Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.675
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nachtzulage für Zeitungszusteller


| 10.12.2015 13:57 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Wer mehr als zwei Stunden in der Nachtzeit von 23 bis 6 Uhr arbeitet, kann von seinem Arbeitgeber einen Zuschlag zum Lohn oder Freizeitausgleich verlangen. Bei dauerhafter Nachtarbeit beträgt der Zuschlag 30 %, bei wechselnden Schichten 25 % .


Kürzlich wurde in einem Urteil -BAG 10 AZR 423/14- entschieden, das für Nachtarbeit ein Zuschlag
in Höhe von 30% bzw. von 25% auf den Lohn gezahlt werden muss.
Ich stelle Montag bis Samstag jede Nacht Tageszeitungen auf Minijob-Basis zu.
Die Arbeitszeit beginnt um 02:00 morgens und endet in der Regel gegen 03:50 Uhr, die regelmäßige
Arbeitszeit liegt also knapp UNTER zwei Stunden täglich.

Dafür gewährt der Arbeitgeber KEINEN Nachtzuschlag, da er Argumentiert, das ein Zuschlag auf die
Nachtarbeit erst ab einer Arbeitszeit über zwei Stunden zu zahlen wäre.
Allerdings bin ich der Meinung, das Nachtarbeit auch bei einer Arbeitszeit UNTER zwei Stunden gezahlt
werden muss, da die Arbeit ausschließlich in der Nachtzeit erledigt werden kann, vom Arbeitgeber auch
so vorgeschrieben und m.E. daher als Dauer-Nachtarbeit anzusehen ist.

ArbZG § 2 :Nachtarbeitnehmer im Sinne dieses Gesetzes sind Arbeitnehmer, die
1. auf Grund ihrer Arbeitszeitgestaltung normalerweise Nachtarbeit in Wechselschicht zu leisten haben oder
2. Nachtarbeit an mindestens 48 Tagen im Kalenderjahr leisten.

Daher die ersten Fragen:
Hat der Arbeitgeber mit seiner Argumentation recht, oder steht mir doch der Nachtzuschlag
für meine gesamte Nachtarbeit und mit welcher Prozentzahl zu ?


Sofern die Arbeitszeit durch z.B. Urlaubsvertretungen über zwei Stunden lag, bezahlte der Arbeitgeber
seit Anfang des Jahres 10% Nachtzuschlag. Nach dem o.g, Urteil sind jedoch meiner Meinung nach
25 oder 30% zu zahlen.

Daher die abschließende Frage:
Kann ich den höheren Betrag für bereits abgerechnete Zeiträume seit Anfang des Jahres
nachfordern oder gilt das Urteil nur für zukünftige Abrechnungen ?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Das von Ihnen zitierte Urteil ist noch nicht in der ausführlichen Begründung veröffentlicht, es ist nur die Pressemitteilung bekannt. Soweit ich diese verstehe, ist es aber auch zulässig, statt des Zuschlags bezahlte Freizeit zu gewähren. Dies kann bei Ihnen ggf. sinnvoll sein, wenn Sie das monatliche Bruttogehalt von EUR 450,00 unterschreiten, da Sie dann höhere Abzüge hätten.

§ 2 Abs. 4 des Arbeitszeitgesetzes definiert Nachtarbeit als solche, die mehr als zwei Stunden der Nachtzeit erfasst, die von 23 bis 6 Uhr dauert, § 2 Abs. 3 des Arbeitszeitgesetzes. Wenn Sie regelmäßig weniger als zwei Stunden arbeiten, fällt kein Zuschlag oder ein Anspruch auf zusätzlice Freizeit an. An dieser Stelle muss ich Ihrem Arbeitgeber bedauerlicherweise zustimmen. Wenn Sie länger arbeiten, steht Ihnen nach dem Urteil ein Zuschlag von 30 % bzw. entsprechend pro gearbeitete Stunde 18 Minuten bezahlte Freizeit zu, da Sie Dauernachtarbeiter sind.

Wenn in Ihrem Arbeitsvertrag oder einem etwaig anwendbaren Tarifvertrag keine Ausschlussfrist finden, können Sie die Differenz drei Jahre zurück geltend machen. Soweit Sie Ansprüche aus 2012 verfolgen möchte, ist Eile geboten, da zum Jahresende Verjährung eintritt und Ihre Klage vorher bei Gericht sein muss, wenn der Arbeitgeber nicht auf die Einrede der Verjährung verzichtet.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 10.12.2015 | 16:15


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Schnelle, klare und konkrete Beantwortung meiner Frage.
Bin absolut zufrieden und fühle mich sehr gut beraten.

"
FRAGESTELLER 10.12.2015 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59978 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle, ausführliche und ich hoffe auch kompetente Antworten. So richtig weiß man das ja erst später, wenn es zum Streitfall kommt. Jedenfalls weiß ich jetzt viel mehr wie ich weiter vorgehen sollte im Streitfall mit ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort ist klar verständlich, ausführlich und zeugt von fachlicher Kompetenz. Besser geht's nicht. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super sehr schnelle Antwort.preislich günstig. ...
FRAGESTELLER