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Erbfolge bei Ehegattentestament


19.12.2015 23:00 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Folgendes gemeinsames Testament der Eltern:
Wir setzen uns gegenseitig zu Alleinerben ein mit der Maßgabe,daß der Längerlebende bis zu seinem Ableben volles Verfügungsrecht über den gesamten Nachlaß hat.
Bei Wiederverheiratung des Längerlebenden soll der gesamte Nachlaß zu gleichen Teilen an
die aus unserer gemeinsamen Ehe stammenden Kinder übergehen.Die Nutznießung bleibt
jedoch bis zum Tode dem Längstlebenden.

Der Vater ist gestorben,es gibt 2 Söhne,die Mutter hat nicht wieder geheiratet und kein neues
Testament gemacht.
Der eine Sohn hat sich den Pflichtteil auszahlen lassen,der andere nicht.

Wenn die Mutter stirbt,wer erbt was?
20.12.2015 | 00:07

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

sollte die Mutter sterben, würde der Sohn, der den Pflichtteil vorzeitig nach dem Ableben des Vaters gefordert hatte (Sohn 1), ebenfalls nur den Pflichtteil der Mutter erben.

Der zweite Sohn erbt das gesamte Erbe abzüglich dem Pflichtteil.

Nach Quote wäre dies, wenn nur zwei Kinder vorhanden sind, dass Sohn 1 vom Erbe der Mutter lediglich 1/4 des Ernes erhält. Sohn 2 erhält 3/4 des Gesamterbes, auch vom Vater, da dieser als alleiniger Schlusserbe anzusehen ist.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da meine Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung vollständig angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 20.12.2015 | 00:25

Sehr geehrter Herr Hoffmeyer
was Sie beschreiben ist doch die sogenannte Pflichtteilsbremse.
Die ist im Testament aber nicht aufgeführt,genauso wenig wie eine
Nacherbe- oder Schlußerberegelung.
Es handelt sich also nicht um ein Berliner Testament.
Muß man sowas nicht ins Testament reinschreiben?
Hat dieses Testament überhaupt Auswirkung auf den nachfolgenden
Todesfall,oder ist die Mutter nicht einfach Vollerbin mit uneingeschränkter Verfügungsgewalt und muß oder kann für ihren
eigenen Todesfall ein neues,eigenes Testament machen?

Sind Sie Ihrer Sache sehr sicher?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.12.2015 | 02:08

Sehr geehrter Fragesteller,

entschuldigen Sie bitte das Missverständnis, ich hatte das Berliner im Kopf gehabt.

Zunächst sei gesagt, dass ein gemeinschaftliches Testament nach dem Tod eines Ehegatten nicht mehr geändert werden kann (§ 2271 BGB).

Die Formulierung, dass der überlebende Ehegatte die volle Verfügungsgewalt behält, lässt Rückschluss auf eine Vor- und Nacherbschaft zu, wobei der Vorerbe, hier die Mutter, von Verfügungsbeschränkungen befreit ist. Die Vermögensmassen sind bei der Berechnung getrennt zu halten.

Beide Söhne sind demnach als Erben zu je 50% nach dem Tod und für das Vermögen der Mutter berufen. Zwar enthält das Testament keine Regelung in Bezug auf die Söhne, da hierauf nur im Falle einer Wiederheirat eingegangen wurde, allerdings sind diese auch gesetzliche Erben zu je 50% im Falle des Todes der Mutter.
Hinsichtlich des Vermögens der Mutter erhalten beide Söhne daher gleichviel.Es fehlt hierbei die typische "Strafklausel" wie bei einem Berliner Testament.

Beim Vermögen des Vaters geht dieses ausschließlich an den zweiten Sohn, da dieser kein Pflichtteil geltend gemacht hatte und somit als Schlusserbe den gesamten verbliebenden Teil erhält, welchen die Mutter als befreite Vorerbin vom Vater, abzüglich des Pflichteils für Sohn 2 bekommen hat.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall weitere rechtliche Hilfe brauchen sollten, schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin bei kostenfreien Nachfragen zur Verfügung stehen möchte und meine Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung vollständig angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 20.12.2015 | 02:33

Sehr geehrter Fragesteller,

ich muss mich hierbei jetzt noch einmal korrigeren.

Bei einem gemeinsamen Testament ist zwischen der Einheitslösung und der Trennungslösung zu unterscheiden.

In Ihrem Fall spricht es für die Einheitslösung, da die Mutter bei der Verfügung unbeschränkt ist, sodass die Vermögensmassen im Falle des Todes des Vaters einheitlich derMutter gehörten.

Sohn 1 hat sich davon den Pflichtteil auszahlen lassen.

Normalerweise würde dies damit sanktioniert werden, dass im Falle des Todes der Mutter dann auch dem Sohn 1 erneut nur der Pflichtteil zusteht.

Da dies nicht gemacht ist, bekommen beide Söhne gleichviel, nämlich 50% der Erbmasse. Eine Anrechnung des früher geltend gemachten Pflichtteils findet nicht statt, wobei der Sohn 2 noch nachträglich den Pflichtteil aus der Erbmasse geltend machen könnte, wenn seit der Kenntnis des Erbfalles vom Vater noch nicht drei Jahre vergangen sind, wobei die Drei-Jahresfrist stets am 01.01. des Folgejahres beginnt. Also wenn der Vater am 01.06.2014 verstorben wäre, würde die Frist am 31.12.2017 enden.

Es bleibt allerdings bei der Unveränderbarkeit des gemeinschaftlichen Testamentes nach dem Tod des Vaters.

Entschuldigen Sie bitte die Korrektur.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall weitere rechtliche Hilfe brauchen sollten, schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin bei kostenfreien Nachfragen zur Verfügung stehen möchte und meine Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung vollständig angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


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