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Erwachsenenadoption: Wie sind die Kosten?

| 12.08.2009 11:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


20:28

Ich möchte mich gerne von der Ehefrau meines Vaters adoptieren lassen. Zu meiner leiblichen Mutter besteht seit 25 Jahren kaum Kontakt.
Meine Fragen sind:
Nach welchem Wert richten sich die Kosten einer Adoption?
Ist meine leibliche Mutter weiterhin in der gesetzlichen Erbfolge enthalten (vor allem aus der Sicht, wenn ich versterbe)?
Bin ich weiterhin gegenüber meiner leiblichen Mutter z.B. bei der Pflegeversicherung verpflichtet?

12.08.2009 | 12:40

Antwort

von


(344)
Wessels Str. 13
49134 Wallenhorst
Tel: 05407-8575168
Web: http://www.scheidung-ohne-rosenkrieg.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

die Volljährigenadoption muss vom Annehmenden und Anzunehmenden in notarieller beurkundeter Form beim Vormundschaftsgericht beantragt werden. Die Höhe der entstehenden Notar- und Gerichtsgebühren richten sich nach dem Geschäftswert. Der Geschäftswert für die Annahme einer Volljährigen richtet sich wiederum nach §§ 98 , 30 Abs. 2 KostO . Der Regelwert für den Geschäftwert nach § 30 Abs. 2 KostO ist 3.000,-- Euro. Der Wert kann aber je nach Lage des Falles höher oder niedriger angenommen werden. Bei der Ermittlung des Wertes der Volljährigenadoption wird berücksichtigt, wie die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beteiligten ist, wie deren gesellschaftliche Stellung ist und welche Auswirkungen die Adoption auf den Angenommenen hat. Die Gebührentabelle der KostenO finden sie unter http://bundesrecht.juris.de/kosto/anlage_213.html.

Ob Ihre leibliche Mutter weiterhin in der gesetzlichen Erbfolge enthalten ist und ob Sie ihrer leiblichen Mutter weiterhin zum Unterhalt verpflichtet sind, richtet sich danach, ob eine Volljährigenadoption mit oder ohne Wirkungen der Minderjährigenannahme beantragt und vom Vormundschaftsgericht bestimmt wurde.

Eine Volljährigenadoption kann nach § 1772 BGB mit den Wirkungen der Minderjährigenannahme u.a. dann erfolgen, wenn der Anzunehmende bereits als Kind in die Familie des Annehmenden aufgenommen wurde oder wenn der Annehmende das Kind seines Ehegatten annimmt. Eine Adoption mit den Wirkungen der Minderjährigenannahme ist aber nicht zulässig, wenn ihr überwiegende Interessen der leiblichen Eltern des Anzunehmenden entgegenstehen. Das wird von der Rechtsprechung z.B. angenommen, wenn bereits bei der Adoption abzusehen ist, dass die leibliche Mutter auf Unterhaltsansprüche des adoptierten Kindes angewiesen ist (LG Heidelberg, FamRZ 01,120 ).

Erfolgt die Volljährigenadoption ohne die Wirkungen der Minderjährigenannahme (sog. Annahme mit schwacher Wirkung, gesetzlicher Regelfall), so werden Ihre Verwandschaftsverhältnisse zu Ihrer Mutter und Ihren anderen Verwandten durch die Adoption nicht berührt. Sie werden mit den Verwandten Ihrer Adoptivmutter nicht verwandt. Die gegenseitige Unterhaltsverpflichtung bleibt bestehen. Im Fall Ihres Todes würden Ihre leibliche Mutter, Ihre Adoptivmutter und Ihr leiblicher Vater als gesetzliche Erben zweiter Ordnung nebeneinander erben, Ihre leibliche Mutter hätte ggf. auch Anspruch auf ein Pflichtteil. Im Fall des Todes Ihrer leiblichen Mutter wären Sie gesetzliche Erbin erster Ordnung bzw. hätten Anspruch auf ein Pflichtteil.

Erfolgt die Volljährigenadoption mit den Wirkungen der Minderjährigenannahme (sog. Annahme mit starker Wirkung bzw. Volladoption, nur in Ausnahmefällen zulässig und muss vom Annehmenden und Anzunehmenden ausdrücklich beantragt werden), so erlöschen sämtliche Verwandtschaftsbeziehungen mit allen sich daraus ergebenden Rechten und Pflichten zu Ihrer leiblichen Mutter und Ihren Verwandten mütterlicherseits. Sie werden mit den Verwandten Ihrer Adoptivmutter verwandt. Es bestehen keine Erb- oder Pflichtteilsrechte mehr, auch die gegenseitige Unterhaltsverpflichtung erlischt.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen als erste rechtliche Orientierung in Ihrer Angelegenheit weiter.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfrage-Funktion.
Soweit ansonsten aus dem Bereich frag-einen-anwalt.de heraus eine Kontaktaufnahme an mich gewünscht ist, bitte ich auch zunächst ausschließlich um Kontakt per E-Mail. Meine E-Mail-Adresse finden Sie oben unter dem Link „Profil“.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin


Rückfrage vom Fragesteller 03.09.2009 | 20:16

Vielen Dank für Ihre ausführliche und verständliche Antworten.
Verstehe ich es richtig, dass wenn ich mich für eine Volljährigenadoption mit der Wirkung der Minderjährigenannahme entscheide, dass meine leibliche Mutter dann zustimmen muss oder kann das Verfahren ohne sie laufen? Es ist nicht anzunehmen, dass sie auf meine Unterhaltsansprüche angewiesen ist, da noch weitere Kinder aus der Ehe meiner leiblichen Eltern hervorgehen und sie selbst auch wieder verheiratet ist.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.09.2009 | 20:28

Sehr geehrte Fragestellerin,

bei der Volljährigenadoption (auch der mit den Wirkungen der Minderjährigenannahme) ist keine Zustimmung der leiblichen Eltern erforderlich (§§ 1768 , 1747 BGB ). Auch wenn keine Zustimmung von ihnen erforderlich ist, sind die leiblichen Eltern bei der Volljährigenadoption mit den Wirkungen der Minderjährigenannahme dennoch am Verfahren zu beteiligen, da jedenfalls aber deren Interessen bei der Entscheidung mit zu berücksichtigen sind.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 03.09.2009 | 20:09

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