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Können wir Berliner Testament widerrufen?

| 24.03.2013 19:21 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Heiko Tautorus


Zusammenfassung: Ein Berliner Testament ist zu Lebzeiten der Ehegatten einvernehmlich widerrufbar und kann auf neue familiäre Ereignisse angepasst werden.

Ich bin 73 Jahre alt und habe mit meiner Frau ein "Berliner Testament" abgeschlossen.
Wir haben zwei erbberechtigte Töchter, von denen eine unter Hinterlassung von sieben Enkeln verstorben ist. Der Mann zeigt keine besondere Trauer, sondern hatte nach 6 Monaten einen Ersatz mit dem er und die 7 Enkel Urlaub gestalteten. Wir sind wegen dieses kurzzeitigen Sinneswandels entsetzt und bemerken bei den Enkeln eine entsprechende Haltung gegenüber der verstorbenen Mutter und den Großeltern. Der gesamte Start der Großfamilie erfolgte nicht ohne unerhebliche finanzielle Unterstützung durch die Großeltern. Die verstorbene Mutter bedankte sich mit dem Verzicht auf ihr Erbteil, weil sie sich gut versorgt meinte. Die Enkel scheuen sich nicht vor öffentlichen Verunglimpfungen ihrer Großeltern im Internet. "Idioten ..) Wir möchten daher, dass die Enkel außen vor bleiben beim zu erwartenden Erbfall - und die 2. Tochter das vorhandene Haus erben kann. Eine Schenkung überleben wir wegen des Alters nicht. (10 Jahre) Unser Steuerberater empfiehlt den vorzeitigen Verkauf. Und hier bitte ich um mögliche Gestaltungsvorschläge.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Soweit Sie beide noch testierfähig sind, gehen Sie zum Notar und widerrufen (§ 2271 Abs. 1 BGB) gemeinsam Ihr Testament (§ 2296 BGB).

Im Anschluss setzen Sie ein neues Testament zugunsten Ihrer anderen Tochter auf.

Sie können die Enkel alle enterben. Dadurch wird diesen der Zugriff auf die Immobilie verwehrt. Die Enkel haben jedoch einen Anspruch in Geld, die dem hälftigen Erbteil am Nachlass entspricht.

Die Voraussetzungen den Pflichtteil den Enkeln zu entziehen nach § 2333 BGB, dürfte aber nicht einschlägig sein.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Enkeln den Pflichtteil weiter zu reduzieren.

Diesbezügliche Ausführungen würden jedoch den Rahmen dieser Frage übersteigen und bedürfen intensiven Rücksprachen.

Sie sollten also nicht versuchen am alten Testament "herumzudoktern", sondern mit einem neuen Testament auf die neue familiäre Lage zu reagieren und klare Fakten zu setzen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Handhabe für Ihr weiteres Vorgehen liefern.

Ich würde mich freuen, soweit Sie dies zum Anlass nehmen, mich bei einem möglicherweise gegebenen Vertretungsbedarf zu beauftragen. Die örtliche Entfernung spielt insofern keine Rolle.

--------------
Sollte sich der Sachverhalt doch etwas anders darstellen, nutzen Sie bitte die Nachfrage.

Sie können mich jederzeit über die Kontaktdaten in meinem Profil erreichen.

Es sei noch der Hinweis erlaubt, dass die rechtliche Einschätzung ausschließlich auf den von Ihnen mitgeteilten Tatsachen beruht und dass durch das Hinzufügen oder Weglassen von weiteren tatsächlichen Angaben die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen kann.

Nachfrage vom Fragesteller 26.03.2013 | 15:51

Hätte gerne etwas mehr über die "Möglichkeiten" der Reduzierung der Pflichtteilsansprüche der Enkel erfahren?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.03.2013 | 22:56

Sehr geehrter Fragesteller,

diese Möglichkeiten sind natürlich sehr beratungsintensiv.

Dennoch möchte ich Ihnen folgende nicht abschließende Stichworte geben.

Pflichtteilsstrafklausel beim Ehegattentestament.

Pflichtteilsbeschränkung unter den Vorraussetzungen des § 2338 BGB.

Vorerbschaft und Nacherbschaft. Der Vorerbe (Enkel) kann nur die Erlöse z.B. aus der Immobilie ziehen und muss die Kosten tragen, er wird nicht Eigentümer am Nachlass.

Testamentsvollstreckung und Auseinandersetzungsverbot (beschränkt nach §§ 2210 und 2044 BGB) für Erben.

Verkauf an der Schenkungsgrenze unter Mitwirkung von Wohnrecht, Pflege...

Auch wenn Sie nicht erwarten, 10 weitere Jahre zu leben, ist die Abschmelzung des § 2325 BGB 10% pro Jahr nicht zu unterschätzen für den Schenkungsteil.

Letztlich ist es notwendig, Ihr mögliches Erbe wertmäßig abzuschätzen und die beste Strategie in der Verknüpfung mehrerer Möglichkeiten zu wählen.


Mit freundlichen Grüßen


Heiko Tautorus
Rechtsanwalt


service@ra-tautorus.de

Bewertung des Fragestellers 26.03.2013 | 18:28

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"Ich bin leider nicht so firm am Komputer - hab einen Schlaganfall wegen des Verhalten der Enkel erlitten. Als juristischer Laie finde ich die Richtung der Antwort sehr hilfreich. Konnte zunächst nicht den Antwortbutton finden und benutzen."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 26.03.2013 4,8/5,0
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