichtet.

Nach § 2219 BGB haftet der Testamentsvoll-strecker bei schuldhaften Pflichtverletzungen für den daraus entstandenen Schaden.

Nach § 2227 BGB kann das Nachlassgericht den Testamenstvollstrecker auf Antrag eines der Beteiligten entlassen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt; ein wichtiger Grund ist insbesondere grobe Pflichtverletzung oder Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung.

Nun zu Ihren Fragen:

1.
Dem Miterben A steht hinsichtlich der Eigentumswohnung kein Vorkaufsrecht zu. Die Testamentsvollstreckerin kann grundsätzlich allein entscheiden, wer zu welchem Preis die Wohnung kauft; an Weisungen der (übrigen) Erben ist sie nicht gebunden. Bei Pflichtverletzungen kann sich eine Haftung ergeben.

2.
Die Erben könnten die Testamentsvollstreckerin auf Erfüllumg ihrer Pflichten verklagen. GGf. könnte die Entlassung der Testamentsvoll - streckerin (§ 2227 BGB) beantragt werden. Ein Anspruch auf Teilauseinandersetzung hinsichtlich der Sparkonten besteht allerdings nicht.
Anwaltskosten hat zunächst derjenige zu tragen, der den Rechtsanwalt beauftragt hat. Sofern Kosten der Gegenseite auferlegt werden, besteht dann ein Kostenerstattungsanspruch.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

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