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Erbstreit - Anfechtung wegen Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten


13.12.2005 13:41 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



habe ein großes problem,folgendeshabe mein leiblichen vater erst eine woche vor seinem tod kennengelernt,er wußte auch nichts von mir darum hat er mich nicht in seinem mit der ehefrau gemeinsamen testament bedacht ,mein vater hat seine ehefrau als alleinerbin eingesetzt und seine beiden ehelichen töchter erstmal enterbt.sie bekommen erst ihr erbe wenn die mutter von den beiden tod ist.ich habe das testament angefochten was mir gelang nun habe ich einen erbschein mit der ehefrau meines vaters wo ich zu1/8 bedacht wurde und sie zu7/8!! mein vater hat 1966 diese frau geheieratet ind sie haben ein super 6 familienhaus,wo aber bloß die frau im grundbuch steht,die frau hat noch 120000€ schulden durch den ausbau,nun meine frage mein anwalt sagte das mir ein zugewinn zusteht,ich muß noch dazu schreiben das im testament steht,mein vater und seine frau hatten ein gemeinsammes vermögen von 500000€,sie lebten in der zugewinngemeinschaft!!wie ist das jetzt bekomme ich die schulden von der frau mit??? obwohl mein vater keine schulden hat... oder bekomme ich geld??? bzw.mein erbteil!!

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst: Es ist nicht einfach, ihre Frage vollständig und korrekt zu beantworten, da Sie hier evt. Dinge vermengen.

Zugewinn steht Ihnen sicherlich nicht zu, das wird Ihnen auch der Sie vertretende Kollege so sicherlich nicht mitgeteilt haben. Als leibliches Kind haben Sie aber auf jeden Fall ein (Pflichtteils-) Erbrecht, egal ob der Erblasser Sie nicht bedenken wollte oder Sie schlicht übersah. Den letzten Fall regelt § 2079 BGB, der die Anfechtung wegen Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten (bei hypothetischem Bedenken des Berechtigten im Falle der Kenntnis) thematisiert.

Warum nun das Testament angefochten wurde, geht aus Ihrem Bericht leider nicht hervor. Ich vermute aber, dass die Anfechtung auf § 2079 BGB beruhte, siehe obiger Abschnitt. Dies hätte i.d.R.zur Folge, dass die gesetzliche Erbfolge eintritt.

Dann bekämen zunächst Sie und drei Kinder sowie die Ehefrau 1/4 der Erbmasse, wegen der Zugewinngemeinschaft die Ehefrau aber ein weiteres Viertel, weswegen mir die von Ihnen mitgeteilte Quotierung nicht einsichtig ist; evt. hängt sie mit der von Ihnen angedeuteten ursprünglichen Vor- und Nacherbeneinsetzung zusammen.

Aber zu Ihren eigentlichen Fragen:

1.
Die Schulden der Ehefrau gehen Sie definitiv nichts an.

2.
Allerdings bezieht sich die Erbmasse auch nicht auf das Haus, da dieses ja allein der Ehefrau gehörte.

3.
Sie können also von dem eigentlichen (also ohne Haus) Vermögen des Erblassers erben - wie sie hier auf die Aufteilung von 7/8 zu 1/8 kommen, ist mir wie dargelegt aber nicht nachvollziehbar. Hier wird Ihre Sachverhaltsschilderung wohl nicht ganz vollständig sein – ich verweise deswegen ausdrücklich auf die Nachfragefunktion, die Sie gerne wahrnehmen können.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf
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