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Entsendung vom deutschen Arbeitgeber nach Italien

| 13.02.2015 14:55 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung:


Die Entsendung von Arbeitnehmern nach Italien

Ich wurde vom dt. Arbeitgeber für 2 Jahre nach Italien versandt ( 1.01.2015 bis 31.12.2016).Während dieser Zeit habe ich meinen Wohnsitz in DT beibehalten im Haus meiner Eltern. Ich bin somit in Italien als auch in Dt unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.
Es stellen sich für mich folgende Fragen.
1. Welche Auswirkungen ergeben sich aus der doppelten unbeschränkten Steuerpflicht?
Wie ermittelt sich die italienische Steuer? Werden meineWerbungskosten / Sonder-
ausgabe berücksichtigt? Erhalte ich eine Erstattung vom dt Finanzamt, wenn die dt
Einkommensteue niedriger ist als die it.Steuer?
2. Ich zahle weiterhin in die dt. Versorgungssysteme Direktversicherung, Kranken-und
Rentenversicherung ein. Wie wäre es wenn ich meinen Wohnsitz in Deutschland für die
2 Jahre aufgeben würde? Kann man dies auch rückwirkend tun?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.

1.1.Welche Auswirkungen ergeben sich aus der doppelten unbeschränkten Steuerpflicht?


Bezüglich der steuerlichen Aspekte ist zu berücksichtigen, dass Deutschland in seiner Abkommenspraxis bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit die Freistellungsmethode anwendet und diese mit dem
so genannten Progressionsvorbehalt kombiniert. Arbeitet infolgedessen ein
nach Abkommensrecht in
Deutschland ansässiger Arbeitnehmer für eine deutsche Gesellschaft in Italien, dann sind seine Arbeitseinkünfte unter Progressionsvorbehalt freizustellen. Sie beeinflussen aber die Höhe des Steuersatzes in Deutschland, mit dem die inländischen Einkunftsanteile, (wie zum Beispiel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung), besteuert werden. Haben Sie keine Einkünfte in Deutschland spielt der Progressionsvorbehalt für Sie keine Rolle.


1.2.Wie ermittelt sich die italienische Steuer?

Hier ist die Tabelle, http://www.cambiolavoro.com/lordonetto.htm, für Sie ist die 1. (IMPIEGATI -Mitarbeiter) relevant.


1.3.Werden meineWerbungskosten / Sonder-
ausgabe berücksichtigt?


Ja

1.4.Erhalte ich eine Erstattung vom dt Finanzamt, wenn die dt
Einkommensteue niedriger ist als die it.Steuer?


Nein, weil Ihr Einkommen aus der Arbeit nicht in Deutschland versteuert wird


2. Ich zahle weiterhin in die dt. Versorgungssysteme Direktversicherung, Kranken-und
Rentenversicherung ein.

Wie wäre es wenn ich meinen Wohnsitz in Deutschland für die
2 Jahre aufgeben würde? Kann man dies auch rückwirkend tun?



Die Frage der rückwirkenden Nachzahlung stellt sich für Sie nicht. Denn auch im Falle, wenn Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland aufgeben würden, werden Sie und Ihr AG in die dt. Versorgungssysteme zahlen (müssen). Denn Wohnort ist dafür nicht entscheidend, sondern der Arbeitsort. Dieser liegt bei Ihnen in Deutschland (=Fall einer
vorübergehenden Entsendung).


Hinweis: Falls im Vertrag keine Vereinbarung über das anzuwendende Recht getroffen wird, richtet sich dieses nach dem gewöhnlichen Arbeitsort des Arbeitnehmers. Der gewöhnliche Arbeitsort liegt im Fall einer vorübergehenden Entsendung in Deutschland. Hinsichtlich des Arbeitsvertrages bleibt also grundsätzlich deutsches Recht anwendbar.

Ihr Arbeitgeber und Sie können die Zahlungspflicht in die dt. Versorgungssysteme nicht beenden, selbst wenn Sie im Vertrag vereinbaren, dass Ihr Arbeitsort Italien ist und it. Recht für Ihren Arbeitsvertrag gilt. Zwar richtet sich die Frage,
In welchem Land Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten sind grundsätzlich nach dem
Ort, an dem die Arbeiten ausgeführt werden. Eine Sonderregelung gilt für Arbeitnehmer, die im Rahmen
ihres in Deutschland bestehenden Beschäftigungsverhältnisses vorübergehend nach Italien entsandt
werden, um dort im Auftrag ihres Arbeitgebers eine Arbeit auszuführen. Nach den Bestimmungen des
Gemeinschaftsrechts (EWG-Verordnun
g Nr. 1408/71) bleibt es für sie bei der Zuständigkeit der deut-
schen Sozialversicherung, sofern

die voraussichtliche Dauer der Beschäftigung in Italien 24 Monate nicht überschreitet

die arbeitsrechtliche Bindung zwischen der entsandten Person und ihrem Arbeitgeber während der
gesamten Dauer der Entsendung bestehen bleibt

keine Person abgelöst wird, die zuvor nach Italien entsandt wurde


Das ist bei Ihnen der Fall.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 15.02.2015 | 14:44

Welche Werbungskosten, doppelte Haushaltsführung, Heimfahrten usw. und Sondeausgaben z. B Riesterbausparvertrag u. a. sind Italien abziehbar

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.02.2015 | 15:54

Ihre Nachfrage ist eine weitergehende zusätzliche Frage (die vom Einsatz nicht mit umfasst wurde) und weniger eine Verständnisfrage.

Sie kann ich wie nachstehend beantworten:

S. 12 des Berichtes „Recht in Italien"
https://www.gtai.de/GTAI/Content/DE/Trade/Fachdaten/PUB/2014/07/pub201407028000_11951_recht-kompakt---italien--juni-2014.pdf

unter „Steuerrecht" enthält folgende Information zur Einkommenssteuer:

„Als Bemessungsgrundlage gilt für Gebietsansässige das Gesamteinkommen aus
inländischen und ausländischen Einkünften nach Abzug der im Gesetz angeführten
persönlichen Aufwendungen und Lasten".

Daher war meine Antwort auf Ihre Frage, ob die Werbungskosten abgezogen werden können mit ja zu beantworten.

Welche Abzugsposten konkret gemeint sind, ist in Art. 10 der Approvazione del testo unico delle imposte sui redditi
geregelt, http://www.comune.jesi.an.it/MV/leggi/dpr917-86.htm.


Bewertung des Fragestellers 17.02.2015 | 11:57

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