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Fahrtkostenzuschuss vom Arbeitgeber trotz Krankheit

| 23.10.2011 11:25 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Guten Tag Zusammen,

in meinem Arbeitsvertag ist ein monatlicher Fahrtkostenzuschuss von 250€ (pauschal versteuert)angegeben. Es gibt zu diesem Zuschuss keine anderen Klauseln im Arbeitsvertrag die in irgendeiner Form den Zuschuss regeln bei Krankheit, Urlaub etc.
Es steht dort lediglich, dass dem AN im Monat 250€ Fahrtkosten gezahlt werden, rückwirkend.

Nun die Frage, wie im Betreff zu erkennen ist. Steht mir dieser Zuschuss auch bei Krankheit zu? Bzw. was is nach den 6 Wochen, wenn die Krankenkasse einspringt.

Vielen Dank für Feedback im voraus.

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Die Entgeltfortzahlung wegen krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit erhält dem Arbeitnehmer grundsätzlich die volle Vergütung einschließlich etwaiger Zuschläge; lediglich Leistungen, die nicht an die Erbringung der Arbeitsleistung in einem bestimmten Zeitabschnitt gekoppelt sind, sondern hiervon unabhängig aus besonderem Anlass gezahlt werden, bleiben unberücksichtigt (vgl. Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 14.01.2009 - 5 AZR 89/08). Dementsprechend schränkt § 4 Abs.1a Entgeltfortzahlungsgesetz das im Krankheitsfall fortzuzahlende Arbeitsentgelt wie folgt ein: „Zum Arbeitsentgelt nach Absatz 1 gehören nicht […] Leistungen für Aufwendungen des Arbeitnehmers, soweit der Anspruch auf sie im Falle der Arbeitsfähigkeit davon abhängig ist, dass dem Arbeitnehmer entsprechende Aufwendungen tatsächlich entstanden sind, und dem Arbeitnehmer solche Aufwendungen während der Arbeitsunfähigkeit nicht entstehen."

Daher finden Fahrtkostenzuschüsse bei einer Lohnfortzahlung und auch bei anschließendem Krankengeld in der Regel leider keine Berücksichtigung.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 23.10.2011 | 12:23

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Stellungnahme vom Anwalt:
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