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Nicht abgeschlossene Ausbildung und Folgen


22.02.2006 11:37 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag,
ich habe ein längere Frage, und hoffe sie richtig stellen zu können. Ich bin inzwischen 38 jahre alt und liege seit 1998 im Streit mit meinen Eltern. 1996 habe ich den Studienabschnitt meiner Ausbidung zur Kunsttherapeutin abgeschlossen.

Damit ist die Ausbildung aber nicht beendet. Ich hätte - laut erstem Schritt Gesundheitsreform 1996 - noch 2 Anerkennungsjahre ableisten müssen. Diese finden in Form eines nicht bezahlten Praktikums statt. Eine ergänzende Ausbildung wäre auch noch eine Alternative gewesen. Meine Eltern wollten nicht mehr zahlen. Das hatten sie aber zugesagt, als 1994 die Dikussion über die geänderten Berufsbedingungen begann und ich - böses Ahnend - meinen Ausbildungsgang wechseln wollte.

Also habe ich geklagt und klage immer noch.

Da meine Eltern viel Einfluss haben und reich sind, ist mein Fall bei den Gerichten "Verschwunden". Eine Richterin hat mir das auch ganz frank und frei so erzählt, dass sie grundsätzlich keine Klagen von Kindern gegen Eltern mag und bearbeitet.BGB§1610.
Sie sagte auch, dass sie meinen Fall ablehnt, weil ich Gerichskostenbeihilfe beantragt habe und mir keinen Anwalt leisten kann. Sie deutete auch an meine Eltern zu kennen.
Sie lehnte alles ab und ich kann zur Zeit nur noch Verfassungsklage einreichen.

Inzwischen hat diese Sache in meinem Leben auf alle anderen Bereiche über gegriffen. Ich bin seit Jahren vom Sozialhilfe abhänig, meine Ehe ist darüber zerbrochen, meine Künstlerkarriere ist torpediert worden - meine Eltern haben Bilder von Ausstellungen einfach einbehalten als Gebühren für das Studium - und werde als Hilfsarbeiterin ohne Ausbildung eingestuft.

Gerichtlich habe ich immerhin eine Umschulung bei der Agentur für Arbeit erstritten aber meine Schulden habe ich natürlich immer noch. Mir wurde Recht gegeben, dass meine Ausbildung als nicht abgeschlossen gilt und ich längst Recht auf eine neue Ausbildung gehabt hätte.

Hinzu kommt, dass ich als Kind zwei schwere Unfälle hatte.Meine Eltern verweigern die Herausgabe der Belegunterlagen und ich kann nicht nachbehandelt werden. Das medizinische Gutachen wurde ignoriert.

Insgesamt habe ich einen Schaden von fast 700.000 Euro inzwischen,die ich auch belegen kann.

Wieder wurde ich am Wohnort meiner Eltern gerichtlich ausgebremst. Was also kann ich noch tun auf rechtlichem Wege.

Grüsse.

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie werden sicher verstehen, dass hier nur ein paar - hoffentlich hilfreiche - Hinweise in rechtlicher Hinsicht gegeben werden können, angesichts des komplexen hinter Ihren verschiedenen Anliegen stehenden Sachverhalts.

Leider kann ich Ihnen nicht allzu große Hoffnungen machen, was die Ansprüche gegenüber Ihren Eltern betrifft.

Soweit noch ein Klageverfahren anhängig ist in Bezug auf den rückständigen Ausbildungsunterhalt nach § 1610 Abs. 2 BGB, könnten Sie dieses durchaus weiterführen, sofern die Ansprüche nicht doch etwa aufgrund langjährigen Nicht-Betreibens des Verfahrens durch die Prozessparteien verjährt oder gegebenenfalls verwirkt ist.

Durch die Aussagen der Richterin sollten Sie sich jedenfalls nicht beeindrucken lassen. Wenn ich Ihren Sachbericht voraussetze, sehe ich indessen auch Aussichten auf eine Ablehnung der Richterin wegen Besorgnis der Befangenheit gemäß § 42 Abs. 2 ZPO.

Ob Sie insofern noch Chancen haben, sollten Sie in einer eingehenderen persönlichen Beratung durch einen meiner Kollegen vor Ort prüfen lassen.

Soweit Ihr Einkommen nicht ausreicht, können Sie wegen der Unterhaltssache Prozesskostenhilfe sowie für die anderen im Raum stehenden Ansprüche Beratungshilfe in Anspruch nehmen.

Allerdings sehe ich vorbehaltlich einer näheren Prüfung wenig greifbare Anhaltspunkte für darüber hinaus gehende Ansprüche auf Schadensersatz gegenüber Ihren Eltern. Sie müssten insofern schon nachweisen können, inwieweit ausschließlich oder zum Teil gerade wegen der fehlenden Förderung Ihrer beruflichen Entwicklung oder sogar Behinderung z.B. durch Einbehaltung Ihrer Ausstellungsstücke oder wegen der nicht finanzierten Anerkennungszeit u.s.w. ein konkret zu beziffernder Schaden eingetreten ist.
Dies ist freilich alles schwer zu beweisen (Torpedierung der Künstlerkarriere, etc.), auch soweit Ihnen hier bereits das Recht auf eine Zweitausbildung offiziell zugestanden wurde.

Verfassungsklage ist nur (bzw. erst) möglich, soweit Sie den Rechtsweg (hier also bis zum OLG) ausgeschöpft haben und nicht bereits rechtskräftig über den Rechtsstreit entschieden ist.

Was Ihre Ansprüche gegen die Verursacher der beiden Unfälle betrifft, so haben Sie gegen jede Person, die hierzu anspruchsbegründende Tatsachen in Händen hält, gemäß § 810 BGB ein Einsichtsrecht in die vorhandenen schriftlichen Nachweise, so auch gegenüber Ihren Eltern.

Nachdem Sie andeuten, dass es sich hier um einen umstrittenen Fall handelt (medizinisches Gutachten nicht anerkannt), würde es sich angesichts der Bedeutung der Angelegenheit für Sie mittelfristig lohnen, einen auf Schadensersatz- und Medizinrecht spezialisierten Rechtsanwalt zu beauftragen.

Möglicherweise ist es ein erster Schritt, Ihre Eltern zunächst wegen der Sie betreffenden Unterlagen bezüglich der Unfälle anzuschreiben und deren Herausgabe anzufordern. Diesem Anliegen dürfen sie sich grundsätzlich nicht verschließen (siehe oben).

In einem zweiten Schritt könnten Sie – unter Umständen mit anwaltlicher Hilfe – versuchen einen außergerichtlichen Vergleich mit Ihren Eltern zu schließen, dahingehend, dass Ihnen eine gewisse Summe als Abgeltung für die erlittenen Nachteile zu zahlen ist, und Sie dafür im Gegenzug auf weitergehende Ansprüche in dieser Angelegenheit verzichten.

Ansonsten bleibt nur der Gang zum Gericht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen brauchbaren Einblick in die ungefähre rechtliche Situation vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
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