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Unterhalt für Tochter im Studium nach Ausbildung

| 18.01.2021 12:06 |
Preis: 60,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jörg Klepsch


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Tochter (geb. 1998) meines Mannes hat nach dem Abitur eine staatlich anerkannte zweijährige Berufsfachschule besucht, erfolgreich abgeschlossen und dort die Berufsbezeichnung "Gestaltungstechnische Assistentin (GTA)" erlangt. Der Abschluss ist im Deutschen und Europäischen Qualitätsrahmen dem Niveau 4 zugeordnet.

Direkt im Anschluss an die Ausbildung hat sie an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst den Bachelor-Studiengang "Gestaltung" begonnen (Vollzeitstudium). Dafür ist sie in eine WG ausgezogen.

Ist mein Mann für die Dauer des Studiums unverändert unterhaltspflichtig?
Unserer Recherche nach nein:

"Wie lange muss ich mein Kind finanziell unterstützen?"
Die Eltern schulden dem Kind auch über das 18. Lebensjahr hinaus Unterhalt, wenn es sich in einer Ausbildung oder einem Studium befindet. Erst nach dem ersten berufsqualifizierendem Abschluss endet die Unterhaltspflicht der Eltern gegenüber dem Kind.
(Quelle: https://www.unterhalt.net/kindesunterhalt/kind-volljaehrig.html)

Unserem Verständnis nach gilt der GTA-Abschluss als Berufsabschluss, also als erster "berufsqualifizierender Abschluss". Somit endet die gesetzliche Unterhaltspflicht.

Vielen Dank für eine Antwort,
K.Hoffmann

P.S. Davon unberührt bleibt ja die freiwillige Unterstützung für die Tochter, aber diese darf dann ja von der Düsseldorfer Tabelle abweichen und z.B. in der Corona-Krise entsprechend angepasst werden.

P.P.S. Die Tochter wohnte bis zum Auszug bei der Mutter.

Grundsätzlich ist es richtig, dass die Eltern einem volljährigen Kind Unterhalt nur schulden bis zum Abschluss der berufsqualifizierenden Ausbildung. Unabhängig davon, ob der gewählte Weg und der Abschluss zur Gestaltungstechnischen Assistentin bereits als Beruf zu werten ist, handelt es sich bei Ihrem Fall aber um den sogenannten Abitur-Lehre-Studium-Fall. Nach der gefestigten und inzwischen langjährigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist es so, dass die Eltern bei einem Kind, das Abitur gemacht hat, sozusagen immer damit rechnen müssen, dass ein Studium aufgenommen wird. Eine vorherige Berufsausbildung beendet nicht die Unterhaltspflicht, wenn der entsprechende Beruf einen sachlichen engen Zusammenhang zu dem Studium aufweist und wenn auch ein zeitlicher Zusammenhang besteht.

Bei der Gestaltungtechnischen Assistentin und dem Studium Gestaltung scheint mir der enge sachliche Zusammenhang offensichtlich zu sein. Da auch direkt im Anschluss an die Ausbildung das Studium begonnen wurde, ist auch der zeitliche Zusammenhang gewahrt.

Das Kind ist auch noch in einem Alter, in dem damit gerechnet werden musste, dass noch ein Studium aufgenommen wird. (Teilweise wird das verneint, wenn die Kinder bei Aufnahme des Studiums älter als 30 Jahre alt sind.)

Zu beachten ist natürlich, dass nicht nur der Vater, sondern auch die Mutter zum Barunterhalt verpflichtet ist. Das Kindergeld wird beim Unterhalt vollständig angerechnet.

Zusammengefasst ist es also so, dass das Studium durchaus noch verpflichtend und nicht nur freiwillig finanziert werden muss, allerdings von beiden Eltern, und dass dies sich auch nicht nur auf den Bachelor bezieht, sondern auch einen eventuellen Master mit einschließt.

Bewertung des Fragestellers 18.01.2021 | 13:47

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