Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Steuerberaterhaftung


10.07.2006 17:32 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin,
sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

Wir sind eine kleinere Verlagsvertretung für Tageszeitungsverlage.

Unsere gesamte Buchführung und die steuerlichen Jahresabschlüsse /Bilanzen werden seit Jahren von unserem Steuerberater ausgeführt.

Im November 2005 wurde vom zuständigen Finanzamt eine Außenprüfung/Betriebsprüfung für einen Zeitraum der letzten 3 Jahre angesetzt und begonnen.

Diese Prüfung wurde per 13.06.06 sozusagen durch einen Prüfungsbericht abgeschlossen.

Der Prüfungsbericht zeigt erhebliche Fehler des beauftragten Steuerberaters auf.

In einem Jahr wurden die Abschreibungsbeträge der Bilanz für das gesamte Jahr doppelt angesetzt. Die Korrektur führt zu ein erheblichen Gewinnerhöhung.

Weiterhin wurden teilweise regelmäßig, monatlich wiederkehrende Betriebseinnahmen tatsächlich als Entnahme (Kto, 1800) verbucht.Auch hier führt die Korrektur zu einer erheblichen Gewinnerhöhung.

In einer vorhergehenden Betriebsprüfung festgesetzte Privatanteile des Büro-/Wohnhauses in Höhe von 25 % wurden nicht berücksichtigt. Auch hier führt die Korrektur zu einer weiteren Gewinnerhöhung.

Zusätzlich wurden noch einige kleinere Buchungsfehler aufgedeckt, die ebenso den Gewinn nachträglich erhöhen.

Daraus ergeben sich 2 Fragen:

Besteht ein Regreßanspruch gegen den durchführenden Steuerberater evtl. auch teilweise bezüglich der nachträglich erhöhten Steuerlast bzw der Zinsen.

Besteht ein Anspruch auf Reduzierung der ursprünglichen Kostenrechnungen des Steuerberatwers, nachdem nunmehr Buchführung und Jahresabschlüsse teilweise durch die Prüfung verworfen wurden.

Für eine aussagekräftige Beantwortung bedanke ich mich vorab.

Mit freundlichen Grüßen
Der Ratsuchende

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,


Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:


1.)

Ein Regessanspruch gegenüber dem Steuerberater besteht. Dieses ergibt sich daraus, dass dieser die Pflicht zur sorgfältigen und fachkundigen Beratung hat, die hier offenbar verletzt worden ist. Denn aufgrund Ihrer Darstellung kann man schon von einem groben Pflichtverstoß ausgehen.

Die von Ihnen aufgezeigten Fehler sind gravierend und berechtigen daher zum Schadensersatz, zumal der Steuerberater aufgrund der Feststellungen des FA nun seinerseits beweisen müsste, dass ihm kein Verschulden anzulasten ist. Dieses wird nach Ihrer Schilderung nicht möglich sein.


Da der Stb hier zum Schadensersatz verpflichtet ist, werden Sie ihn

a) hinsichtlich der Zinsen, Mahnzuschläge und weiteren Schaden (einschließlich dieser Kosten) in Regress nehmen können.

b) Problematisch wird es mit der erhöhten Steuerlast, da der Stb hier das sogenannte rechtmäßie Alternativverhalten einwenden kann, mit dem es folgende Bewandnis hat:

Hätte der Stb diese Fehler nicht gemacht, hätten Sie schon in der Veranlagungszeit die erhöhten Steuern zahlen müssen mit der Folge, dass das Kapital sich nicht erst jetzt, sondern schon im Veranlagungszeitraum geschmählert hätte.

Dieser Einwand wäre nicht von der Hand zu weisen, so dass die erhöhte Steuerlast, soweit sie auf den Veranlagungszeitraum zurückfällt, kaum als Schaden darstellbar wäre. Diesbezüglich sehe ich daher (sofern nicht Fremdfinanzierung nun in Anspruch genommen werden muss) wenig Chancen, Ersatzansprüche wirksam durchzusetzen.

Möglich wäre es hingegen, nun erhöhte Vorausveranlagungen als Schaden geltend zu machen, wobei dann aber die Kausalität zum KONKRETEN Schaden nachgewiesen werden müsste, was sicherlich ohne Gutachten der Steuerberaterkammer schwierig wird.


2.)

Dieses ist zu bejahen; hier besteht nicht nur ein Zurückbehaltungsrecht, sondern auch ein Schadensersatzanspruch, der zur Rückzahlung evnetuell gezahlten Honorars berechtigt.

Dieses hat der BGH in seinem Urteil vom 07.03.2002 (Az.: III ZR 12/01) für den Fall entschieden, dass Buchhaltungsarbeiten in hohem Maße fehlerhat und insgesamt unbrauchbar waren.



Insgesamt sollten Sie nun das Gespräch mit dem Stb (und ggfs. dessen Versicherung) führen, um eine für beide Seiten annehmbare Lösung zu finden. Dabei sollten Sie die Fehler aufzeigen und diese auch durch den Prüfbericht nachweisen; schlimmstenfalls sollte dann ein Gutachten der Kammer eingeholt werden, wenn die Gegenseite sich nicht gesprächsbereit zeigt.




Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER