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Recht auf Verwendung des 'Spitznamens' durch Arbeitgeber?

| 06.04.2013 01:10 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Zusammenfassung: Anspruch auf das Führen eines seit Jahren geduldeten Spitznamens gegenüber dem Arbeitgeber

Ich (51) bin seit 1977 beruflich und privat nur unter einer Abkürzungsform meines eigentlichen Vornamens bekannt. Unter diesem "Spitznamen" habe ich u.a. Artikel und Broschüren veröffentlicht und Zusatz-Ausbildungen gemacht (d.h. dieser Name steht auch auf den Zertifikaten). Außerdem kennen die Kunden, die ich betreue, meine Kollegen und meine bundesweiten Kontakte in der "Szene" meines Fachgebietes mich nur unter diesem "Spitznamen". Diesen beizubehalten ist mir äußerst wichtig, da ich mich nur mit diesem auch persönlich identifiziere.
Bei meinem jetzigen Arbeitgeber bin ich seit 13 Jahren (im Beamtenverhältnis) beschäftigt, wobei dieser seit 2 Jahren durch Fusion in einer neuen Organisationseinheit aufgegangen ist. In dieser Zeit war es nie ein Problem, dass mein eigentlicher Vorname nur von der Personalabteilung verwendet wurde, während ich überall sonst unter der Abkürzung geführt wurde.
Vor etwas über einem Monat wurde jedoch in der Personalverwaltung eine Software eingeführt, aus deren Datenbank heraus sämtliche anderen Programme bedient werden. Nunmehr steht also in allen meinen Arbeitsalltag betreffenden Anwendungen mein formeller Vorname - in Outlook (und somit in E-Mails), im Intranet, auf den Teamsites, die wir verwenden und in der Datenbank, aus der ich Schriftverkehr mit Kunden generieren muss. Eine "einfache" Änderung in den Alltagsanwendungen sei damit nicht mehr möglich, wurde mir mitgeteilt. Eine Änderung in der "Stammdatenbank" würde dazu führen, dass der "Spitzname" auch auf den Gehaltsabrechnungen erscheint.
Eine Rückfrage beim Finanzamt ergab, dass dort keine Bedenken dagegen bestehen. Die Personalabteilung lehnte meinen Antrag auf Änderung jedoch ab - hierfür müsse ich eine öffentlich-rechtliche Namensänderung beantragen. Dies möchte ich aber nicht.

Nun meine Fragen:
1) Habe ich einen Anspruch darauf (Persönlichkeitsrecht), von meinem Arbeitgeber unter meinem "Spitznamen" geführt zu werden? Hat mein Arbeitgeber das Recht, mir gegen meinen Willen meinen formellen Vornamen aufzuzwingen?
2) Kann ich (dies ist Plan B) verlangen, dass dann zumindest mein voller Name verwendet wird, d.h. dass auch mein zweiter Vorname in die Datenbank aufgenommen wird? Keiner von beiden Namen ist in Geburtsurkunde oder Pass unterstrichen.

Ich würde mich sehr freuen, eine aussagekräftige Antwort zu diesem sicher etwas ungewöhnlichen Fall zu bekommen.
Herzlichen Dank.



Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:


Nach einem Urteil des AG Ludwigshafen (Urteil vom 23.05.2007, Az. 2 h C 22/07) steht auch ein Spitzname einem bürgerlichen Namen gleich.

In Ihrem Fall ist Ihr Spitzname über mehrere Jahrzehnte als Ruf- und Spitzname verwendet worden, so dass nach meiner Auffassung dieser Spitzname einen durch § 12 BGB geschützten Namen darstellt.

Die Verwendung des Spitznamens wurde auch von Ihrem Arbeitgeber geduldet und - nach Ihrem Sachvortrag - in der Vergangenheit nicht beanstandet.
Vor diesem Hintergrund, haben Sie nach meiner Rechtsauffassung einen Anspruch, unter Ihrem Spitznamen auch bei Ihrem Arbeitgeber geführt zu werden.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse.




Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Anwaltskanzlei K. Roth
Johannisbollwerk 20
20459 Hamburg

Telefon: 040 - 317 97 380
Telefax: 040 - 31 27 84

E-Mail: info@kanzlei-roth.de
Internet: www.kanzlei-roth.de

Nachfrage vom Fragesteller 06.04.2013 | 11:41

Sehr geehrter Herr Roth,

herzlichen Dank für Ihre Antwort. Das Urteil des AG Ludwigshafen (Urteil vom 23.05.2007, Az. 2 h C 22/07) habe ich online gefunden; es betrifft jedoch Internet-Recht (es geht wohl um Domain-Namen).
Inwieweit ist diese Entscheidung auf andere Rechtsgebiete übertragbar? Ergibt sich daraus auch ein Rechtsanspruch in dem Verhältnis zwischen mir und meinem Arbeitgeber (also im Arbeitsrecht)?
Zudem wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie kurz zu o.a. "Plan B" Stellung nehmen könnte (Anspruch auf Führung beider Vornamen statt nur des ersten).

Mit freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.04.2013 | 13:31

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

In der angeführten Entscheidung geht es um den Bezug zu § 12 BGB. Dieser Namensschutz, der sich aus der genannten Vorschrift ergibt, gilt auch gegenüber Ihrem Arbeitgeber.

Wesentlicher Punkt Ihres Sachvortrages ist es, dass Ihr Arbeitgeber die Verwendung Ihres Spitznamen geduldet und damit akzeptiert hat. Daran muss Ihr Arbeitgeber sich festhalten lassen.

Sie können darüber hinaus ohne weiters verlangen, dass auch Ihr zweiter Vorname in die Datenbank mit aufgenommen wird.


Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

Bewertung des Fragestellers 06.04.2013 | 15:23

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 06.04.2013 3,6/5,0
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