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Steuerpflicht für Ausländer im nicht EU Ausland


21.11.2006 20:46 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Hallo,
ich bin Nicht Eu Ausländer (Thailand) und Architekt. Ich habe mich nach meinem Erststudium (in Deutschland im Januar 2006 abgeschlossen) für ein zweites Aufbaustudium in Deutschland immatrikuliert (seit März 2006), für das ich auch einen Wohnsitz in Deutschland angemeldet habe. Das Studium wird nicht durchgeführt und das WG-Zimmer in einer 40 qm-Wohnung enthielt nie persönlichen Dinge von mir und dient nur als Briefkasten. Ziel des 2. Studiums war es erstmal formal die Aufenthaltsgenehmigung für D zu behalten. Beim Ordnungsamt muß ich im Januar das Studentenvisum verlängern lassen. Nebenbedingung meines Studiumvisums für D ist, daß ich pro Kalenderjahr nicht mehr als 90 Arbeitstage arbeiten darf. (unklar ist ob damit auch Arbeiten vor Ort im nicht-EU Ausland für nicht EU Auftraggeber eingeschlossen sind)

Seit 1.September arbeite ich, nach Schweizer Recht vermutlich nicht legal, als selbständige 1-Personen-Freiberuflerin für eine Schweizer Firma in der Schweiz in deren Büro als Konzepterstellerin und Innenraumplanerin (Anfertigung: Zeichnungen, Layout von Prospekten, Angebotstabellen, Materialauswahl) in mehreren Projekten für voraussichtlich mindestens 1 Jahr.
In der Schweiz wurde das Gesuch der Firma für eine Arbeitserlaubnis als Fest-Angestellte vom Amt abgelehnt. Die Firma beschäftigt mich als Freiberuflerin trotzdem weiter. Ich gehe davon aus, dass ich in der Schweiz wegen der Illegalität meiner Arbeit kein Steuern zahlen kann. Ferner habe ich noch einen Wohnsitz bei meinen Eltern in Malaysia und in meiner alten Wohnung in Thailand. In Malaysia war ich zuletzt für 5 Wochen im April davor vor 4 Jahren. Ich halte mich seit September fast ausschließlich in der Schweiz auf. Durch mein deutsches Studenten-Visum darf ich das zumindest für touristische Zwecke. In der Schweiz habe ich ein WG Zimmer inklusive ein Arbeitszimmer zur Untermiete angemietet aber nicht offiziell angemeldet.
In Deutschland bin ich für mein Studium in der Studentenkrankenversicherung und zahle Beiträge. Außerdem habe ich eine extra Auslandreiseversicherung in D für Arbeitseinsätze abgeschlossen. Ferner habe ich in Deutschland 2 Giro-Konten die für die Visaerteilung und sonstige Finanzgeschäfte benötigt werden. Mein deutscher Lebensgefährte besucht mich fast ausschließlich in der Schweiz.

Wo bin ich Umsatzsteuerpflichtig und/oder Einkommensteuerpflichtig?
Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Die Umsatzsteuer richtet sich danach, wo die Leistung erbracht wurde. Da Sie die Leistungen bei Ihrem Auftraggeber in der Schweiz verrichten, sind auch die Regelungen zur schweizerischen Mehrwertsteuer (Mehrsteuergesetz) anzuwenden. Abrechnungsplichtig sind Unternehmen (Freiberufler) mit einem Umsatz von mehr als 75000 Franken jährlich. Hinsichtlich der Einzelheiten sollten Sie allerdings hierfür einen Steuerberater in der Schweiz aufsuchen.

Die Einkommenssteuer richtet sich nach dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz. Da Sie einen Wohnsitz in Deutschland haben, sind Sie mit dem Welteinkommen, also auch dem Einkommen in der Schweiz steuerpflichtig.

Allerdings werden die Einkünfte gem. Art 14 DBA Schweiz/Deutschland in dem Staat versteuert, in dem die Einkünfte regelmäßig anfallen und Sie über eine feste Einrichtung verfügen.

Nach Art. 24 werden die schweizerischen Einkünfte von der deutschen Besteuerung ausgenommen.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Mit besten Grüßen

RA Schröter


Nachfrage vom Fragesteller 21.11.2006 | 22:34

Ist mit dem Tatbestand in der Schweiz eine nicht behördlich angemeldete WG-Wohnung zu Untermiete( 25 qm eigenes Zimmer plus 15 qm Kombizimmer:Wohn-/Arbeitszimmer,Küche/Bad, Schreibtisch, Wohn-Möbel , Computer , Drucker, Telefonnummer, Anrufbeantworter, Handynummer) Visitenkarten, Briefkopf, Arbeits- und Büromaterialien zu haben die Forderung der "festen Einrichtung" zweifelsfrei Genüge geleistet, oder meinten sie mit "fester Einrichtung" den Büroarbeitsplatz beim Arbeitgeber?

Ergänzung vom Anwalt 23.11.2006 | 22:53

Sicherlich erfüllen beide Einrichtungen den Tatbestand einer festen Einrichtung. Insbesondere der Arbeitsplatz bei Ihrem Auftraggeber wird diese Anforderungen erfüllenn, da die Einkünfte dieser festen Einrichtung unmittelbar zugerechnet werden können.

Eine andere Auslegung hätte zur Folge, daß die Einkünfte nicht der schweizer Steuer unterfallen, was nicht gewollt ist.

Mit besten Grüßen

RA Schröter
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